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Forschung!


© Dagmar Heene / WWF
Schützt die Kreisläufe - euer Planet ist wunderschön!


von Buchenblatt
08.08.2016
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100 P

Die Wissenschaftler des fremden Sterns blicken vom Mond durch ihre Teleskope auf die Erde. Ein blauer Planet mit weißen Schlieren, die sich laufend verändern. Wunderschön! Obwohl sie natürlich die Atmosphäre untersuchen und Proben auswerten müssen, blicken sie immer wieder auf die Erde herunter oder stellen ihre Empfänger auf die Frequenzen der Erdradiosender. Seltsame Töne kommen daraus – sie rufen Emotionen hervor – selbst bei ihnen, die noch nie zuvor solche Klänge vernommen haben. Zwischendurch wird über die Neuigkeiten geredet. Dank eines neuen Übersetzungsprogrammes, können ein paar der Wissenschaftler diese sogar mittlerweile verstehen.


Doch was ist das? Als sie die sich die Übersetzung des Erdradios anhören, erfahren sie vom heutigen „Earth Overshoot Day“. Ein Erdüberlastungstag? Sind die Menschen etwa bei all dem Fortschritt wortwörtlich über ihr Ziel hinausgeschossen und haben die Nachhaltigkeit vergessen? Ist ihnen ihr Planet egal? Würden alle so leben, wie die Menschen in dem Land, aus dem sie im Moment das Radio empfangen – Deutschland – wäre dieser Tag sogar schon am 5. Juni, also nicht einmal einem halben Erdenjahr, dabei galt gerade dort die Politik eine Zeit lang als Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit.

Das können die Mondbewohner nicht verstehen. Als Wissenschaftler haben sie sich auf die weite Reise durch mehrere Galaxien gemacht, um die Erde vom Mond aus zu untersuchen. Denn durch ihre empfindlichen Messgeräte konnten sie schon vorher feststellen, dass die Erde ein hochkomplexes System ist: Mit Strömungen in der Atmosphäre und im Ozean, die vielfältiges Leben ermöglichen. Überall gibt es Pflanzen, die den anderen Lebewesen ihre Luft zum Atmen geben und ihrerseits davon profitieren. Alles ist in Kreisläufen geregelt. Soviel haben sie schon herausgefunden. Darin ist die Erde ihrem Heimatplaneten ähnlich, doch zuhause sind die Vorgänge weit weniger komplex – es gibt kein Wasser und gerade deswegen sind sie so von der Erde fasziniert.

 
Doch jetzt das: Die Menschen, eine Art, die ihnen schon vorher durch seltsames Verhalten und Eingriff in die Lebensräume der anderen Arten aufgefallen waren, stören die Kreisläufe. Sie verbrauchen mehr als sich wieder regenerieren kann. Wissen sie denn nicht, dass ihr wunderschönes und funktionelles System gleichzeitig fragil ist und jederzeit gekippt werden kann? Einige nehmen es anscheinend wahr – die intraplanetaren Radiomeldungen kommen schließlich von ihnen. Doch kaum jemand handelt danach. Im Gegenteil: Die Polulationen, die hauptsächlich im Norden angesiedelt sind und sowieso schon den anderen das Leben schwer machen, verschwenden gleichzeitig viel mehr als die Ärmeren, die auch weniger Kreisläufe durchbrechen. Was denken sich die Menschen bloß dabei?

Wissen sie nicht, dass es den anderen Arten schadet, die ebenfalls von den Wissenschaftlern des fremden Sterns untersucht werden? Durch ihre Nutzung des Planeten, verirren sich Wale und verhungern, Eisbären schmilzt die Heimat unter den Pfoten weg und viele Arten, die die Wissenschaftler gerne noch untersucht hätten, sterben aus, weil ihre Lebensräume zerstört oder verseucht werden.

