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Papierwende jetzt! - Wie wir den Papierverbrauch an unseren Universitäten reduzieren.


von Anne-Sophie
27.05.2016
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Deutschland ist in Kauflaune.
Das ist uns wahrscheinlich allen bekannt. Der allgemeine überdurchschnittlich hohe Konsum von Konsumgütern wie bspw. bei Lebensmitteln, Bekleidung, Spielwaren und elektronischen Unterhaltungsprodukten ist hoch.
Jede und Jeder von uns, hat mehr bei sich zu Hause rumliegen als er tatsächlich benötigt und benutzt. Es geht bei dem zehnten Paar Schuhen los und endet bei dem dritten, alten, verstaubten Handy in der Schublade.

Um ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was uns das eigentlich alles an Ressourcen kostet, was Holz in diesem Falle für eine Rolle spielt und wie wertvoll Recycling ist, erklären mir heute Danielle und Thuy Anh. Sie sind Teilnehmerinnen des 2°Changemaker- Projektes und ich interviewe sie zu ihrem Projekt: Papierwende jetzt!

Hallo Danielle und Thuy Anh,
schön, dass wir drei uns heute treffen und ein gemeinsames Interview zu eurem Projekt führen.
Ich freue mich sehr der WWF Jugend Community ein zweites spannendes und intensives Vorhaben der Changemaker vorstellen zu dürfen!
Nach dem ersten Interviewartikel von Eva zu ihrem Projekt: Öko Örtchen, folgt nun ihr mit "Papierwende jetzt!"
Es geht grob gesagt darum, Studentinnen und Studenten an der Fakultät auf ihren meist erhöhten Papierverbrauch aufmerksam zu machen und ökologische Alternativen einzuführen.
Starten wir doch mit einem kleinen ersten Einblick, damit alle genau verstehen was ihr vorhabt. Danielle fängst Du an und erzählst uns ein bisschen was über eure Idee?

Danielle: Ja, sehr gerne Anne!
An unserer Universität werden teilweise Unmengen an Papier verbraucht. Angefangen bei den Professoren*inne, den Dozenten*innen über das Sekretariat bis hin zu den Studenten*innen selbst.
Thuy Anh hatte dann während des 2°Changemakers die Idee, etwas zu dem Thema Papiersparen zu machen. Ich fand das so gut, dass ich direkt miteinsteigen wollte.
Jetzt machen wir das Projekt zusammen. Das ist für uns beide super, weil wir unsere Aufgabenbereiche aufteilen können und so jeder mehr Zeit für Aufgaben hat.

Thuy Anh: Ja, genau so war das.
Auf das Thema Papier kam ich, als eine Freundin mir von dem Projekt „Papierpilz erzählt hatte – da bastelten Schüler*innen hübsche Notizblöcke aus Fehldrucken. Das hat mir bewusst gemacht, wie groß das Papiereinsparpotenzial ist und wie einfach es geht, Papier selbst zu recyceln.

„Papierpilz", das habe ich noch nie gehört. Klingt nach einer schönen Art, fehlerhaft gedrucktes Papier und nicht mehr gebrauchtes Papier doch noch zu verwenden bzw. zu recyceln.
Warum macht ihr beide denn gerade so ein Projekt? Was spornt euch an, was ist eure Motivation?

Thuy Anh: Fast jeder weiß, dass der Klimawandel immer deutlicher zu spüren ist und fast jedem ist klar, dass dringend etwas getan werden muss. Es ist gut, etwas für den Klimaschutz zu tun, aber den bequemen Lebensstil möchte man trotzdem weiterführen. – Genau da setzt das Projekt an.

