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© Dagmar Heene / WWF
Wer Beschützt unsere Gefährdete Umwelt?


von Alina22
02.11.2014
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Wenn man sich das Arbeitsfeld Politik anschaut, merkt man ziemlich schnell, dass sich Politiker selbst nicht gut genug in allen Bereichen auskennen können, um seriöse Entscheidungen fällen zu können. Sie brauchen also Beratung von Fachleuten...
Dafür gibt es den WBGU.

Der WBGU („Wissenschaftliche Beratung der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen“) wurde 1992 im Anschluss an den Weltklimagipfel in Rio de Janeiro gegründet. Diese Gruppe aus Wissenschaftlern und Spezialisten macht seitdem Forschungen, Beobachtungen und Analysen zu Umweltproblemen und entwickelt Konzepte für die Politiker, wie man diese umgehen oder lösen kann.

Im dritten Block des 2° Campus konnten die Teilnehmer und Alumni durch einen Vortrag vom Dr. Astrid Schulz mehr über die Arbeit des WBGU erfahren.

Der WBGU besteht aus neun Mitgliedern und wird durch Wissenschaftler und Referenten unterstützt. Die Berufsgruppen sind sehr gemischt. Es finden sich dort sowohl Naturwissenschaftler wie Physiker und Biologen als auch Politikwissenschaftler und Juristen.

Die Hauptaufgabe ist es, umweltfreundliche Konzepte für die Politik zu entwickeln und Richtlinien aufzustellen. Darüber hinaus werden wissenschaftliche Gutachten erstellt, die Politikern als Unterstützung für Entscheidungen dienen.
Die Gutachten sind sehr vielfältig. Die Themen gehen von C02- Reduktion über Armutsbekämpfung bis hin zu ethischen Problemen. Das alles hat jedoch einen gemeinsamen Nenner: Klimaschutz. Damit CO2 Emissionen eingespart werden können, muss sich global viel in der Gesellschaft ändern. Extremwetterereignisse, die vielen Menschen alles nehmen was sie besitzen, sind eine Folge des Klimawandels, darum gehören Armutsbekämpfung und Klimawandel eng zusammen. Veränderungen sind immer schwer durchzusetzen. Es ist also besonders wichtig, dass die Menschen die Notwendigkeit des Klimaschutzes verstehen und offener für Alternativen werden. Die Gutachten sind öffentlich zugänglich auf www.wbgu.de, sodass sich jeder, der interessiert ist, über aktuelle Erkenntnisse informieren kann.

Das WBGU berät nicht nur in der Politik. Damit die Notwendigkeit des Klimaschutzes auch der breiten Öffentlichkeit (, die oft wenig Interesse hat Gutachten mit über hundert Seiten zu lesen,) bewusst wird, gibt es neben dem Hauptgutachten "Welt im Wandel - Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation" ein Comic, der das Gutachten leicht verständlich und durch Bilder erläutert. Thematisiert wird darin die Umwandlung in eine klimafreundliche und nachhaltige Gesellschaft. Dabei geht es vor allem darum zu zeigen, dass jeder einzelne etwas zur Transformation beitragen kann. Im Comic werden Probleme dargestellt, aber auch Lösungsvorschläge. So soll ein Bewusstsein der Gesellschaft für die Notwendigkeit einer nachhaltigeren Lebensweise geschaffen werden.
Momentan wird an einem Hauptgutachten über "globale Urbanisierung und Nachhaltigkeit" gearbeitet, das voraussichtlich 2015 fertiggestellt wird.
Die Themen für die Gutachten sucht sich das WBGU selber aus, die Bundesministerien können jedoch Gutachten zu bestimmten Themen in Auftrag geben.


Ihr alle habt euch höchstwahrscheinlich auch schon einmal mit einem der Entschlüsse des WBGU beschäftigt oder zumindest davon gehört, ohne zu wissen, wer dahinter steckt. Im Jahr 1995 bestätigte der WBGU die schon entwickelte Theorie des 2°C-Limits und reichte diese daraufhin als Empfehlung und notwendiges Ziel bei den Politikern ein.


Nach Erkenntnis des WBGU ist es unbedingt notwendig, dass die Welt nachhaltiger wird.
Die Frage ist nun: Warum wird sich nicht an die Empfehlungen des WBGU gehalten? Warum werden auch in Deutschland neue Kohlekraftwerke gebaut? Warum ist es nicht möglich erneuerbare Energien stärker zu fördern? Die Gutachten werden von Wissenschaftlern erstellt, die großes Wissen zu diesen Themen haben und die Richtlinien aufstellen, die auf moderner Forschung basieren. Nach den Experten vom WBGU wäre die Umstellung auf erneuerbare Energien technisch und finanziell gut möglich.
Gerade in reichen Ländern wie Deutschland sollte es machbar sein, die Umstellung der Gesellschaft zur Nachhaltigkeit durchzusetzen.

Politikern wird vorgeworfen, den Klimaschutz viel zu stark anderen Interessen, vor allem wirtschaftlichen, unterzuordnen. Die Klimagipfel bleiben ohne nennenswerte Ergebnisse. Doch Klimaschutz ist nicht allein die Aufgabe der Politik. Wir alle sind vom Klimawandel betroffen, also sollten auch wir alle signalisieren: Wir wollen eine nachhaltigere Gesellschaft! Vielen Menschen sind die Auswirkungen des Klimawandels nicht bewusst, oder sie werden ignoriert, da sie noch keinen spürbaren Einfluss auf das tägliche Leben haben. Doch damit die Arbeit des WBGU erfolgreich umgesetzt werden kann, muss der Klimaschutz in Deutschland eine größere Relevanz bekommen. Das ist jedoch nur möglich, wenn jede/r von uns für die neue, nachhaltige Gesellschaft steht.

 

 

Fotos:
Kohlekraftwerk: flickr_Wolfgang Staudt_Kraftwerk
Vortrag: WWF/Arnold Morascher
Consequences: flickr_net_efekt_Climate Change 'co2' ideas
 

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Kommentare (5)
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04.11.2014
Lisa-save-the-world hat geschrieben:
dass ist echt beschissen das die politik dem klimaschutz so wenig interesse zeigt ich finde schon lange dass sie mehr darauf aufmerksam machen sollten aber.....nein alles andere ist wichtiger!
ICH PERSÖNLICH SCHRIEB auch schon briefe an frau merkel bringt nix:/
LANGSAM GEBE ICH AUF ........
LG
LISA
#worldisindanger
03.11.2014
Ivonne hat geschrieben:
Super geschriebener Bericht Alina! Danke dir dafür!
02.11.2014
Sunlight hat geschrieben:
Danke für diesen spannenden Bericht! Obwohl ich den Vortag ja leider nicht mehr mitbekommen habe, kann ich so wenigstens ein bisschen virtuell daran teilhaben ;)
Ich kann mich Dir und den anderen nur anschließen, es ist echt traurig, dass der WBGU in der Politik nicht genügend Gehör findet, um SOFORT eine nachhaltige Gesellschaft zu gestalten... Deswegen müssen wir jetzt als Zivilgesellschaft den Anfang machen!!
02.11.2014
sophka_ hat geschrieben:
Wow echt interessant! Das sollte man mal an mehrere Leute verbreiten.
02.11.2014
LSternus hat geschrieben:
Danke für den sehr interessanten Bericht. Es ist schade dass die WBGU so wenig Gehör findet.
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