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© Dagmar Heene / WWF
Immer dieses Theater um's Klima! (4) Poesie zwischen zwei Glasplatten


von Ivonne
02.04.2014
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Wer sagt, dass wissenschaftliche Ergebnisse ihr Dasein allein in einer PowerPoint Präsentation fristen müssen? Genauso wie Herzschmerz, Liebe, Politik und Gesellschaft - ja - so wie die großen Komödien und Dramen des Lebens gehören Sie auf die Bühne vor ein großes Publikum! Deswegen erschuf der 2°Campus Jahrgang 2013 zusammen mit ihrer Mentorin Anne Düsterhoff das Theatergenre: „Scientific Drama“. Bühnenerprobt und längst von vielen nachgespielt, folgt nun die WWF Jugend community-Premiere. VORHANG AUF für den letzten Streich: 
 

Vier Leute sitzen auf einer Bank. Sie reden nicht. Jeder von ihnen scheint mit seinen Gedanken woanders zu sein. In Ihren Gedanken verbindet sie jedoch eins: die gemeinsame Faszination für ein Wunderwerk der Natur, das zu einem Wunderwerk der Technik geworden ist. Es ist Patrick, aus dem es zuerst herausplatzt:

„Meine Gedanken schweifen durch den Park und ich erkenne die Faszination der Natur. Auch wir können ihre Perfektion nutzen. Gedankenverloren drehe ich ein Blatt zwischen den Fingern. Die organische Solarzelle basiert auf dem simplen Prinzip der Photosynthese. Aus dem Sonnenlicht kann für uns nutzbare Energie gewonnen werden. Wie auch die Rosen aus dieser lebensschöpfenden Kraft Wundervolles schaffen. Es ist uns möglich, die Wunder der Natur nachzuahmen.

Seit Anbeginn der Evolution hat sich dies als Quell des Lebens erwiesen.
Die Natur ist der ursprünglichste Weg.
Nichts ist so genial. Wir führen die Funktionen der Natur mit ihren eigenen Materialien zusammen.“

Da entgegnet ihm Charlotte: „Ich laufe durch die Straße und finde eine organische Solarzelle. Hier und da suche ich mir was ich brauche. Ein doppelt-verglastes Fenster, das Altmetall vom Sperrmüllhaufen nebenan, den Farbtopf, der auf dem Parkplatz bei Lüchau stehen geblieben ist und unsere Kaliumtriiodidbasierte Scheuermilch.
Dann setzte ich an unseren Küchentisch und beginne mein Werk. Es kleckert und tropft, aber dann ist sie fertig. Endlich.


 

Hinterher bin ich noch viel zu erfüllt, um aufzuhören. Ich schnappe mir weitere Reinigungsmittel und Rotkohl, dann noch Kaffee und meine Filzstifte und baue weiter.
Als ich fertig bin, muss ich lächeln, da liegen sie nun, aber was fehlt? Strom!
Verzweifelt schaue ich aus dem Fenster, zum Glück, die letzten Strahlen.
Als ich mir Gabeln, Messer und Klemmen zusammengesucht habe, finde ich einen Platz im Park. Hier scheint die Sonne noch kräftig, also fange ich an zu puzzeln.
Hier ein Messer, da eine Klemme, so wie es passt eben. Und langsam entsteht ein Kreis. Sauber zusammengelegt im frisch gemähten Gras. Mein Handy liegt auch schon bereit, also baue ich den klagenden Akku endlich in meine Konstruktion ein.
Zu Frieden kontrolliere ich nochmal alle Kontakte und stöpsle das Ladegerät schließlich an.
Jetzt nur noch Luft anhalten und...... ,,Akku wird geladen´ blinkt auf dem Bildschirm auf. ,,Unglaublich´´, denke ich und halte stolz mein Gesicht in die Sonne. Es wird sofort warm. Überall um mich herum nehme ich jetzt diese Magie wahr. Das Licht!!!!


