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Der 2° Changemaker Niko forscht beim GEOMAR


von laura-therese
10.10.2016
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Niko ist 2° Changemaker, studiert Mathematik mit Nebenfach Physik an der Christian-Albrechts-Universität in Kiel und ist 21 Jahre alt. Wir durften ihn interviewen. 


Hallo Niko! Schön wieder von dir zu hören. Du bist Changemaker und machst im Moment am GEOMAR in Kiel ein Forschungspraktikum.

Ja, im ersten Teil im Frühjahr habe ich mich mit El Nino beschäftigt. Dazu gibt es auch einen Artikel in der Community: http://www.wwf-jugend.de/community/artikel/el-nio-ein-weihnachtsgeschenk-die-natuerlichen-schwankungen-in-der-el-nio-statis;8814


Wie bist du auf den WWF und die 2°Changemaker gestoßen?

Ich habe am 2°Campus 2013 teilgenommen und war beim Alumnitreffen 2015 dabei. Dort wurde die Idee der 2°Changemaker vorgestellt. Ich fand das sofort interessant und habe mich beworben.

Viele deiner 2°Changemaker-Kollegen machen praktischere Projekte an Schulen und Unis, z.B. zur Reduzierung von Müll oder zum Energiesparen. Du hast dich für dein 2°Changemaker-Projekt gleich an so ein komplexes Forschungsfeld getraut.

Wie ist dir die Idee gekommen für dein Forschungsprojekt? Warum ist die Forschung in diesem Bereich so wichtig?

Es ist wichtig, das natürliche Klima möglichst gut zu verstehen, um auch den Klimawandel gut beschreiben zu können.
Viele Prozesse unseres globalen Klimas dauern über Jahrzehnte an und können mit Klimawandel verwechselt werden. Die vom Menschen gemachten Schwankungen im Klima kann man nur verstehen, wenn man die natürlichen Schwankungen kennt.

Diese natürlichen Klimaschwankungen schaue ich mir am GEOMAR genauer an, wie man z.B. in diesem Bild sehen kann.

Bild: Schwankungen in der Oberflächentemperatur des Atlantik und ihre Erklärbarkeit Hier wurde eine SSA mit SST (sea surface temperature) Daten gemacht. Die Daten sind von: http://www.esrl.noaa.gov/psd/data/gridded/data.noaa.oisst.v2.html

Mir ist die Idee eines Praktikums gekommen, da sich dieses gut mit dem Pflichtpraktikum während des Studiums kombinieren lässt. Das konkrete Thema für das Praktikum hat Herr Prof. Latif vorgeschlagen, der als Klima-Experte immer weiß, welche Fragen gerade aktuell sind in der Forschung.


Stimmt! Der WWF arbeitet deshalb für Fragen zum Klimawandel eng mit Prof. Latif zusammen, da er einer der führenden Forscher zum Thema 2°-Limit ist. Worum geht es in deinem Praktikum am GEOMAR in Kiel nun im zweiten Teil? 

Im zweiten Teil habe ich nach mehr Mathebezug gefragt und darf jetzt die Schwankungen der Oberflächentemperatur des Atlantiks genauer untersuchen. Dort gibt es ähnliche Phänomene wie den El Nino im Pazifik. Ich kann nun statistische Auswertungen von einigen Programmen machen lassen, denn die nötigen Daten gibt es schon durch ein Netz aus Messstationen.

Das Ziel ist es mit wenigen periodischen Funktionen einen großen Teil der natürlichen Variabilität von Klimasystemen zu beschreiben. Dazu gibt es einige statistische Verfahren, die für mathematische Verhältnisse relativ neu sind (zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts). Im Studium lerne ich aktuell eher ältere Gebiete kennen, deshalb musste ich mir viel selbst beibringen.


Was war die größte Schwierigkeit zu Beginn des Praktikums?

Das ganze Programmieren war schwer, da braucht man viel Zeit zu Beginn. Zusätzlich ist die Forschungsliteratur immer auf englisch. Das Fachvokabular lernt man nicht in der Schule und ich habe mich mit Unterstützung der Forscher am GEOMAR erstmal lange einlesen müssen in die aktuelle wissenschaftliche Literatur.


Welches Ergebnis hast du bisher erreicht?

Mit der statistischen Methode untersuche ich aktuell, wo große Variabilität bei der Temperatur im äquatorialen Atlantik auftritt und wie sie sich zeitlich entwickelt. Es ist schön diesen Forschungsbereich kennen gelernt zu haben.


Für welche Forschungsfragen könnte man deine Ergebnisse weiter nutzen?

Vielleicht hilft die statistische Auswertung bei weiteren statistischen Auswertungen des äquatorialen Atlantiks, aber das kann ich nicht sagen. 
Im Gegensatz zum Phänomen El Nino im Pazifik ist der Atlantik weniger untersucht.
Ich denke, dass deine Forschungsansätze von den GEOMAR-Forschern weiter genutzt werden können, um die Folgen des Klimawandels in diesem Wettersystem am Äquator zu verstehen.

Wenn man das Klima dort komplett mit mathematischen Funktionen nachbilden könnte, könnte man z.B. Dürren oder Fluten besser voraussagen. In einer wirtschaftlich schwachen Region wie Zentralafrika ist es sehr wichtig für die Menschen sich auf solche extremen Ereignisse vorzubereiten.

Du studierst Mathematik. Wie hängt dein Studium mit deinem Interesse für den Klimaschutz zusammen?

Mein Studium ist erst mal mein Interesse und hängt weniger mit Klimaschutz zusammen. Allerdings werden im Klimaschutz sehr oft Methoden der angewandten Mathematik genutzt!
Für Klimamodelle wird zum Beispiel Numerik genutzt, um Algorithmen mit geringer Laufzeit und hoher Stabilität, also Verlässlichkeit, zu erhalten.
Das ist gar nicht so leicht! Klimamodelle basieren auf Daten, die überall auf der Welt gesammelt wurden. Da kann es zu kleinen Fehlern vor Ort kommen.

Wer Mathe studiert weiß: Auch bei der Weiterverarbeitung der Daten können Probleme, wie Rundungsfehler, auftreten. Zusätzlich ist Wetter „chaotisch“, das bedeutet bei Physikern, dass kleine Veränderungen in der Ausgangssituation große Veränderungen im Ergebnis bewirken können. Die Modelle müssen all diese Problemquellen beachten, dürfen aber gleichzeitig das globale Klima als Ganzes nicht aus den Augen lassen.

Trotzdem sind aber die Anforderungen der Wissenschaftler an die Verlässlichkeit der Modelle natürlich ziemlich hoch. Da kann man sich nun vorstellen, wie hoch die Anforderungen an die Mathematiker sind, die diese Modelle erstellen!

Da hast du Recht! Die Mathematik-Studenten von heute helfen bei der Klimaforschung von morgen.
Danke für das Gespräch Niko! Viel Erfolg und vor Allem viel Spaß weiterhin beim Forschen am GEOMAR in Kiel!


Wenn ihr auch 2°Changemaker werden wollt bewerb euch unter

http://www.wwf-jugend.de/durchstarten/2-grad-changemaker/

Und für alle Nachwuchswissenschaftler hat Niko das Buch „Klimawandel und Klimadynmaik“ von Prof. Mojib Latif bekommen. Dort findet ihr noch mehr zum spannenden Thema Klima.
Wiederschauen! Eure Laura

 

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