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Die fabelhafte Welt des Torfmoos


von Buchenblatt
18.08.2016
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Heute möchte ich mit euch in eine zauberhafte Welt eintauchen. Eine Welt voller kleiner evolutionärer Wunder. Es geht um die fabelhafte Welt der Torfmoose, des Sonnentaus, der Eidechsen und vieler weiterer Tier- und Pflanzenarten. Sie alle sind in der Lage, in der – scheinbar lebensfeindlichen - nährstoffarmen, sauren und dauerhaft nassen Moorlandschaft, zu überleben. Nicht nur das: Viele von ihnen brauchen diese Bedingungen sogar und haben sich an das Leben im Moor mit ausgeklügelten Strategien angepasst. Einige davon möchte ich euch hier vorstellen:

Torfmoos und Sonnentau:

Die bekannteste und wichtigste Art für die Moore ist das Torfmoos. Es bildet dichte Polster, die das 20- bis 40-fache ihres Gewichtes an Wasser aufnehmen können und somit als großer Wasserspeicher dienen. Diese Eigenschaft behält es sogar nach seinem Absterben bei. Gleichzeitig hat es einen ganz besonderen Aufbau: Es bildet keine Wurzeln, sondern wächst an der Spitze immer weiter, während es im unteren Teil bereits unter Lichtabschluss abstirbt. Dieses abgestorbene Material ist die Grundlage der Torfbildung und trägt damit zu einem großen Teil zur Kohlenstoffbindung bei. Doch das Torfmoos hat noch weitere Strategien: Um sich gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können, reichert es die Umgebung mit Wasserstoffionen an. Sie wird sauer und hemmt damit andere Organismen am Wachstum. Andere Pflanzen ersticken zudem, wenn das Torfmoos sie einfach überwächst. Gleichzeitig kommt das Torfmoos besser mit dem Nährstoffmangel zurecht als andere Pflanzen, da es den gesamten Nährstoffbedarf über das Regenwasser decken kann.

Das Torfmoos scheint also sehr egoistisch. Trotzdem verleiht es dem Moor seine ganz besonderen Eigenschaften.

Zudem hat das Torfmoos auch „Freunde": Der Sonnentau lässt sich beispielsweise von ihm nicht unterkriegen. Die Tröpfchen, die nach Tau aussehen, sind in Wirklichkeit das Verdauungssekret der Pflanze. Landet eine Fliege, so klebt sie fest und wird in ihre Aminobausteine zersetzt. Diese helfen dem Sonnentau, mit dem starken Wachstum des Torfmooses mitzuhalten.

Heidekraut:

Das Heidekraut hingegen, welches eher in den trockeneren Moorgebieten vorkommt, hat eine grundsätzlich andere Strategie: Es ist kleinwüchsig und wächst sehr langsam, um bei dem Nährstoffmangel überleben zu können. Zudem geht es eine Mykorrhiza-Symbiose mit Pilzen ein. Diese versorgen das Heidekraut mit den seltenen Phosphor- und Stickstoffverbindungen und werden im Gegenzug mit Kohlenhydraten belohnt.

Wollgras, Eidechsen und Libellen:
Wenn ihr schon einmal im Moor wart, sind euch vielleicht so kleine weiße Büschel aufgefallen. Sie gehören zum Wollgras. Um nicht erstickt zu werden, wachsen die Ausläufer nicht nebeneinander, sondern übereinander. So können die unteren Teile absterben, ohne dass die ganze Pflanze Schaden nimmt.

Doch auch die Strategien der Tiere können mit denen der Pflanzen mithalten:

In Mooren begegnet man auf den Stegen oft Eidechsen, die sich sonnen. Da sie wechselwarme Tiere sind, müssen sie so immer wieder Energie „tanken“. Den Rest der Zeit gehen sie wie kleine Dinosaurier oft auf Jagd nach Schnecken, Insekten und Larven. Wenn sie angegriffen werden, haben sie eine ganz besondere Strategie entwickelt: sie werfen ihren Schwanz ab und können so flüchten. Der Schwanz wächst dann ganz langsam wieder nach.


Während Eidechsen an Dinosaurier erinnern, sind Libellen sogar noch älter als diese: Es gibt sie schon seit 250 Millionen Jahren. Einige Arten leben heute an den offenen Wasserflächen der Moore. Ähnlich wie Eidechsen haben sie ausgeklügelte Jagdtechniken. So können sie ihre zwei Flügelpaare unabhängig voneinander bewegen und erreichen bis zu 40km/h. Manchmal kann man im Moor nahe der Wasserflächen auch frisch geschlüpfte Libellen beobachten, die nun ihre Flügel trocknen lassen, bevor sie das erste Mal fliegen.

 

Weitere Infos und meine Quellen:
Isabella hat schon einmal beeindruckende Fakten über Libellen zusammengetragen. Den Artikel findet ihr hier.

Schön aufbereitete Infos zu Eidechsen findet ihr bei den Young Pandas hier.

http://www.nabu-minden-luebbecke.de/cms/front_content.php?idcat=58

http://www.spektrum.de/lexikon/biologie/torfmoose/67002

Titelbild: Arnold Morascher/WWF, eigene Zeichnung

weitere Bilder: eigene Zeichnungen und Fotos

Wenn euch die Zeichnungen in dem Artikel gefallen, gebt mir doch eine Tatze hoch oder lasst einen Kommentar da. Für Anmerkungen bin ich wie immer auch dankbar!

Vielleicht habt ihr im Moor auch schon einmal ganz besondere Tier- und Pflanzenarten beobachtet...

 

Den ersten Artikel zu meinem Changemakerprojekt findet ihr hier: Wie wir unsere Emissionen um 5% senken könnten - Moorschutz

Im nächsten Artikel, der wieder in etwa einer Woche erscheint, geht es um die Gefährdung der Moore und darum welche Auswirkungen das hat.

In einem weiteren Artikel werde ich euch dann natürlich noch zeigen, wie wir die Moore und damit unser Klima und die Artenvielfalt schützen können.

Wenn ihr sehen wollt, welche anderen Changemakerprojekte es gibt oder selbst ein Klimaschutzprojekt durchführen wollt, dann schaut doch einmal hier vorbei.

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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
23.08.2016
Cookie hat geschrieben:
Danke für diesen wie immer wunderschön anschaulich geschriebenen Bericht, mit dem man einen ganz anderen Blick aufs Moor bekommt! Deine selbstgezeichneten Bilder sind zauberhaft, bitte mehr davon! ^_^
18.08.2016
Rastello hat geschrieben:
*Toller Bericht
18.08.2016
Rastello hat geschrieben:
Tolles Bericht, Danke !
Übringens finde ich die Zeichnungen super :)
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