Es glitzert auf dem kleinen Teich. Als der pitschnasse Hund sich schüttelt, sprüht es Funken. Es scheint auf die hellen Blüten der Gänseblümchen und bildet kunstvolle Reflexionen von Insektenflügeln. Unglaublich, so eine Energie......
Als ich satt vom Sehen, der Akku geladen und die Sonne müde ist, packe ich meine Sachen wieder zusammen. Auf dem Rückweg höre ich Musik. ,,Aus Sonnenlicht´, denke ich fasziniert. Doch als ich nach Hause komme, erwartet mich eine böse Überraschung: meine Mutter! ,,Was hast du denn jetzt schon wieder gemacht!?´´, fragt sie fassungslos, als sie das Chaos in der Küche entdeckt.
,,Strom!´´, antwortete ich stolz und erkläre auf ihren skeptischen Blick, woran ich den ganzen Tag gewerkelt habe. Sie lacht, als ich fertig bin.
,,Aufräumen müssen echte Forscher trotzdem´´, bemerkt sie grinsend, ,,und mein Besteck brauche ich auch, sonst hast du heute nichts zum Essen.´´
Nachdem ich endlich alles weggeräumt habe, blicke ich nochmal in den Nachthimmel. ,,Danke´´, flüsterte ich der schlafenden Sonne zu, denn jetzt brauche ich nicht nochmal aufstehen, um mein Handy an die Steckdose anzuschließen.

Birthe findet, man müsse sich noch viel poetischer ausdrücken:

"Anders als manches auf der Welt,
sind organische Solarzellen
leicht und preiswert hergestellt.

Man braucht Titandioxid in weiß,
das macht man schnell im Ofen heiß,
damit es auf dem Glas auch hält
und nicht vorm Färben runterfällt.

Durch das kokeln in der Kerze
bekommt die Platte ihre Schwärze.
Danach ist alles voller Dreck,
doch das Graphit hat seinen Zweck.

Jetzt kommt das schöne weiße Plättchen in die Rotkohlfarbe rein,
dort wirkt es bis es lila ist eine halbe Stunde ein.

Auf die zwei Platten in der Mitte
tropft man mit Handschuh und Pipette
ein wenig kalium-Iod-Jodid,
das ist dann das Elektrolyt.

Hat schließlich alles gut geklappt
und hat man sie zusammen gepappt,
bekommt man Wärme oder Licht,
wenn Sonne durch die Wolken bricht.

Wird dann das fertige Produkt
auf Gegenstände aufgedruckt,
kann man aus Handys, Laptops, Taschen
einen Stromerzeuger machen.

Noch somanchen faszinierts,
dass sowas simples funktioniert.
Doch das dauert nicnt unendlich,
denn bald ist sowas selbsverständlich."

Aber Lars kann mit soviel Wortspielerei nichts anfangen und bringt die Zukunft der organischen Solarzelle viel lieber ins Hier und Jetzt:

"Ich träume von der Zukunft und finde eine organische Solarzelle auf jeder künstlichen Oberfläche.

Jede Fassade, jeder Laternenmast und sogar die Wege sind hauchdünn beschichtet. Die organische Solarzelle ist das Zentrum unserer Energieerzeugung und ist so unscheinbar, dass man sie kaum bemerkt. Durch hochmoderne und effektive Materialkombinationen sind die organischen Zellen in der Lage Extrembedingungen über längere Zeiträume standzuhalten. Sie ist wie ein kleiner Helfer, der unbemerkt unser Leben verändert. Diese faszinierende Technologie hat das Erdölzeitalter beendet und uns in eine präsolare Entwicklungsphase katapultiert. Unsere technologische und gesellschaftliche Entwicklung hat nun kaum Folgeschäden und unser Ökosystem erholt sich von den bisherigen Schäden.

Durch diese neue und einfache Möglichkeit der nachhaltigen Energiegewinnung kann unser wirtschaftliches Wachstum mit unserer Verantwortung gegenüber der Erde und zukünftigen Generationen vereint werden.

Unsere Zivilisation hat einen eindeutigen Schritt nach vorne gemacht. Die organische Solarzelle gibt uns eine Fülle an Freiheit und Unabhängigkeit, die ihresgleichen in unserer Geschichte sucht."

ENDE oder der Anfang von effizienten organischen Solarzellen.

Das war es vorerst zum Scientific Drama, liebe WWF Jugend online community! Schön, dass Ihr unser Publikum wart. Folgen 1 bis 3 gibt es hier zum Nachlesen:

Immer dieses Theater um's Klima! (1) Der Konflikt um eine Mauer.

Immer dieses Theater um's Klima! (2) Gefrierschock in der Schule.

Immer dieses Theater um's Klima! (3) Eine Szene im Supermarkt.

 

Bilder: Titelbild via_flckr_cc_Thomas Sommer, Theaterszenen: WWF/Arnold Morascher


 

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