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© Dagmar Heene / WWF
Immer dieses Theater um's Klima! (2) Gefrierschock in der Schule


von Ivonne
20.02.2014
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Wer sagt, dass wissenschaftliche Ergebnisse ihr Dasein allein in einer PowerPoint Präsentation fristen müssen? Genauso wie Herzschmerz, Liebe, Politik und Gesellschaft - ja - so wie die großen Komödien und Dramen des Lebens gehören Sie auf die Bühne vor ein großes Publikum! Deswegen erschuf der 2°Campus Jahrgang 2013 zusammen mit ihrer Mentorin Anne Düsterhoff das Theatergenre: „Scientific Drama“. Bühnenerprobt und längst von vielen nachgespielt, folgt nun die WWF Jugend community-Premiere. VORHANG AUF für den zweiten Streich:

An einem Wintertag in der Schule: die markdurchdringende Schulklingel erschallt durch die Hallen und ermahnt die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8b sich auf ihre Plätze zu begeben. Es ist bitterkalt im Klassenraum, draußen herrschen Minusgrade. Nichtsdestotrotz ist für heute ein Test angesagt, die Fragen stehen schon an der Tafel. Frau Rohrstock, Geografielehrerin der Klasse 8b wünscht allen viel Glück, das Schreiben beginnt. Kein leichtes Unterfangen bei den vorherrschenden Temperaturen im Raum, viele kleine Atemwölkchen steigen in die Luft. Nach 45 Minuten gibt die erste durchgefrorene Schülerin, mit Namen Rhytmika, ihren Test vorne am Lehrertisch ab. Aber irgendwas ist komisch. Frau Rohrstock bewegt sich nicht mehr. Sie ist geradezu erstarrt!

Rhythmika: [starrt Frau Rohrstock eine ganze Weile an. Diese regt sich nicht. Andere Schüler der Klasse 8b werden aufmerksam auf das Geschehen vorne am Lehrertisch] „Leute, sie ist eingefroren!“

[Jubel bricht aus. Sämtliche Schüler der Klasse 8b verlassen schnurstracks den Raum. Bloß weg von Frau Rohrstock! Nach einigen Minuten kehrten Rhythmika und vier weitere ihrer Klassenkameraden zurück: Schlaubiko, Glaubika, Skeptika und Dialektika.]

Glaubika: „Ist sie tot?“

Schlaubiko: „Nein, nur eingefroren. Halten sich Leute ohne Bewegung in einem geschlossenen Raum für eine Zeit von über 45 Minuten unter 285 Kelvin auf, dann kann es zur akuten Erstarrung kommen.

 

Rhythmika: „Wie wär`s? Heizen wir Frau Rohrstock ein bisschen Rhythmus ein?“ [Rhythmika bewegt den Arm von Frau Rohrstock gleich einer Marionette. Es ertönt ein Quietschen.]

Dialektika: „Gucka mol da, die quietscht ja!“

Skeptika: „Es ist viel zu kalt hier! Unter diesen Umständen kann ich nicht arbeiten! Das entspricht nicht dem schulischen Standard! Wir müssen etwas an unserer Schule ändern! Das muss doch auch wärmer gehen im Winter!“

Rhythmika: „Boah, stress nicht so rum, wir sind doch zurückgekommen, um was zu ändern!“

Schlaubiko: „Als fundierte Grundlage vor jeder Evaluation brauchen wir eine natürliche Zahl N größer Null - sei N die Menge aller Daten – die wie erheben müssen.“

Glaubika: „Hey Leute, ich hab doch Religion als Leistungskurs!“

Skeptika: „Die Bibel hilft uns hier nicht weiter, wir brauchen Daten!“

Dialektika: „Ala hop, loas geht’s!“ [Rhythmika, Schlaubiko, Skeptika, Glaubika und Dialektika durchforsten die Schule.]

Schlaubiko: „Heureka, ich habe den Fundus der Baupläne erspäht!“

Dialektika: „Was ist’n dis? Dis ist ja alles voller Zahlen!“
 

Skeptika: „Ach Göttchen, ich hab die Modelle gefunden!“

Glaubika: „Was, Gott? Wo seid ihr denn?“

Rhythmika: [aus dem Off] „Glaubika, folge meiner Stimme! [Sie stößt auf mehrere Papierstapel] Ja, alphabibsch, dis is ja viel!“

[Rythmika, Schlaubiko, Skeptika, Glaubika und Dialektika kommen zurück in den Klassenraum. Bei sich tragen sie zig Architekturrollen, Grundrisse noch und nöcher, schier undurchschaubare Pläne über den Energieverbrauch der Schule und ellenlange Tabellen.]