Die Papierwende ist einfach: Mit einem Mausklick kann man das Papier beidseitig bedrucken lassen; einseitige Fehldrucke können auf einer separaten Ablage gesammelt, statt weggeworfen zu werden; alte Skripte können in der Bibliothek getauscht und müssen nicht neu ausgedruckt werden. Wenn jetzt der Drucker zusätzlich nur noch mit Recyclingpapier arbeitet, kann man einiges an Holz einsparen, ohne sich großartig umzustellen.
Es geht mir hierbei nicht darum möglichst viele Aktionen an der Uni durchzuführen und großartige Veränderungen einzuführen, sondern es geht mir darum, dass die Studenten Papier wertschätzen.

Danielle: Ich kann mich da Thuy Anh nur anschließen.
Wir in Deutschland, müssen weg von einer Wegwerfgesellschaft und hin zu einer Recycle und Langnutzungsgesellschaft kommen.
Das kann nicht innerhalb von fünf Jahren passieren, aber es kann auch nicht sein, dass jeder die begrenzten Ressourcen so verbraucht, wie er es gerade für angemessen findet, ohne darüber nachzudenken was das für Auswirkungen auf die Umwelt und unser Leben hat.
Wir haben schließlich nur eine Erde und deren Ressourcen sind begrenzt!
Deshalb möchten wir bei unseren Mitstudentinnen und Mitstudenten etwas bewegen.
Wir möchten aufmerksam machen, sensibilisieren und zum nachdenken anregen, dass es auch mit weniger Papier gehen kann.

Das ist aber mal ein Statement was ihr setzt!
Thuy Anh, Du gehst erst seit letzter Woche zur Uni und hast mit einem Medizinstudium angefangen.
Danielle, Du studierst schon ein Jahr länger als Thuy Anh, nämlich Chemie.
Beide sehr zeit- und lernintensive Studiengänge. Das da noch Zeit für ein Projekt bleibt, Hut ab!
Jetzt interessiert mich natürlich, ob ihr schon angefangen, erste kleine Aufgaben erledigt und vielleicht sogar schon einen großen Meilenstein erreicht habt?

Thuy Anh: Ja, wir haben beide schon mit unserem Projekt angefangen. Wie Du schon richtig sagst, bin ich erst seit einer Woche an meiner Universität und konnte noch nicht ganz so viel Aktives wie Danielle machen. Ich hab jetzt erstmal damit angefangen, Fakten zum Papierkonsum in Deutschland zu recherchieren um mir so einen bessere Überblick zu verschaffen und leichter in das Thema reinzukommen.
Außerdem werde ich mich in den kommenden Wochen näher mit Recyclingpapier auseinandersetzten.
Jetzt gilt es also erstmal zu schauen, was alles an Papier konsumiert wird und wo man einsparen kann – und natürlich die Studentinnen und Studenten kennenzulernen.

Danielle: Ich habe schon Kontakte zu unserem wichtigsten Stakeholder geknüpft, der Fachschaft.
Die Fachschaft ist eine Institution der studentischen Selbstverwaltung und Interessensvertretung aller Studierenden an Universitäten und anderen Hochschulen. Für uns spielt sie somit eine sehr wichtige Rolle bei der Reduzierung von Papierkonsum. Neben dem Eintritt in die Fachschaft und der Intensivierung der Kontakte ist meine Aufgabe zurzeit, herauszufinden wie man bei den Druckern an unserer Uni zu jetziger Zeit schon Papier sparen kann.
Unser Ziel ist es neben den allgemeinen Recherchen, Fachschafts-treffen und Erstsemesterreferaten, einen Leitfaden für Studenten*innen zu erstellen, mit Tipps zum Papiersparen und Recyceln.


Habt ihr Freunde, Bekannte, Familie oder Mitbewohner, denen ihr von eurem Projekt erzählt habt und die euch unterstützen möchten in der Zeit?

Thuy Anh: Ich habe noch nicht sehr vielen von unserem Projekt erzählt. Ich möchte mich erstmal in der Uni einleben und die Studentinnen und Studenten kennenlernen.
Meine Freunde jedoch, haben gut auf mein Projekt reagiert. Sie finden die Idee toll, etwas an der Uni zu verändern gerade in Bezug auf Recyclingpapier.

