Auf allen Kanälen:


Neues aus unserer


Forschung!


© Dagmar Heene / WWF
Wer klein wohnt ist Klimaschützer/in?


von KadiKadi
29.04.2015
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Im Sektor der privaten Haushalte müssen vom Jahr 2005 bis 2050 rund 98% der direkten CO2-Emissionen eingespart werden (von 212Mio. t auf 3Mio. t), damit das 2°-Limit realistisch bleibt. Der Raumwärmebedarf hat dabei das größte relative und absolute Potenzial, doch wie ist das zu schaffen?

Eins ist sicher: Es genügt sicher nicht alles so effizient wie möglich zu gestalten, denn dann kann es immer zum Rebound-Effekt (dazu später mehr im Artikel von Kirsten) kommen, sondern man muss vor allem auch suffizient handeln. Wie das geht und was da überhaupt geht, das möchten wir, das Forscherteam im Sektor Wohnen des 2°Campus, bestehend aus Marie, Luisa, Kirsten, Max, Pia und Kadi, zusammen mit Teamerin Ivonne, unserem Juniormentor Julius und unseren wissenschaftlichen Mentoren Andre Rethmeier und Prof. Dr. Karsten Voss, erforschen.

Schon bei der Findung unserer Forschungsfrage während des 1. 2°-Campus-Blocks sprudelten wir nur so vor lauter Ideen. Das grobe Thema „Wohnen auf kleinem Raum“ sollte uns zum Denken anstoßen. Nach einem kurzen Vortrag von Andre kam nicht nur die große Frage, wie Wohnraum und Heizbedarf voneinander abhängen auf, sondern erste Entwürfe der perfekten kleinen Wohnung, die einem Wohnwagen ähneln soll, kamen bereits zum Ausdruck. Aber auch Fragen, wie das z.B. für Familien mit Kindern überhaupt zu vereinbaren ist wurden sich gestellt. 

Nach einigen Überlegungen und angeregten Diskussionen auf welche Weise wir in diesem Bereich forschen möchten, kam für uns nur noch eine Forschungsfrage in frage:
Um wie viel Prozent können wir unseren Wohnraum minimieren und welchen Beitrag leistet dies zum 2°-Limit?

Zur Beantwortung unserer Frage haben wir 4 intensive Forschungstage in der Universität in Wuppertal während des 2. Blocks des 2°Campuses. Hier möchten wir unseren CO2 Ausstoß aufgrund unserer aktuellen Wohnsituation („Wohnfußabdruck“) berechnen und anschließend mit Hilfe eines Modells Strategien zur Einsparung von Wohnraum erstellen. Eine Wärmebedarfsberechnung der alten, unserer eigenen, und der neuen, von uns entworfenen Situation, soll Aufschluss darüber geben, wie viel wir durch solche Sparmaßnahmen tatsächlich sparen können und sagen, inwiefern unsere Überlegungen und Berechnungen zum 2°-Limit beitragen. 

Die Frage lässt sich offensichtlich nicht allein mit physikalischen und mathematischen Kenntnissen beantworten, sondern erfordert auch soziologisches und architektonisches Wissen und Interesse. Es ist also für jede/n aus unserer Gruppe etwas dabei für das er/sie sich besonders interessiert. So sind z.B. Luisa und Marie sehr physikbegeistert und freuen sich auf viele Berechnungen, wohingegen ich vor allem wissen möchte, wie es architektonisch und auch sozial machbar ist auf kleinem Raum zu leben.

Wir freuen uns schon sehr auf den Sommer wo es so richtig losgeht mit der Forschung und sind gespannt, wie der Forschungsalltag so aussieht und was unsere Ergebnisse aussagen werden. Bevor es jedoch so weit ist, ist es wichtig, dass wir einige Vorbereitungen treffen. Wir müssen uns in das Thema einlesen und viel zum Thema Energie, Wärmebedarf, Suffizienz aber auch über Methoden der Architektur lernen. Darüber hinaus haben wir vor von unserem eigenen Wohnraum eine komplette Bestandsaufnahme zu machen. Hierfür müssen wir alles ausmessen, Informationen über Alter und Sanierungsstand des Hauses herausbekommen und Daten zum Heizungs- und Energiebedarf recherchieren. Zusätzlich beobachten wir die Aufenthaltsdauer und Häufigkeit der Nutzung einzelner Räume oder Bereiche der Wohnung oder des Hauses, was für spätere Aussagen darüber, was eigentlich einzusparen wäre, wichtig ist.


