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© Dagmar Heene / WWF
Mit einer Cola die Wirtschaft hacken!


von peacemeinfreund
02.12.2015
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Wenn wir in den Laden gehen und uns gewisse Produkte kaufen, dann sind wir uns eher selten über die Preis Zusammenstellung bewusst. Der Preis der Produkte ist häufig so angesetzt, dass das Unternehmen am Ende des Jahres ein gutes Plus machen kann. Wie sonst ist es möglich das Große Unternehmen wie REWE oder Coca Cola in der Lage sind jährlich große Mengen für Fördergelder bereitstellen zu können.

Um ehrlich zu sein, hat man als Verbraucher überhaupt keinen Einblick auf all diese Rechnungen. Doch unter all den großen Firmen hat ein Unternehmen gewagt Wirtschaft neu zu denken!

Kann ein Unternehmen überleben, wenn jeder – wirklich jeder – sich an Entscheidungen wie der Bezahlung von Angestellten, dem Logo und den Zutaten beteiligen könnte? Ja und zwar schon seit über 13 Jahren werden alle Entscheidungen der Firma „Premium Cola“ Basisdemokratisch entschieden. Während meiner Teilnahme am Jugenkongress "Zukunft Selber Machen" im Septmeber in Ösnabrück, welcher vom DBU organisiert wurde, durfte ich an einem Workshop zum Thema "Wachsen, wachsen, wachsen- Nachhaltig Wirtschaften" teilnehmen. Dort war unteranderem Uwe Lübbermann, der Geschäftleiter von Premium Cola, eingeladen. Mit ihm hatten wir die Gelegenheit über "Nachhaltige Wirtschaft" zu diskutieren.

Die Gründung einer Firma entstand dabei nur zufällig, denn genau vor fünfzehn Jahren hat Uwe Lübbermann, der Gründer von Premium Cola, seine damalige Lieblingscola „AfriCola“ in der Badewanne genossen. Er bemerkte, das diese auf einmal nicht mehr so schmeckt wie sonst. Die ursprüngliche Firma war verkauft worden, die Rezeptur geändert wurde und er als Verbraucher wurde nicht darauf aufmerksam gemacht. In Lübbermanns Augen war das nicht gerecht und sah sich als Kunde schon als Teil von AfriCola, weshalb er auch gerne auf diese Weise behandelt werden möchte.

Zu nächst hatte er versucht die alte Rezeptur bei AfriCola wieder ein zu führen, wobei er teilweise erstgenommen wurde und sogar die Möglichkeit erhalten hatte bei der Firma vorzusprechen. Allerdings hat die Firma nicht seinen Ansatz der Gleichwertigkeit verstanden, den der Kunde wurde weiterhin nicht als Teil des Unternehmens gesehen. Daraufhin hatte er sich das alte Rezeptur für AfriCola organisiert und eine gute Stückzahl für sich sowie einer kleinen Gruppe an Leuten produziert. Dies wuchs immer weiter. Aus diesem Grund ist Premium Cola heute in der Lage, nicht nur Cola sondern auch Bier, Mate und Holunderschorle anzubieten.

Basisdemokratisch, steht dabei dafür, dass jeder Mitarbeiter den gleichen Gehalt bekommt, lediglich Menschen mit Behinderung oder mit Kindern erhalten ein höheres Gehalt. Du kannst als Konsument einsehen wie sich das Rezeptur des jeweiligen Getränkes zusammensetzt, du kannst entscheiden, welches Logo auf die Flaschen gedruckt wird, du kannst, wenn du möchtest auch ein neues gestalten. Das ganze Unternehmen wird daher auch von keinem Büro ausgeleitet, sondern von Uwe Lübbermann zu Hause sowie allen anderen Beteiligten. Somit sind die einzigen Vermögensanlagen der Laptop und das Handy von Uwe Lübbermann, welcher obwohl der „Geschäftführer“ nicht mehr Gehalt erhält als jeder anderer.

Gleichwertigkeit wird so verstanden, dass eine Entscheidung ist daher nur solange festgelegt bis jemand diese wieder in Frage stellt. Aus diesem Grund werden alle Produkte ohne Verträge ge- und verkauft. Auf diese Weise wird mehr Gleichwertigkeit in die Wirtschaft gebracht.  Das macht auch alle viel flexibler, da Verträge häufig sehr star sind und wenn es zu Änderungswünschen auf einer Seite gibt, dann setzt man sich wieder hin und bespricht dies.

