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© Dagmar Heene / WWF
Lautlos durch Deutschland – mit dem 2 Grad Campus durch Berlin!


von Peet
27.05.2014
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Bei der Zahl 3.500 geht ein kleines Raunen durch die Gruppe. 3.500€ für ein Fahrrad. Das ist happig und lässt die Gruppe des 2 Grad Campus, einmal mehr aufhorchen, wenn Herr Kahle, Vertriebsleiter der Firma „Lautlos durch Deutschland“ mit Zentralsitz in Berlin, über seine Fahrräder erzählt.

Wie ihr schon bemerkt habt: Auch in diesem Jahr findet der 2 Grad Campus statt. Jugendliche aus ganz Deutschland nehmen an der Forschungsakademie des WWF Deutschland und der Robert Bosch Stiftung teil, um gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen der Wissenschaft, den Expertengesprächen und den Diskussionen rund um das Thema Klimawandel zu werfen. Da liegt es nahe, das Thema Mobilität auf den Straßen und speziell in Städten näher zu betrachten.

Und noch immer betrachtet die Gruppe, bestehend aus Ali, Jenny, Jorma, Thuy Anh und Benedikt ungläubig das Fahrrad. 3.500€, und das ist gerade einmal ein Fahrrad der Mittelklasse. Nach oben hin ist noch deutlich Platz. Aber warum der hohe Preis? Der Grund dafür ist recht einfach. Das Pedelec ist ein E-Bike. Also ein Fahrrad, das mit einem Elektromotor den Fahrer unterstützt. So können Geschwindigkeiten von bis zu 45 km/h erreicht werden. Unterschieden wird hier zwischen Pedelec und S-Pedelec. Das S steht für „speed“ und darf auch nicht einfach so angeschafft werden. Wer hier in die Pedale treten will, der muss einen gültigen Roller- oder Autoführerschein samt Versicherung vorweisen können. Kennzeichen und Helm sind ebenfalls Pflicht. Denn die Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h lässt den Gesetzgeber hier aufhorchen. Beim herkömmlichen Pedelec treffen diese Vorkehrungen nicht zu. Hier können maximal bis zu 25 km/h erreicht werden.

Aber in Zeiten, wo ganze Städte im Smog verschwinden und der Straßenverkehr innerhalb der Städte zu einer immer größere Plage wird, lassen sich die Menschen nicht von der Helmpflicht und dem hohen Preis abhalten. Im Gegenteil. Die Verkäufe steigen und Firmen aus ganz Europa haben sich auf die elektrisch betriebenen Fahrräder oder Mofa spezialisiert. Ob Mountainbike, Trekking-Rad oder Klapprad. Der Kunde hat eine riesige Auswahl – auch preislich.

Denn gerade E-Bikes sind für viele Menschen in Deutschland eine gute und sichere Alternative zum Auto oder dem Roller. Wenn der Akku einmal leer ist, kann ohne Probleme weiter in die Pedale getreten werden. Die E-Bikes nehmen deutlich weniger Platz weg, der Fahrer bewegt sich während der Fahrt und für den Passanten oder die Anwohner der Stadt sind die fehlenden Abgase ein Segen. Aufgeladen werden die E-Bikes an normalen Steckdosen und benötigen je nach Akku natürlich unterschiedlich lange für die Ladezeit. „Aber selbst die Ladezeiten sind kein Problem“, so Kahle. „Denn die Reichweite von bis zu 100-150 Kilometer pro aufgefülltem Akku, stellt für den Normalverbraucher kein Problem dar.“

Der Weg zur Arbeit und zurück ist oftmals deutlich kleiner und wenn doch einmal der Akku geladen werden muss, kann das während der Arbeitszeit geschehen. Auch die Gruppe des 2 Grad Campus merkt schnell: Aktuell muss sich die Preisschraube für junge Menschen noch etwas nach unten senken, doch die Vorteile eines E-Bikes überwiegen deutlich. Je nach Hersteller und Qualität des Produktes ist auch der Verschleiß im Vergleich zum herkömmlichen Roller mit Verbrennungsmotor deutlich geringer. Ganz zu schweigen vom Auto, dessen Kosten um ein vielfaches höher ist.

