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© Dagmar Heene / WWF
Nachhaltigkeitscheck an der Liebfrauenschule


von Hannah2000
07.07.2016
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Während des ersten Blogs des 2°Campuses hat Ivonne uns gefragt, wer von uns einen Nachhaltigkeitscheck an unserer eigenen Schule machen möchte. Ich fand die Idee sehr spannend, da wir so viel Zeit in unseren Schulen verbringen und meine Schule in diesem Thema nicht wirklich auf dem neusten Stand ist.

 


Ist – Zustand


Schulmaterial:
Wenn die neuen Fünftklässler nach den Sommerferien an unsere Schule kommen, dann bekommen sie von unserer Umwelt – AG ein Starterpaket, das natürlich aus Umweltpapier besteht. Dieses Starterpaket hilft den Schülern nicht nur sich schneller an der neuen Schule einzugewöhnen, sondern die neuen Schülerinnen wissen sofort, dass es bei uns an der Liebfrauenschule Bonn die Umwelt – AG gibt, bei der wir Hefte etc. kaufen können. Leider ist es aber so, dass der Verkauf der Umwelt – AG meistens nur genutzt wird, wenn jemand sein Heft oder die Klausurbögen vergessen hat. Es gibt auch nur wenige Schülerinnen, die überhaupt Umwelthefte benutzen. Die meisten benutzen die konventionellen Hefte, weil sie „die wirklich weißen Hefte hübscher finde(n)“ (Zitat Schülerin EF)

Papierverbrauch:
Der Papierverbrauch an unserer Schule ist hoch, allerdings ist er schon gesunken seitdem wir eine neue Schulleiterin bekommen haben, da die meisten Elternbriefe mittlerweile per E – mail verschickt werden. Die Lehrer könnten allerdings anfangen die Arbeitsblätter doppelseitig zu kopieren. In Reli werden Texte momentan sogar wieder eingesammelt, damit unsere Lehrerin sie in der nächsten EF wieder verwenden kann.


Klimaschutz im Unterricht:
Im Unterricht werden hauptsächlich die Themen Umweltschutz, Klimawandel, Energiewende und Schutz der Artenvielfalt sowie Abholzung der Regenwälder thematisiert. Es wird also ein relativ umfassendes Wissen an die Schülerinnen vermittelt. Während der Unterrichtseinheiten sind die Schülerinnen oft sehr interessiert und engagiert, allerdings nimmt dieses Interesse nach der jeweiligen Unterrichtseinheit wieder rapide ab.
Um dieses Problem zu lösen, sollten die Lehrer den Unterricht individueller gestalten, sodass kein allgemeines Interesse geweckt wird sondern die Schülerinnen Themen bearbeiten, die sie sich selber aussuchen, da sie sich so intensiver mit ihrem Thema beschäftigen und die Wahrscheinlichkeit, dass die Schülerin sich weiter mit dem Thema beschäftigt, erhöht wird. Wenn man im Unterricht mehr Projektarbeit einführen würde, würden die Schülerinnen auch lernen ihre eigenen Interessen zu entwickeln und ihre Fragen richtig zu recherchieren. Bei dieser Projektarbeit, kann man auch beim Thema Umweltschutz Selbstverpflichtungen, wie beim 2°Capus einführen, wodurch die Schülerinnen ihr Verhalten leichter verändern können, da sie sich bewusst umgewöhnen. Mir fällt es z.B. mittlerweile ziemlich leicht meine Selbstverpflichtung einzuhalten.
Unsere Schule nimmt auch an verschiedenen Aktionen, wie z.B der Wettbewerb, wer die meisten Blauen Engel sammelt, teil. Durch den Konkurrenzkampf zwischen den Klassen wird nicht nur die jeweilige Klassengemeinschaft gestärkt, sondern auch das Interesse langfristig geweckt. Vor allem wenn die Klasse Erfolg hat.

 

Bewusstsein: (Verhaltensänderung)
Die meisten Schülerinnen unserer Schule sind nicht langfristig interessiert. Dadurch ist klar, dass der Unterricht weder ein Bewusstsein kreiert, noch eine Verhaltensänderung bewirkt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, könnte man je eine Klimabeauftragte in den Klassen einführen, die darauf achten das das Licht ausgemacht wird oder die Mülltrennung beachtet wird.
Auch die Lehrer unserer Schule haben kein Bewusstsein, durch das eine Verhaltensänderung bewirkt würde. Einer unserer Lehrer meinte: „Die meisten Lehrer denken noch nicht einmal daran, das Licht auszumachen, wenn sie als letzte/r das Lehrerzimmer verlässt.“ (Zitat)

 

