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© Dagmar Heene / WWF
Grüne Zukunftsinnovationen: Smog-fressende Straße


von tricky_thuy
09.02.2015
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35 P

Eine Großstadt, wie viele andere auf dieser Welt, – geplagt von Smog. Smog ist eine Luftverschmutzung, die durch Emissionen von Autoabgasen oder Industrieabgasen von Kraftwerken entsteht. Damit die Stadtbewohner nicht von diesem Smog Atemprobleme bekommen und damit die Stadt schöner aussieht, haben Wissenschaftler in den USA eine kreative Lösung entwickelt: eine Smog fressende Straße.


In Chicago wurde eine solche Straße zum ersten Mal gebaut – eine 3 km lange Strecke, die täglich von abertausenden Trucks befahren wird. In dem Industriegebiet litten die Anwohner früher unter Atemwegsbeschwerden, doch nun sollten diese durch die Innovation gemindert werden.


Die Straße besteht aus photokatalytischem Zement, der mit Titandioxid-Nanopartikel spezialbeschichtet wurde. Es kann den Smog, der größtenteils aus Stickoxiden besteht, zersetzen und entfernt nach Herstellerangaben bis zu 90% der Schadstoffe aus der Luft.
Das wissenschaftliche Konzept basiert auf photokatalytischen Reaktionen. Titandioxid, ein ungiftiger Halbleiter, wird durch Sonnenlicht angeregt und beschleunigt die Oxidation von den giftigen Stickoxiden in der Luft. Es entstehen wasserlösliche Nitrate, die vom Regenwasser abgespült werden. Wenn sie in den Boden gelangen können Pflanzen es als Nährstoff nutzen.



Diese Technik könnte man nicht nur beim Straßenbelag verwenden, sondern auch Hausfassaden damit beschichten. Wissenschaftler aus Italien gelang es, einen derartigen Beton zu entwickeln.

Diese Straße in Chicago wurde zur grünsten Straße Amerikas gekürt. Weitere Infos könnt ihr unter diesem Link nachlesen.


Dieses Projekt ist nicht nur umweltfreundlich, sondern auch kostengünstig. Mit 14 Millionen Dollar kostete es 21% weniger als traditionelle Straßenbauprojekte laut dem Chicagoer Umwelt und Nachhaltigkeitsreferat! Es wird zudem erwartet, dass die Betriebskosten geringer sind. Zukünftige Straßenbauprojekte sollen in Chicago auch diese grünen Innovationen enthalten.


Dennoch wird kritisiert, dass Abgase nur in Bodennähe zersetzt werden können. Durch Hitze entstehen Aufwinde und Schadstoffe verlassen den Bodenbereich und ihre Transformation ist nicht gesichert. Bei Wind werden die Abgase verweht und können den Belag nicht erreichen.


Nichtsdestotrotz hilft diese Technologie, den Smoggehalt zu reduzieren. Wenn sie ausreichend optimiert ist, können wir in Zukunft wirklich auf Smog-fressenden Straßen laufen.

Titelbild aus flickr creative common: Smog downtown von Metro Library and Archive

Eigene Zeichnung

 

 

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Kommentare (6)
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Sortieren nach Aktualität:
05.03.2015
Ivonne hat geschrieben:
Danke für diesen tollen und anschaulichen Bericht, vor allem die Zeichnung ist dir sehr gut gelungen! :-) Ich finde diese Technologie auch gut, finde aber, dass man sich parallel dazu auch immer Gedanken machen muss, wie man Smog von vornherein verhindern kann.
14.02.2015
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Geniale Sache, hoffentlich setzt sich das durch!
11.02.2015
Luke24 hat geschrieben:
Mich wundert, dass sich das Ganze auch noch bei den Unterhaltskosten zu rentieren scheint. Hätte ich nicht gedacht. Normalerweise ist Umweltschutz - natürlich nur kurzfristig gesehen - ja teuer.
10.02.2015
Celine2Grad hat geschrieben:
Echt toll, was es immer wieder für Erfindungen gibt ... Danke für den Bericht! Besonders hat mir gefallen, wie du erklärt hast, was eigentlich chemisch passiert. Ich bin zwar in Chemie eine totale Niete, aber so, wie du es vereinfacht hast, fand ich es wirklich interessant :)
10.02.2015
Sasha13 hat geschrieben:
Das klingt wirklich super. Hab davon noch nie gehört. Danke für den Bericht :)
09.02.2015
Theprotest hat geschrieben:
Super Innovation, wäre cool wenn sich das durchsetzenkönnte!
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