Schlaubiko: „Zwecks temporärer Einsparungen, schlage ich vor, dass wir das erst einmal ratifizieren!“

Glaubika: „Häh?!“

Skeptika: „Ordnen, Glaubika, er meint ordnen!“

Schlaubiko: „Dialektika konzentriert sich auf…“

Dialektika: „Ich kann mich nicht konzentrieren! Ich brauch Schokolade!“

Rhythmika: „Hey Leute, ich finde, wir brauchen erst einmal eine kleine Aufwärmung! [Fängt an zu klatschen und zu tanzen und zu singen, Glaubika steigt mit ein, scheitert aber an der Schrittfolge und ohrfeigt sich in einem Anflug stürmischer Begeisterung selber.]

Glaubika [frustriert]: „Ach man. Religion ist einfacher!“

Schlaubiko [genervt]: „ Das ist alles kontraproduktiv! Wir müssen das spezifizieren.“

Dialektika: „Spielt doch eh alles keine Rolle: wir krabbeln hier nur alle auf dem Boden und sortieren irgendwelche Blätter!“

Schlaubiko: „Dialektika kümmert sich um die Baupläne, Rhythmika um den Energieausweis und Skeptika um die Stromverbrauchsdaten! Glaubika, du gehst zum Hausmeister und fragst nach der Heizung! Lass Dir alles gut aufschreiben!“

Glaubika [kommt aufgeregt zu den anderen zurück]: „Schaut mal, was ich hier habe! Der Hausmeister hat mir aufgezeichnet, wie groß unsere Schule ist und wie viel Wald wir brauchen, um die Schule ein Jahr lang zu heizen. [Sie hält eine Zeichnung hoch] Schaut mal, wie riesig die Waldfläche ist, die wir als Schule verbrauchen! Das muss doch mit weniger gehen!“

Skeptika: „Wir sollten dämmen!“

Dialektika: „Bessere Fenster wären auch gut!“

Schlaubiko: „Mein Vorschlag wäre ein extrem effiziente Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnungssystem mittels speichernden Steinen.“

Glaubika: „Häh?!“

Skeptika: „Die warme Luft geht aus dem Haus raus und gibt die Wärme an die kalte Frischluft ab.“

Rhythmika: „Wie steht´s mit PV Anlagen?“

Glaubika: „Cool, jetzt brauchen wir nicht mehr so viel Wald, sondern weniger zum Heizen! “

Schlaubiko [Mit glühenden Augen]: „Zwecks totaler Independenz IN NAHER Futur sollten wir versuchen, die Schule ausschließlich mit elektrischer Energie zu versorgen!“

[Frau Rohrstock fängt an, sich leicht zu bewegen.]

Rhythmika: „Unsere Köpfe haben nun wirklich lange genug gequalmt, es müsste doch schon wärmer geworden sein. Lass es uns nochmal mit einem Song probieren!“

[Rhythmika, Schlaubiko, Skeptika, Glaubika und Dialektika singen den „Gebäudesong“.]

Frau Rohrstock [die während des Songs aufgetaut ist]: „Na, dann kann es ja weitergehen mit unserem Test.“

[Buhrufe und Entrüstung. Rhythmika, Schlaubiko, Skeptika, Glaubika und Dialektika stürmen aus dem Klassenraum und lassen eine verwirrt dreinblickende Frau Rohrstock zurück.]

Ende oder der Anfang von klimafreundlichen Schulgebäuden.

Bilder: Titel: flickr_via_creative commons_w3p706; Theaterszenen: WWF/Arnold Morascher

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Kommentare (5)
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Sortieren nach Aktualität:
21.02.2014
Cookie hat geschrieben:
Ich musste beim Lesen sehr lachen. :D
20.02.2014
Sunny97 hat geschrieben:
also ich finde ja Glaubika ganz witzig :) is ma ne andere art auf Energiesparen aufmerksam zu machen
20.02.2014
Sonnenschein99 hat geschrieben:
Echt super, find ich auch :)
20.02.2014
Westernpferdle hat geschrieben:
Super toll!
20.02.2014
Franzi... hat geschrieben:
Super! Macht Spaß, diesen Bericht zu lesen!
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