Bilder:Titelbild: Die Arbeit ruft © flickr via cc_Tekke
restliche Bilder: WWF/Arnold Morascher

 

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Kommentare (6)
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04.05.2015
Ivonne hat geschrieben:
@Taki: Gegen das Leben in großen Räume ist perse nichts zu sagen, aber bei der Forschung des diesjährigen Gebäudeteams geht es um ganz grundsätzliche, wichtige Fragen, nämlich:wie viel von den großen Räumen, die uns zur Verfügung stehen, nutzen wir eigentlich täglich, d.h. wie oft stehen sie auch leer? Und: warum muss man große Räume immer allein nutzen? Kann man sie nicht auch mit anderen teilen? Es gibt natürlich, wie du sagst, bereits sehr schlaue Grids, die den Energieverbrauch von Häusern regeln. Aber was nutzt die steigende Effizienz in Gebäuden, wenn die genutzte Wohnfläche in Deutschland pro Person statistisch immer größer wird? So müssen wir uns auch mit den sogenannten Suffizienz-Fragen auseinandersetzen, d.h. wie kann ich meine Fläche so reduzieren, dass ich mich trotzdem wohl fühle aber dennoch CO2 einspare? Wohnfläche ist ein sehr emotionales Thema und hängt stark von individuellen Bedürfnissen ab. Genauso verhält es sich im Bereich Ernährung und auch im Bereich Mobilität. Meine Meinung ist jedoch, dass man ruhig etwas öfter sein eigenes Wohl hinter das der Gemeinschaft stellen kann. Ist ein schönes Gefühl, was dabei entsteht! :-)
04.05.2015
Taki hat geschrieben:
Ich möchte eine Große Geräumige Wohnlandschaft mit vielen Großen Räumen nicht missen. Ein schönes Atrium. Eine Große Bibliothek genutzt als Lesezimmer. Eine Große Küche mit Esse. Ein Skriptum für die Arbeit am Computer. Ein wunderschönes Arboretum. Oben meine Privatgemächer. Alles verbunden über USB. Somit kann ich immer schon vorher bevor ich einen Raum betrete mir meine Wohlfühltemperatur einstellen. Sonst halte ich die Räume auf 15 Grad. Mein Handy ist die Optimale Schalte. Licht Wärme Frischluft Strom alles wird über das Handy gesteuert. Auch übernimmt ein Computer und ein Backup Server die angenehme Behaglichkeit zu Steuern. Spart eine menge Strom und Wärme. Man vergisst ja nie die Heizung runter zu regeln wenn man das Zimmer verläßt.Vergißt auch nicht beim kurzen verlassen des Raumes Licht aus zu machen.
01.05.2015
Cookie hat geschrieben:
Klingt super interessant, ich wünsch euch ganz viel Spaß beim Forschen und bin gespannt auf eure Ergebnisse! :)
30.04.2015
Kathi.Sunflower hat geschrieben:
Ich bin total gespannt auf eure Ergebnisse!
Ein richtig cooles Projekt :-)
29.04.2015
Lena13 hat geschrieben:
Ich mich auch Sophie :)) Cooler Artikel Kadi ;)
29.04.2015
SophiesWelt0815 hat geschrieben:
Hört sich richtig spannend und cool an, wie ihr euch in das Thema eingefunden und wie ihr es geschafft habt, allen Interessen gerecht zu werden. Viel Spaß und Erfolg bei eurer vielseitigen Forschung und ich freue mich schon voll auf das Wiedersehen in Berlin :)
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