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© Dagmar Heene / WWF
Immer dieses Theater um's Klima! (1) Der Konflikt um eine Mauer.


von Ivonne
06.02.2014
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Wer sagt, dass wissenschaftliche Ergebnisse ihr Dasein allein in einer PowerPoint Präsentation fristen müssen? Genauso wie Herzschmerz, Liebe, Politik und Gesellschaft - ja - so wie die großen Komödien und Dramen des Lebens, gehören sie auf die Bühne vor ein großes Publikum! Deswegen erschuf der 2°Campus Jahrgang 2013 zusammen mit ihrer Mentorin Anne Düsterhoff das Theatergenre: „Scientific Drama“. :-) Nach der Bühnentaufe folgt nun die WWF Jugend community-Premiere. VORHANG AUF für den ersten Streich:

„Der Konflikt um eine Mauer“

An einem Vormittag im Hörsaal: Die Studierenden sitzen bereits auf Ihren Bänken, kramen noch in ihren Taschen, murmeln sich die letzten Neuigkeiten zu oder verdrücken schnell noch ein Pausenbrot. Doch langsam breitet sich Unruhe aus. Schon 5 Minuten über dem akademischen Viertel. Wo bleibt der Prof? Das einzige, was man vorne sieht, ist ein Mann in gelbem Kittel, der voller Hingabe und Inbrunst das Rednerpult poliert. Und plötzlich richtet er sich an das Publikum.


Hausmeister [leise und schüchtern]: „Meine sehr verehrten Damen und Herren. Ich bin sozusagen der......... also ich bin der Hausmeister. [Plötzlich ändert sich seine Haltung, seine Stimme wird lauter, euphorisch]: Die Möglichkeit einer umweltgerechten Mobilität sind…“

[Prof erscheint im Saal]

Hausmeister [zum Prof gerichtet]: „Ich bin gleich fertig. Entschuldigen Sie!“

Prof [mit einer wirschen Handbewegung]: „Machen Sie schon!“ [Zu seinen Studierenden gewandt]: „Mein sehr geehrtes Publikum! Ich freue mich sehr…“

Hausmeister [unterbricht ihn eifrig]: „Sie sprechen doch über die Möglichkeit der umweltgerechten Mobilität?“

Prof [irritiert]: „Sehr richtig. Es geht um das batteriebetriebene Auto. Die Kathode und die Anode bestehen jeweils aus einem Graphitgitter. In der Mitte befindet sich der Separator, in dem der ionisierte Elektrolyt, welcher Anionen und Lithium-Kationen enthält, eingelagert ist.“

Hausmeister [begeistert]: „Herr Professor, ich habe da ein besonderes Bild dafür! Es gibt eine rechte und eine linke Seite und in der Mitte ist eine Mauer. So wie Osten und Westen und die Mauer!

Prof [noch irritierter]: „Was? Wieso die Mauer?“ [Zurück zum Publikum]: „Egal! Beim Laden des Akkumulators wandern die Elektronen durch den Energieversorger in die Kathode. Dadurch wird diese negativ geladen, weshalb die Anionen in die Anode und die Lithium-Ionen in die Kathode wandern.“

Hausmeister [euphorisch]: „Die Lithium-Ionen sind die Grenzsoldaten und die Elektronen sind die Flüchtlinge, die nicht durch die Mauer laufen können und deshalb um sie herumlaufen. Die Grenzwächter verfolgen die Flüchtlinge.“

Prof [ungeduldig]: „Entschuldigen Sie, wieso sprechen sie denn jetzt über Ost und West? Die Mauer ist doch schon einige Zeit weg!“

Hausmeister [fast platzend]: „Ja, Herr Professor. Aber mir kam gerade die beste Erklärung für…“

Prof [verärgert]: „Nun stören Sie doch nicht weiter meinen Vortrag. Wo war ich stehen geblieben?

Hausmeister: „Bei den Grenzsoldaten und den Flüchtlingen.“

Prof [seufzt und rollt mit den Augen]: „Die Grenzsoldaten waren…?“

Hausmeister: „… die Lithium Ionen und die Elektronen waren die Flüchtlinge.“

Prof [entgeistert]: „Also Sie haben eine Phantasie! Da fehlen aber noch die Anionen!“

Hausmeister: „Na das ist die Stasi, die im Osten Bericht erstattet hat."

