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© Dagmar Heene / WWF
Live-Chat mit dem Umweltbundesministerium


von laura-therese
11.01.2013
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 Chatten mit dem BMU, eine ganz besondere Erfahrung!


Am Dienstag, den 8.01.2013, hatten wir vom 2° Campus die einmalige Chance mit Experten vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zu chatten. Mitarbeiter/innen des WWF Deutschland aus dem Klima- und Bildungsteam begleiteten den Chat. Wir Teilnehmer/innen des 2° Campus durften das BMU fragen, wie sie aktiv versuchen, dem Klimawandel Einhalt zu gebieten und bis 2050 in Deutschland die Treibhausgase so zu reduzieren, dass die globale Erwärmung möglichst auf 2°C begrenzt werden kann.
Wie das möglich sein könnte, hatten wir über das ganze letzte Jahr erforscht, in den vier Themengruppen Energie, Mobilität, Wohnen und Ernährung. Die Ergebnisse und daraus abgeleitete politische Forderungen hatten wir dem BMU letzten Oktober übergeben. Es war Frau Müller, welche als Vertreterin des BMU vor Ort war und die die tolle Idee hatte, im Januar mit Experten des BMU zu unseren Forderungen zu chatten.

Um 11.00 Uhr vormittags hatten wir uns alle online verabredet. Acht der 20 Teilnehmer/innen des 2° Campus hatten sich von der Schule befreien lassen, um mit machen zu können. Ein Teilnehmer hatte gar seine ganze Schulklasse gleich zur Unterstützung mitgebracht. Jeder loggte sich in das "Meeting" ein und es konnte losgehen.

Als erstes war das Thema Energie an der Reihe. Enno stellte hierzu Fragen und legte auch sofort mit dem aktuellen Thema "EEG-Umlage" los. Er wollte wissen, warum energiesparsame, kleinere Unternehmen von der Umlage benachteiligt werden. Der Referatsleiter, zuständig für Grundsatzfragen der Energiewende, erläuterte, dass man große Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen, nicht weiter belasten könne und zudem prüft man im Moment Möglichkeiten, die Umlage gerechter zu gestalten.
Auf die Frage, wie die Energieversorgung bis 2050 auf bis zu 100% gelingen kann, hat der Referatsleiter von den positiven Zahlen von 3% Zuwachs jährlich im Bereich der erneuerbaren Energien berichtet. Wenn dieser Trend bleibt, können wir bis 2050 locker 80 % erneuerbare Energien in Deutschland erreichen. Enno mahnte richtigerweise an, dass man sich dennoch nicht darauf ausruhen dürfe und alles dafür tun müsse, um die Emissionen im Energiesektor drastisch zu reduzieren. Nur so hat die Generation der Teilnehmer/innen des 2°Campus eine Chance, dass sie die möglicherweise negativen Folgen des Handelns der heutigen Entscheider nicht alleine stemmen muss.

(Hier ein Bild von 2° Campus-Teilnehmern beim Windrad besichtigen) Alle Rechte vorbehalten.

Nach weiteren Fragen folgte das Thema Mobilität mit dem Referent im Verkehrsreferat im Bereich Elektromobilität als Experte des BMU und Leo, Daniel und Hannah als Experten aus dem 2° Campus-Team. Hannah hatte zunächst eine Frage zur Vorbildfunktion des Bundesregierung: "Gibt es einen Plan, wonach die Dienstfahrzeuge der Politiker E-Autos werden?" Und ja, laut dem Referenten gibt es den Plan, dass ab 2013 nun schon mal 10% der neuen Dienstwagen des Bundes E-Auto sein sollen. Das ist natürlich noch ausbaufähig, finden wir vom 2° Campus! BMU erläuterte, dass Politiker natürlich Vorbild sein können, es aber letztlich darauf ankomme, dass insgesamt mehr umweltfreundliche Fahrzeuge auf die Straße kommen. 2020 sollen es nach dem Willen der Bundesregierung eine Million und 2030 schon sechs Millionen Elektroautos sein. Wir haben dann weiter diskutiert, wieso Politiker überhaupt Dienstwagen brauchen, schließlich gibt es die Bahn. Mittlerweile ist man mit den Öffentlichen sogar schneller. Nach Auskunft des BMU nutzen die meisten Mitarbeiter auf Dienstwegen schon jetzt sehr oft den ÖPNV. Auch Dienstfahrräder gibt es. Das BMU hat dazu die Möglichkeit des "Car sharing" empfohlen, falls man doch mal ein Auto nutzen möchte. Ein richtiges Fazit für ein klimaneutrales Verkehrskonzept für ganz Deutschland fanden wir leider nicht. Ziel ist es aber, dass auch der Verkehr den für alle Bereiche getroffenen CO2-Minderungspflichten nachkommt. Der Referent wies darüber hinaus auf die baldige Erneuerung des Regierungsprogramms zu diesem Thema und auf den prinzipiellen Ansatz nachhaltiger Mobilität – nämlich „Verkehr vermeiden, verlagern und verbessern“ – hin. Wir dürfen also auf eine noch umweltschonendere Verkehrspolitik in Zukunft hoffen!