Danielle: Auch ich habe noch kaum über mein Projekt gesprochen. Ein paar Freunden aus meinem Studiengang habe ich mal gesagt, dass ich ein Projekt zu Papiersparen machen wollte, weil so viel gedruckt wird, aber die waren eher skeptisch, v.a. was das digitale Mitschreiben (statt auf den ausgedruckten Folien /Skript) angeht.
Mein Freund fand unsere Projektideen toll, v.a. das Skripten-Sharing. Er meinte außerdem, dass er immer problemlos digital mitschreibt und sich das bestimmt auch vom Stromverbrauch her lohne.

Ich finde eure Projektidee auch toll und kann mir gut vorstellen, dass ihr sehr viel bewegen werdet im Bereich des Papierverbrauches an eurer Universität!
Ein bisschen lässt mich aber der Gedanke nicht los, dass es so aufwendig ist.
Ich stelle jetzt mal eine gemeine Frage: 
Gibt es schon erste Schwierigkeiten?

Danielle: Eigentlich läuft alles was ich bis jetzt gemacht habe gut. Was ich jetzt im Laufe der Zeit festgestellt habe ist, dass dieses Semester zwischen Laborpraktikum mit Versuchsvor- & Nachbereitung, Vorlesungen, Tutorien Hausaufgaben und Lernen bei mir kaum bis gar keine Zeit übrig bleibt, um an dem Projekt zu arbei-ten.
Es wird zeitlich also alles ziemlich eng bei mir. Ich bin dabei zuschauen, wie ich zeitlich liege und was eventuell ein bisschen gekürzt werden kann ohne einen allzu großen Aufschub zu produzieren. Angesichts dessen, bin ich nämlich jetzt schon zeitlich hinter dem Projektplan.

Läuft es bei dir auch so ähnlich wie bei Danielle, Thuy Anh?

Thuy Anh: Ich habe bei der Projektplanung nicht bedacht, dass der Studienanfang so stressig sein kann. Die Projektmeilensteine müssen bei mir, ähnlich wie bei Danielle, weiter nach hinten verschoben werden. Ich muss mich erstmal in der Uni zurechtfinden und für das Projekt noch Kontakt in der Fachschaft knüpfen.

 

Wenn ihr den Zeitplan schon verschoben habt, wann wollt ihr jetzt fertig sein mit eurem Projekt?

Danielle: Fertig sein wollen wir erst am Ende des nächsten Wintersemesters. Das hatten wir zwar von Anfang an vor, von der Zeiteinteilung her haben wir allerdings tatsächlich den kompletten Projektplan nochmal umgeschmissen: Während wir zuerst vorhatten, unsere ganzen Papierspar-Aktionen schon in diesem Semester umzusetzen und im Wintersemester dann nur noch zu evaluieren, in wie weit sie etwas gebracht haben, ist der jetzige Plan, dass wir uns erst mal in Ruhe in die Gegebenheiten an der Uni einfinden, Kontakte knüpfen und alles vorbereiten und die tatsächliche Umsetzung der Aktionen dann erst im Wintersemester erfolgt.

Jetzt sind wir schon bei der letzten Frage unseres Interviews angekommen und ich möchte mit euch in die Zukunft schauen.
Danielle, Du hast erzählt, dass Du gerne einen Leitfaden zum Thema Papiersparen für die Studierenden an deiner Universität herausbringen möchtest.
Thuy Anh, Du siehst eher das aktive Projekt jetzt, als später noch mal etwas dazu zu veröffentlichen.
Was wünscht ihr euch dir in diesem Moment, noch ganz persönlich, für euer Projekt im Rahmen des 2°Changemakers?