Stichwort Auto: Mit diesem ging es dann auch noch ein paar Runden durch Berlin-Mitte. Aber keine Sorge. Ein Verbrennungsmotor war nicht im Spiel. Auch hier bietet die Firma Lautlos durch Deutschland eine Alternative. Im Petto der Firma befinden sich einige elektrisch betriebene Autos, die nur darauf gewartet haben, eine Runde durch Berlin zu drehen.

 

Nach einer kurzen Einführung ging es auch schon los. In zwei Autos bewegten wir uns lautlos durch Berlins Straßen. Die Hauptattraktion war neben der elektrischen Fahrt war das etwas knuffig blickende Auto der Firma Mia aus Frankreich. Der Fahrer sitzt hier in der Mitte und hinter ihm sind noch zwei Plätze für Mitfahrer inklusive Kofferraum vorhanden. Herr Kahle nennt die Mia gerne einmal „den Smart der Zukunft.“ Er ist zwar ein klein wenig größer, hat aber dem entsprechend mehr Ladefläche und kann eine Person mehr befördern. Die Reichweite beträgt aktuell bis zu 150 Kilometer im Eco-Betrieb. Gerade die Reichweite und der stolze Preis von 19.000€ pro Wagen lassen hier die Kunden zurückschrecken. Keine Frage, der Mia fährt sich prima und ist eine schöne Alternative zum Verbrennungsmotor. Aber für einen reinen Stadtwagen ist der Preis dann aktuell doch noch zu hoch. Hier sieht Kahle den Car-Sharing Bereich oder die anfängliche Vermietung an Kunden aus dem Lieferbereich in der Stadt als den größten potenziellen Markt.

Aber das Fazit der Gruppe fällt klar aus. E-Bikes kein Problem, E-Auto brauchen noch etwas. Denn gerade bei den elektrisch betriebenen Autos muss noch was bei Reichweite und Preis passieren. Die Fahrräder der Zukunft hingegen scheinen schon festzustehen. Die Mobilität in den Städten wird sich verändern. E-Bikes sind preislich machbar, können gut vermietet werden, nehmen sehr wenig Platz ein und bieten eine große Reichweite. Hier wird der Gruppe aber auch klar, dass die Städte sich noch wandeln müssen. Denn wer nicht direkt ein S-Pedelec mit bis zu 45 km/h kaufen mag und eher auf ein Pedelec mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 km/h setzt, der wird mit den Fahrradwegen in vielen Städten Deutschlands ein Problem haben. Das wäre doch mal eine spannende Thematik, an der es definitiv festzuhalten gilt. Wie werden sich die Städte in Deutschland auf den Trend der E-Bikes vorbereiten? Berlin ist da leider kein gutes Vorbild. Hier wurden erst kürzlich die Ausgaben für Fahrradwege stark gekürzt. Aber Berlin ist ja nicht die Welt. Wie sieht es denn bei euch aus?

Fotos: © Peter Jelinek

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Kommentare (3)
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Sortieren nach Aktualität:
29.05.2014
Peet hat geschrieben:
@Tamina: Ja, E-Bike wäre wirklich schön gewesen einmal auszuprobieren. Leider ging das diesmal nicht. :/
28.05.2014
Tamina hat geschrieben:
Ich war letztes Jahr auch einmal mit dabei und das E-Autofahren hat so viel Spaß gemacht. Es ist wirklich unglaublich, wie leise der Wagen ist. E-Bike würde ich auch gerne mal fahren, kam irgendwie nur noch nie dazu. ;) Super Bericht und tolle Fotos!
27.05.2014
Ivonne hat geschrieben:
Es war mein zweites Mal E-Auto fahren, aber es war immer noch genauso aufregend wie beim ersten Mal. Auch meine Mitfahrer Ali, Benedikt und Thuy An fanden, dass sich lautlos echt toll "anhört"! :-) Danke Peter für die schöne Zusammenfassung!
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