 
Ich bin mir sicher, dass ihr das wisst! Mit diesem kleinen Schreibexperiment möchte ich euch zeigen, was ein Perspektivwechsel bewirken kann. Mich hat heute sehr gestört, dass in den Nachrichten, die ich gesehen habe, der „Earth Overshoot Day“ wie jede andere Nachricht kurz abgehandelt wurde, jedoch ohne die Bevölkerung zu aktivem Umweltschutz aufzurufen und zu konkreten Projekten zu inspirieren. Wichtig ist aus meiner Sicht, und natürlich auch aus der Sicht der Wissenschaftler vom fremden Stern (für den es in unserer Sprache übrigens noch gar keinen Namen gibt), dass jeder vom „Earth Overshoot Day“ erfährt. Erzählt euren Freunden davon, eurer Familie, schlagt ihn vielleicht als Unterrichtsthema nach den Sommerferien vor, wenn eure Erdkunde- oder Biolehrer nach Themenvorschlägen fragen. Schreibt darüber in der Schülerzeitung oder macht hier in der WWF Jugend bei Aktionen mit. Wie wäre es außerdem mit einem Klimaexperiment? Hier gibt es viele Ideen. Ich habe mir vorgenommen, in meinem Umfeld Engagement für den Umweltschutz sichtbarer zu machen: Freunden davon zu erzählen, sie vielleicht dazu zu motivieren oder zu nachhaltigem Handeln anregen. Viele kleine Schritte werden zwar alleine nicht unsere Umwelt und unser Klima retten – doch in Kombination mit großen Projekten, grünen Innovationen und Hilfe von der Politik, können wir die Kreisläufe auf der Erde wieder „heilen“.

Was wollt ihr tun, um die Erde zu entlasten? Schreibt es mir doch in die Kommentare!

Wenn euch dieses Format gefällt, lasst es mich wissen. Mich hat dazu Luisa und das Buch „Warum der Eisbär einen Kühlschrank braucht" von Mojib Latif inspiriert. Dort geht es zwar nicht um den Earth Overshoot Day, allerdings werden die atmosphärischen Vorgänge sehr anschaulich erklärt, indem sie von Marsmenschen immer mit denen auf dem Mars und der Venus verglichen werden. Das Buch werde ich euch bald in einem Tipp der Woche vorstellen!

Titelbild: flickr Beth Scupham (eigene Bearbeitung)

Um die Gedanken der Wissenschaftler des fremden Sterns anschaulicher zu gestalten, habe ich Abbildungen der Homepage des "Earth Overshoot Day" verwendet. Hier findet ihr auch weitere Infos!

Abbildungen: http://www.overshootday.org/newsroom/infographics/

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Kommentare (3)
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27.08.2016
MarieKa hat geschrieben:
Erst mal ich finde diese Schreibweise sehr gut, da die Außerirdischen einem ein ganz schlechtes Gewissen wegen der Erde machen. Außerdem erschreckt es mich immer wieder wie groß allein der Schaden ist, den Deutschland macht.
27.08.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
Ich finde das Vormat super! Da kommen nochmal ganz andere Ansichten auf, die einem noch deutlicher als zuvor vor Augen führen, wie rücksichtslos wir Menschen doch sind. Traurig... :(
12.08.2016
Squirrel hat geschrieben:
So wie die Außerirdischen in deinem Schreibexperiment hab ich mich gefühlt, als wir in der 8. Klasse einen Vortrag zum ökologischen Fußabdruck und dem Earth Overshoot Day gehört haben. Ich war noch nicht so in der Thematik drin wie heute und war geschockt und traurig wie dumm Menschen doch sind.
Ich muss allerdings sagen, dass ich fast noch geschockter darüber war, wie wenig meine Klasse davon berührt wurde und das der Vortrag bei den meisten lediglich als "Hurra, wir hatten keinen Unterricht" abgestempelt wurde.
Dennoch ist es wichtig, dass so Vorträge gehalten werden und so gute Artikel wie deiner, das Thema immer wieder in den Vordergrund stellen, damit vielleicht doch der ein oder andere nocheinmal darüber nachdenkt.
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