Das sorgt aber auch für nationale bzw. sprachliche Grenzen, denn Premium Cola gibt es aus genau diesem Grund nur in Deutschland, Österreich und Schweiz. Nur so ist eine gleichwertige Behandlung möglich.

        Was macht diese Wirtschaftsform aber so nachhaltig?

Das ganze Unternehmen macht keine Plus, sondern erwirtschaftet sich lediglich 1% Krisensicherheit. Mit dem Kauf eines Getränkes der Firma „Premium“ bezahlt ihr daher nur für alle anfallenden Kosten und nicht für eine bestimmte Große Marke. Die Firma war auch leider schon einmal pleite, allerdings lag dies an glücklichen Umständen. Denn die Nachfrage war so hoch, dass man nicht mehr in der Lage war die Lieferanten und Abfüller im vorraus zu bezahlen. In diesem Fall hat man die Händler angesprochen, welche in diesem Fall ein gesprungen waren und somit das Unternehmen gerettet habe. Auch dies ist nur möglich, wenn keine Vertäge erstellt werden.

Daher müsst ihr mit dem Kauf eines solchen Produktes auch keine Werbekosten bezahlen, denn fragt euch doch mal ehrlich: „Wer braucht Werbung?“. Wenn ihr durch die Fußgängerzone eurer Stadt lauft, wird euch ein bestimmtes Produkt wie Schokolade, Kleidung oder ähnliches angepriesen. Der ein oder andere musste sich bestimmt schon mal dabei erwischt haben, wie er kurz darauf Lust hatte auf dieses oder jenes Produkt. Zudem sind alle Produkte nahe zu Bio Zertifiziert, mit Sicherheit nicht Genmanipuliert und vegan.

Wer nochmal das ganze Konzept in einem guten TEDx Talk erklärt haben möchte, dem kann ich nur dieses Video empfehlen.

Mehr Infos über Premium Cola und wo ihr die Schwarze Limo erhaltet, findet ihr auf der Homepage von Premium.

Die Cola gibt es nicht in deiner Nähe? Dann änder das, als Tippgeber_in kannst du Läden vorschlagen, die Daten werden gespeichert und wenn möglich an findet sich ein Ansprechpartner, der sich darum kümmern kann. Du kannst aber auch einen Schritt weiter gehen und selber zum Starter oder Sprechen werden. Mehr Infos findest du hier.

 

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Kommentare (3)
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05.12.2015
peacemeinfreund hat geschrieben:
@Lukas24:
Sicherlich kann es zu einer solchen Unzufriedenheit kommen, allerdings ist das Konzept ja so aufgebaut, dass genau solche Punkte besprochen werden können und dass auch Kritik in einer Ruhigen Art und Weise eingebracht werden kann unabhängig, welche "Ranghöhe" man besitzt.

Gut, bei den Steuereinnahmen sollte bedacht werden, dass so weniger Geld für Agra-, Atom und Kohlesubvetionierungen zur Verfügung stehen. Zu dem trägt ein solches System zu einem Wandel bei und wenn auf einmal weniger Steuereinnahmen vorhanden sind, kommt es vielleicht eher zur Diskussion wofür die Steuereinnahmen dringend benötigt werden (Bildung, Umweltschutz)
04.12.2015
Luke24 hat geschrieben:
Ich habe den Bericht mit großem Interesse gelesen.

Ein sehr interessanter Ansatz mit sicherlich vielen guten Ideen.
Ich bin aber skeptisch, dass dieser Unternehmenstyp zukünftig häufiger zu finden ist.
Und bei allem Respekt vor der Idee sehe ich auch Nachteile bzw. Gefahren:
Wenn alle Angestellten gleich verdienen werden diejenigen unter ihnen schnell unzufrieden, die sich mehr in den Job reinhängen als andere.
Gleichzeitig fallen aus Sicht des Fiskus bei Modellen dieser Art deutlich weniger Steuereinnahmen an.
02.12.2015
Sunlight hat geschrieben:
Super cool! Ich liebe alternative Wirtschaftskonzepte wie von Premium Cola! Absolut unterstützenswert! :)
Irgendwann agieren hoffentlich alle Unternehmen so!!
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