Wir sind Changemaker!


Wir


probieren's aus!


2°Changemaker - Yes we do!


von freyjastern
10.10.2016
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Am 15.9.
war es endlich soweit! Im WWF Hauptgebäude in Berlin wurden die
Ergebnisse der ersten 2°Changemaker-Runde vorgestellte. Ein halbes
Jahr lang hatten 12  Jugendliche recherchiert, , gebastelt und vor
allem viel telefoniert und diskutiert, um ihr persönliches
Klimaschutzprojekt umzusetzen. Die  Projektpläne, die beim ersten
2°Changemaker Seminar im Februar ausgearbeitet wurden, erfuhren im
Laufe der Umsetzungszeit die eine und andere Änderung und mussten im
Nachhinein noch einmal an die vorherrschenden Begebenheiten angepasst
werden. Doch keins der Projekte büßte dadurch seine Schlagkraft und
Innovation ein.

 

In der Begrüßung von Seiten des WWF durch den geschäftsführenden Vorstand Eberhard  Brandes, durch den Stiftungsratsvorsitzenden Dr. Valentin von Massow und die
stellvertretende Siftungsratvorsitzende Dr. Maritta Koch-Weser wurde sogleich betont, wie stolz man sei, junge Menschen zu unterstützen, die in konkreten Klimaschutzprojekten viel Herzblut und Engagement in die Lösung drängender Zukunftsfragen stecken.

 

 Auch Herr Dr. Pyhel war extra von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt
(DBU) angereist, um allen Mut zuzusprechen, ihre Ideen auszuprobieren
und sich nicht entmutigen zu lassen.

 

 

Doch nun zu den eigentlichen Helden der Veranstaltung, den °2Changemakern und
ihren Projekten:

 

Aus der Idee des  Physikstudenten Leo, einen solarbetriebenen Quadrocopter zu
bauen, war inzwischen ein  beeindruckendes Gebilde entstanden, dass
an einen transparenten Lenkdrachen erinnerte. Dieser Eindruck änderte
sich jedoch, als Leo und sein Team, bestehend aus dem Physikstudenten
Patrick und den Informatikstudenten Daniel das Gerät starten ließen:
So wurden wir darüber aufgeklärt, dass es sich hierbei um das
MockUp eines Hängegleiters handelte, dessen Batterie betriebene
Reichweite bei momentan 3 m liegt. Das klingt erstmal wenig, doch wie
fast alle Projekte wird auch diese weitergeführt werden: Die
Solarzellen sind schon bestellt, die Konstruktion wurde stabilisiert
und die Motivation nochmal gesteigert. Denn das Publikum war sich
einig: Dieses Projekt hat unglaublich viel Potential! Vor uns
entstand die Vision einer umweltfreundlichen Drohne, die ihre Kreise
über der Savanne Tansanias dreht und dabei lebensrettende
Informationen über Eindringlinge an die Ranger sendet. Erst bei
Einbruch der Dunkelheit würden sie lautlos auf das Stationsdach
gleiten, um sich bei den ersten Sonnenstrahlen wieder in die Luft zu
erheben. Und so wurde den drei Entwicklern am Abend noch so mancher
Vorschlag zur Firmengründung und Übernahme gemacht.

 

Als nächstes kamen die Informatik Studentin Danielle und die
Medizinstudentin Thuy Anh mit ihrem griffigen Slogan "Papierwede
Jetzt!" nach vorne. Nach einer erschreckenden Einführung, in
der wir erfuhren, dass der Papierverbrauch  allein der medizinischen
Fakultät in Berlin bei 140000 Seiten pro Jahr liegt und dieser
Bedarf durch Frischholz, vor allem aus Skandinavien und Südamerika,
gedeckt wird.
Dies widerspricht in erschreckender Weise den Beschaffungsrichtlinien der
Stadt Berlin, die recycltes und zertifiziertes Papier vorschreiben.
Mit der Unterstützung und Expertise von Johannes Zahnen (WWF) wurde
inzwischen der Senat informiert, um den Druck zur konsequenten
Umsetzung der bestehenden Richtlinien zu erhöhen. Denn mit einem
Anteil von 15% am Deutschlandweiten Papierverbrauch ist der
Öffentliche Dienst bei weitem kein Leichtgewicht.

