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© Dagmar Heene / WWF
Selbstverpflichtung = Verzicht?


von SophiesWelt0815
21.06.2015
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Im Rahmen des 2°Campus habe natürlich auch ich mir vorgenommen, verschiedene Bereiche meines Alltags klimafreundlicher und nachhaltiger zu gestalten und bin folgende Selbstverpflichtungen eingegangen:
 
1.      So viel wie möglich mit dem Rad statt mit dem Auto fahren
2.      Weniger bzw. Fairtrade Kleidung kaufen
3.      Nur Fairtrade Schokolade essen

Meine erste Verpflichtung konnte ich zum Glück sehr gut einhalten, da ich gemeinsam mit meinen Freunden schon immer im Sommer, also ungefähr ab April, nur mit dem Fahrrad fahre.

Im Rahmen der Nachhaltigkeitstage Baden-Württemberg 2015 (12. und 13. Juni) organisierten Finn und ich in der Umwelt-AG unserer Schule außerdem einen Fahrradwettbewerb, bei dem es darum ging, welche Klasse der gesamten Schule prozentual am meisten mit dem Fahrrad kam. Daran das manche unserer Mitschüler sich sogar mit dem Fahrrad bis kurz vor die Schultüre fahren ließen, konnten wir erkennen, dass unsere Aktion tatsächlich großes Interesse geweckt hatte. Zum Glück war dies nicht der Normalfall und die Gewinnerklasse überzeugte mit über 80% ehrlichen Radfahrern.

Links: Normaler Schutag; Rechts: 12.Juni

Leider muss ich mir nun eingestehen, dass meine zweite Selbstverpflichtung, Fairtrade-Kleidung zu kaufen, alles andere als erfolgreich war, da ich noch keinen Ansatz zu einer wirklichen, konsequenten Durchsetzumg gefunden habe.

In unserer Gegend gibt es leider so gut wie keine Secondhand Läden (deren Sortimente auch für Jugendliche interessant wären ) und viele bekannte Marken im Bereich der nachhaltigen Textilindustrie übersteigen auf Dauer schlicht mein Budget. Allerdings habe ich mir eigentlich zum ersten Mal Gedanken über meinen eigenen Konsum gemacht und daraufhin einfach nur das gekauft, was ich dringend benötigte.

Bei meiner dritten Selbstverpflichtung bin ich am Meisten auf Unverständnis, aber auch auf neue Gedanken gestoßen. Das Vorhaben nur Fairtrade Schokolade zu essen, wie es uns von Marie während des Campus vorgelebt wurde, war das erste, das ich umzusetzen begann. 
Um ehrlich zu sein, hatte ich anfangs große Bedenken, dass es schwierig und ein ziemlicher Verzicht werden würde, doch ganz im Gegenteil: Heute führt nahezu jede Supermarkt- oder Drogeriemarktkette ihre eigenen Fairtrade-Produkte.

Von wegen Verzicht- ganz im Gegenteil: Schokolade schmeckt schließlich auch viel besser mit gutem Gewissen.
Dennoch ist Ernährung eines der Gebiete, in denen Menschen sich, wie ich erfahren habe, am allerwenigsten einschränken lassen wollen.

Es ist erstaunlich, wie sehr sich ein einziger Markenname auf unseren Konsum auswirken kann, zu mal es nicht nur Alternativen zu beliebten Schokoladenaufstrichen, sondern auch identische andere Produkte gibt, deren Auszeichnung nicht ein „Lifestyle“, sondern die Gerechtigkeit und Fairness gegenüber den produzierenden Kakaobauern ist.

Hier als Beispiel:
450g Nutella 2,65 Euro
400g Bionella 3,49 Euro

Wofür sind wir bereit zu zahlen, was sind unsere Prioritäten?
Ein Markenname oder Gerechtigkeit?

 

 

 

Titelbild: Sophie Geier, restliche Bilder/Collagen: Sophie Geier

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Kommentare (5)
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23.06.2015
MarieYa hat geschrieben:
Liebe Sophie,
Toller Artikel! Vor allem freue ich mich über den Teil mit der Fair-Trade Schokolade. :)
22.06.2015
BlueLikeTheSky hat geschrieben:
Interessanter Bericht! :) Die Vergleichsfotos zwischen dem normalen Schultag und dem Fahrradaktionstag finde ich total gut, die veranschaulichen richtig die Wirkung! Zu dem Problem mit den Second-Hand-Läden (kenne ich auch): Eventuell könntest du auf Kleiderkreisel gucken (ich kenne mich da nicht so aus, aber eine Freundin kauft da viel und da sind auch echt schöne Sachen bei) :)
22.06.2015
Ivonne hat geschrieben:
Hey Sophie, danke, dass du uns an deinem Selbstversuch teilhaben lässt. Sehr interessant. Die Fahrradaktion finde ich auch sehr gelungen. Wie habt ihr das denn mit der Teilnahme gemessen? Und: werdet ihr den Fahrradtag noch einmal wiederholen? Ich freu mich sehr auf den II.Block!! Liebe Grüße,
Ivonne
22.06.2015
Raquel hat geschrieben:
Super Bericht! Wegen der Kleidung würde ich mal auf einen Mädelsflohmarkt gehen, da gibt es echt immer gute Sachen,denn die Verkäufer sind meistens ziemlich jung und dem entsprechend sind die Sachen auch sehr modern:)
21.06.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Hi Sophie,
mein Selbstversuch war zwar nicht, nur fairtrade Kleidung und fairtrade-Schokolade zu kaufen, ich habe aber trotzdem versucht, auch die anderen Selbstversuche zumindest teils umzusetzen. Bei der Schokolade hatte ich auch eher weniger Probleme, weil ich meine Schokolade meistens im Eine-Welt-Laden kaufe. Bei der Kleidung waren meine Probleme da schon größer. Ich habe, genauso wie du keinen Secondhand-Laden gefunden, indem es einigermaßen modische Kleidung gab. Deshalb bin ich dann bei uns zu einem Laden gefahren, der unter anderem auch Kleidung von armedangels hat. Da dort gerade die Sommerkollektion neu war, konnte ich mir allerdings davon dann einfach nichts leisten.
Eure Fahrradaktion klingt toll. Cool, dass du so engagiert einen Wettbewerb organisiert hast.
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