Danielle: Als Allererstes wünsche ich mir natürlich, dass unser Projekt gut ankommt, d.h. dass die anderen Studentinnen und Studenten bei unseren Aktionen mitmachen.
Zusätzlich wünsche ich mir, dass das bspw. das Skripten-Sharing und der Sparsam-Drucken-Leitfaden weiterverwendet und in den Studienalltag an unserer Fakultät übernommen wird.
Ich kann mir durchaus vorstellen, danach noch ähnliche weitere Projekte zu machen. Zum Beispiel zu versuchen, Mülltrennung an der Fakultät einzuführen. Ich überlege sogar in der Fachschaft ein Umwelt-Referat zu gründen.
Sollte das Projekt allerdings nicht gut klappen, z.B., weil es von den Studenten nicht angenommen wird, sich viele Stakeholder querstellen oder es vom zeitlichen Aufwand her kaum bis nur schwer machbar ist bzw. war, würde ich es mir sehr gut überlegen, ob ich in diesem Rahmen, sprich als Studentin an der Chemiefakultät, noch weitere Projekte machen wollen würde.

Thuy Anh: Ich möchte, dass die Studenten das Papier wertschätzen und bewusst konsumieren. Veränderungen, die wir einführen, sollen idealerweise auch bestehen bleiben. Denn dafür stehen wir! :)


Liebe Danielle und Thuy Anh, ich bedanke mich für das tolle und aufschlussreiche Gespräch.
Ich wünsche euch für euren weiteren Projektweg viel Erfolg und ich freue mich mal wieder, etwas von euch bei den 2°Changemakern zu hören! :)

 

Hast auch DU Lust auf Veränderung?

Für dich ist Klimawandel kein Modewort sondern Ernst? Du beschäftigst dich in deiner Freizeit aktiv mit dem Schutz unser Erde? Du hast in deinem Umfeld schon klein Dinge für den Klimaschutz getan, aber an große Projekte traust Du dich noch nicht heran?
- Dann ist das 2°Changemakerprojekt genau das richtige für dich!

Bei den 2°Changemakern lernst Du als Veränderungsagent, das Handwerkszeug für die Entwicklung eines eigenen, umsetztbaren Klimaschutzprojektes kennen, bekommst große Unterstützung von Experten*innen und anderen Gleichgesinnten bei deinem Vorhaben und trägst deine Ideen selbstständig in dein gesellschaftliches Umfeld, egal ob dies an deiner Schule, an deiner Universität, in deinem Familien- und Freundeskreis oder in deiner Freizeitumgebung ist, DU entscheidest!

Hast du vielleicht jetzt schon eine Projektidee im Kopf? Bist zwischen 17 und 25 Jahren alt? In dem Zeitraum vom 15. bis 19. September 2016 noch nichts vor? Dann bewirb dich ab dem 01.06.2016 bei den 2°Changemakern!

Mehr Informationen und alles was Du vorab wissen soltest, findest du HIER oder HIER.

Wir freuen uns auf Deine Bewerbung!

 

 

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
30.05.2016
Buchenblatt hat geschrieben:
Danke für das Interview! Euer Projekt ist wirklich spannend- ich bin schon gespannt auf die Ergebnisse. Bestimmt lassen sich dir auch auf die Schule übertragen
28.05.2016
GreenLulu hat geschrieben:
Danke für das interessante Interview! Sparsam mit Ressourcen umzugehen, ist wirklich ein wichtiges Thema.
28.05.2016
Greenlife hat geschrieben:
Ich kann mich nur anschließen, das Interview ist echt toll, ich bin total begeistert von der Aktion. Mir ist auch schon aufgefallen, dass bei mir in der Schule ziemlich verschwenderisch mit Papier umgegangen wir und kaum jemand Recycling- Papier benutzt.
27.05.2016
Noah02 hat geschrieben:
Toller Bericht bzw. tolles Interview!
Bin aber leider nicht in dem vorgegebenen Altersrahmen. Ich werde in Zukunft Papier nicht sinnlos beschreiben und meinen Freunden und meiner Familie zu dem Thema Papierrecycling auf jeden Fall sagen, dass sie darauf achten sollen wie sie mit Papier umgehen. Ich finde das Projekt echt super :D .
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