 

 

Die Abiturientin Sophie wiederum hat es sich zur Aufgabe gemacht,
frischen Wind an das Stiftsgymnasium Sindelfingen zu bringen und eine
Windenergieanlage an ihrer Schule zu errichten. Dieses
kostenintensive Projekt wurde und wird vom UfU unterstützt. Trotz
vieler Schwierigkeiten durch Bürokratie und Kosten steht Sophie dank
vieler Projektmitstreiter nun kurz davor, tatsächlich eine kleine
Windkraftanlage zu installieren. Auch bei diesem Projekt wurde in der
anschließenden Diskussion nicht nur deutlich, dass Sophie wichtige
Pionierarbeit leistet, sondern auch, dass z.B. In der Landwirtschaft
ein großer Bedarf an solchen dezentralen kleinen Anlagen zur
Elektrizitätsgewinnung besteht.

 

  

Auch das nächste Projekt, durchgeführt von der Studentin Isabell, musste
sich einigen Bürokratischen Hürden stellen. Da eine großformatige
Bokashi Anlage aufgrund der entstehenden Gase schwer umzusetzen ist,
hat sie eine kleine und handliche Anlage gebaut, die leicht in jede
WG integriert werden könnte. Das Vorgehen vom Bau bis zur Anwendung
des entstehenden Flüssigdüngers wird genauestens dokumentiert, um
die Nachahmung zu erleichtern. Die Idee, eine Mülltrennung mit einer
Biomülltonne im Studentenwohnheim einzuführen, musste leider
aufgegeben werden, da das Studentenwerk blockierte. Auch wenn das
Argument, es würde durch Biotonnen zu einer Rattenplage kommen, von
Isabell entkräftet wurde, ließ sich das Studentenwerk nicht von der
Biotonne überzeugen. Durch das Engagement ist jedoch eine verstärkte
Nutzung des Kompostes der Studierenden zu beobachten.

 

 

Die Vorstellung des letzten Projektes begann mit einer wunderschönen
Cellomusik. Denn Lara, die das Projekt "Cello goes green"
ins Leben gerufen hat, ist nicht nur eine äußerst aktive Chemie
Studentin, sondern auch eine passionierte Musikerin. Mit Schrecken
musste sie feststellen, dass die meisten Instrumente immer noch aus
seltenen Tropenhölzern aus Raubbau gefertigt werden. Denn obwohl es
in NRW Beschaffungsrichtlinien gibt, die eine Verwendung von
einheimischen oder zumindest zertifizierten Edelhölzern vorschreibt,
kennen entsprechende Behörden die Richtlinie nicht oder fühlen sich
nicht zuständig. Dies führt dazu, dass auch von Staatsseite immer
wieder Instrumente aus Edelhölzern angeschafft werden, deren
illegale Schlagung irreparable Schäden im Ökosystem des
Heimatlandes hinterlässt. Mit Hilfe des WWF übt Laura nun Druck auf
das Land NRW aus, damit in Zukunft Nachhaltigkeit bei dem Einkauf von
Musikinstrumenten berücksichtigt wird. Musikinstrumente sollten auch
unter die Zertifizierungspflicht fallen und der allgemein laxe Umgang
mit illegal geschlagenen Tropenhölzern sollte beendet werden.

 

 

Fazit der ersten 2°Changemakerrunde: Jedes Projekt hat viel bewegt, enorm
interessante Erkenntnisse generiert und dafür gesorgt, dass wir
unserem Ziel, nämlich innerhalb der planetarischen Leitplanken
unseres Planeten zu leben, um ihn auch für zukünftige Generationen
zu erhalten, ein kleines Stückchen näher gebracht.

 


Und es geht weiter: Die Ergebnispräsentation des 2°Changemaker Seminars
des Frühjahrs war gleichzeitig die Auftaktveranstaltung der zweiten
2°Changemaker-Runde 2016. Auch hier habe ich die Jugendlichen beim
Entstehungsprozess ihrer Projekte begleitet und freue mich auf all
das, was wir dieses Mal bewegen werden.

 

 

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
14.10.2016
laura-therese hat geschrieben:
Sehr schöner Bericht =) Freu mich schon auf ein Wiedersehen mit allen die noch weiterarbeiten an ihren Projekten!
12.10.2016
Ivonne hat geschrieben:
Das war wirklich eine sehr inspirierende Veranstaltung. Ich bin begeistert! Danke für den schönen Bericht. :-)
12.10.2016
Puma hat geschrieben:
Wow, ich bin richtig beeindruckt von so vielen tollen Projekten. Und vor allem freut mich, dass es so gut läuft und alle Hürden überwunden wurden. Weiter so!
11.10.2016
Sunlight hat geschrieben:
Sehr beeindruckend!! Vielen Dank für den schönen Einblick, es ist so klasse zu sehen, was aus den vielen spannenden Ideen aus letztem Frühjahr geworden ist! :) Danke für Euer aller Engagement!
Ich freue mich schon auf unsere Präsentation im nächsten Frühjahr ;))
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