Direkt im Anschluss an dieses Thema starteten Miriam und Simon, der sofort wissen wollte: "Welche Pläne gibt es zur Erhöhung der Sanierungsrate?". Der Referent, im Referat Klimaschutz im Gebäudebereich antwortete, dass man schon viele Anreize durch Fördermittel geschaffen habe, um Investoren für Sanierungen zu finden. Leider konnte sich die Möglichkeit der steuerlichen Abschreibung von Sanierungsmaßnahmen nicht durchsetzen. Die Idee "Top on top", bei der Neubauten auf Flachdächer alter Baumasse gesetzt werden, war ein Forschungsaspekt während des 2° Campus und wurde auch vom Referenten begrüßt. Auch Plusenergiehäuser seien seiner Meinung nach nötig. Er mahnte aber auch an, dass wohnen bezahlbar bleiben muss. Wir Jugendlichen wissen aber mittlerweile, dass klimafreundliches Wohnen mit guter Dämmung und niedrigem Energieverbrauch auf Dauer immer die günstigste Variante ist.

Last, but not least wurde das Thema Ernährung diskutiert. Hierfür war vom BMU die Referentin für ökologische Verbraucherpolitik im Chat und Laura und Freya aus der Forschungsgruppe des 2° Campus. Freya begann mit einer Frage zum Containern, aber leider war der Begriff der Referentin nicht bekannt. Wir sind sicher, dass sich ab sofort jemand im BMU mit diesem Thema auseinander setzt und wir im Nachhinein noch eine Stellungnahme bekommen. Schnell hatte sich zum Thema Massentierhaltung und erhöhter Fleischkonsum eine heiße Debatte entsponnen, an der sich fast alles Chatteilnehmer beteiligten. die Referentin wies darauf hin, dass man die Grundsicherung der Bevölkerung garantieren müsse und deshalb eine industrielle Tierproduktion befürworte, die 2° Campus-Teilnehmer /innen hingegen stellten die Notwendigkeit von günstigen Fleischprodukten in Frage. Schlussendlich sicherte das BMU uns eine ausführlichere Antwort zu und unterstrich, dass es schon Pläne gibt für ein gesünderes Menü in Mensen und Schulen.

Leider war der Chat viel zu schnell vorbei, alle hätten gerne weiter debattiert. Bettina Münch-Epple und Birgit Eichmann, beide vom WWF, bedankten sich noch einmal bei allen Teilnehmern und beim Bundesministerium, das die gute Idee für das Online-Meeting hatte. Als Teilnehmerin des 2° Campus kann ich mich auch nur bedanken, denn die Chance sich mit dem BMU auszutauschen war einmalig, wir wurden von den Experten ernst genommen und es hat uns Jugendlichen sehr viel Spaß gemacht, unsere Fragen stellen zu dürfen. Ich glaube ich spreche für alle, wenn ich sage: "Gerne wieder!"

 

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Kommentare (2)
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12.01.2013
regentag hat geschrieben:
Klingt echt spannend!
Leider scheinen die Politiker wieder überall viel zu langsame, lasche Maßnahmen bzw. in manchen Bereichen gar keine richtigen Pläne zu haben, wie wir das 2°C Ziel einhalten können...
12.01.2013
LSternus hat geschrieben:
Das ist ja cool :)
Chatten mit dem Umweltministerium.
Auch die Infos sind echt klasse. :)
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