Mensa:
Das Angebot unserer Schulmensa ist nicht besonders gut. Es ist weder gesund, noch erfüllt es irgendein Kriterium wie regional, saisonal, fair, nachhaltig im Anbau oder Bio. Die einzige Alternative, die es gibt ist das Vegetarische Essen. Es ist auffällig, dass die Schülerinnen sobald Ihnen erlaubt ist in der Pause das Schulgelände zu verlassen, nicht mehr in die Mensa gehen.
Die Lebensmittelverschwendung ist auch relativ hoch, da die Schülerinnen nicht vorbestellen müssen wodurch immer ungefähre Mengen gekocht werden müssen. Meistens leider zu viel vom Fleischgericht und zu wenig vom Vegetarischen Gericht.
Mittlerweile wird das Essen wenigstens auf Tellern ausgegeben und nicht, wie vor vier Jahren noch in Plastikverpackungen, in denen sich Kondenswasser unter der Schutzfolie gebildet hat.
Das Cafeteria Angebot ist auch sehr ungesund, da es sehr viele Süßigkeiten gibt, die besonders von den jüngeren Schülerinnen konsumiert werden oder Eistee. Dieses Jahr hat eine Schülerin aus der Q1 eine Facharbeit über dieses Thema geschrieben, in der sie zu dem Ergebnis gelangt ist, dass das Angebot Mängel auch in Bezug auf eine gesunde Ernährung aufweist.

 

Müll:
Die Mülltrennung funktioniert bei uns an der Schule fast gar nicht, da noch nicht einmal überall die Möglichkeit besteht, den Müll zu trennen. Die jüngeren Schülerinnen trennen den Müll noch, aber so älter die Schülerinnen werden desto unwichtiger wird für sie die Mülltrennung.
Leider werden dann alle Müllbeutel von den Putzfrauen in einen Beutel zurück gekippt wird.
Recycling findet bei uns an der Schule nur sehr wenig statt. Das einzige Produkt, das recycelt wird sind Druckerpatronen, die wir in der Schule abgeben können.
Energieverbrauch:
Bei uns an der Schule ist die Stromversorgung über Ökostrom geregelt. Der Stromanbieter war bis jetzt Rhein Energy, der wird jetzt aber gewechselt. Unsere Heizung ist eine Gasheizung, für die jetzt die mittlerweile veraltete Technik auch in Bezug auf die Verringerung der Emission die Heizkessel ausgetauscht werden (in den Sommerferien).
Ich finde, dass unsere Schule sich noch in einigen Bereichen verbessern muss, auch wenn sie sich in den letzten fünf Jahren schon deutlich verbessert hat.

 

Ausblick
Um die Nachhaltigkeit meiner Schule zu verbessern, habe ich mir ein paar Vorschläge überlegt, die vor allem ein verbessertes Bewusstsein bewirken.
Wie bereits beschrieben kann man eine Klimabeauftragte einführen sowie mehr Projektunterricht und differenzierten Unterricht.
Eine andere Idee ist, dass jüngere Schülerinnen ihr Essen selber kochen könnten und dabei vor allem die Nachhaltigkeit beachten, aber auch die gesunde Ernährung achten. Dabei kann man auch praxisorientiert den Unterrichtsstoff zu vertiefen. Vollwertige Ernährung ist z.B. Thema in der 5. Klasse in Biologie.
In Kunst könnte man z.B. auch noch Upcycling machen, wodurch das Wertschätzen des Mülls steigt.
Anstatt den sehr Umweltschädlichen Coffee to go Bechern, könnte der Förderverein für jede Schülerin einen Thermobecher z.B. mit Schullogo o.ä. finanzieren, der natürlich um einiges nachhaltiger ist.

 

Von: Hannah Bornemann


Bildquellen: Eigene Bilder

 

 

P.S. Es tut mir leid, dass ich den Artikel erst so spät online stelle, aber ich hatte letzte Woche keine Zeit den Artikel zu schreiben, auch wenn ich den Check eigentlich schon fertig hatte.

 

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Kommentare (2)
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Sortieren nach Aktualität:
21.07.2016
Ivonne hat geschrieben:
Liebe Hannah, vielen Dank für diesen tollen Nachhaltigkeits-Check deiner Schule. Ich finde es sehr interessant, unser Lehrumfeld mal auf diese Kriterien hin zu untersuchen und auch Verbesserungsvorschläge anzubringen. Da ist doch noch eine Menge Potential...
07.07.2016
Greenlife hat geschrieben:
Das ist echt eine tolle Aktion, bei mir an der Schule ist es mit dem Essen genauso und Mülltrennung ist noch nicht mal ein Thema...
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