Prof: „Das hört sich ja wie ein James Bond des Osten an! Sie bringen mich durcheinander! [Luft holend, zurück zu seinen Studierenden]: Sobald ein Verbraucher angeschlossen wird, wechseln Anode und Kathode. Die Elektronen gehen über den Verbraucher zurück in die Kathode. Die Anionen und Kathioden gehen zurück in den Elektrolyt.“

Hausmeister [klatscht in die Hände]: „Die Flüchtlinge kehren zurück.“

Prof [inzwischen rot angelaufen]: „Nun sagen Sie mir mal, warum die Flüchtlinge zurückgehen sollten.“

Hausmeister [kleinlaut]: „Nein, nein, es ist ja nur eine Metapher, warum die Anionen und Kathioden zurückgehen.“

Prof: „Und die Grenzsoldaten die müssen doch auch wieder zurück, oder?“
Hausmeister: „Genau und dort treffen sie dann die Stasi Mitarbeiter. Und der Verbraucher profitiert…“

Prof: „…vom Durchgangsverkehrt. Sie sind mir ein lustiger Kerl! So habe ich es ja noch nie betrachtet. [Langsam wieder beruhigt und die Rolle des Lehrmeisters einnehmend] Na dann beschreiben Sie mir mal die Batterie in der Argon-Box. Denn die Probleme durch das Wasser sollten ja vermieden werden.“

Hausmeister: „Genau. Ganz einfach, aber politisch vielleicht nicht ganz korrekt. Das Wasser entspricht dem Zusammenbruch der Mauer und der damit verbundenen Massenflucht, sowie dem Auflösen der DDR. Die Argon-Box entspricht den Amerikanern und der UdSSR, die dafür sorgen, dass das System und die Trennung funktionieren.“

Prof [siegessicher]: „Und wie beschreiben Sie das hier jetzt: Die spezifische Kapazität dieser Batterie lag beim 50.Zyklus lediglich bei 23 mAh/g. Ich bin gespannt!“

Hausmeister [kurz überlegend]: „Es bedeutet, dass die DDR zu gute Grenzsoldaten und Stasi-Mitarbeiter hatte.“

Prof [mit hochgezogenen Augenbrauen und Zeigefinger]: „Ein klassischer Akkumulator hat eine spezifische Kapazität von l00~150mAh/g. Und wie erklären Sie mir jetzt die erhöhte Kapazität?“

Hausmeister [fiebernd nach Antwort suchend]: „Hmm, da weiß ich mir jetzt auch nicht zu helfen. Da trifft das Beispiel deutsche Mauer wohl nicht mehr zu, wohl eher die von Mexiko, die ist durchlässig.“ [Springt plötzlich in die Luft]: „Warten Sie mal! Ich habe da noch eine ganz neue Forschungsidee für das batteriebetriebene Auto!“

Prof [schüttelt mit dem Kopf, resigniert]: „Ich geb’s auf. Die Vorlesung ist hiermit beendet.“ [Verbeugung vor dem Publikum.]

Abgang Prof.

[Hausmeister verbeugt sich ebenso und rennt hastig hinterher.]

Abgang Hausmeister.

Das ENDE oder der Anfang von den Geheimnissen der Lithium-Ionen-Batterie

------------

Text: Stefan Eibl, Niko Schmidt und Linus Kuckling

Fotos: Titel: flickr_via cc_Josh Clark; Theaterszenen: WWF/Arnold Morascher

 

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Kommentare (5)
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Sortieren nach Aktualität:
26.02.2014
Makanie hat geschrieben:
Mann, was für eine coole Idee!
Wenn man das liest, stellt man sich das Theater richtig vor!
COOL!
19.02.2014
anni95 hat geschrieben:
Sehr schön :)
08.02.2014
Taki hat geschrieben:
Klasse Idee
07.02.2014
Marcel hat geschrieben:
Genial! Ich finde es fantastisch, wie unser 2°Campus nüchterne Wissenschaft immer wieder originell mit Comics, Videokunst oder auch wie hier mit Theater verbindet!
06.02.2014
Cookie hat geschrieben:
Finde ich als theaterbegeisterter Mensch, der von Wissenschaft ziemlich wenig versteht, eine super Sache!
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