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© Dagmar Heene / WWF
"Grüne Zukunftsinnovationen" - Müll als Mittel zum Zweck


von lavica
09.06.2013
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Habt ihr schon einmal von Energiegewinnung aus Abfall gehört? Während in Deutschland diese Möglichkeit kaum populär ist, profitieren die skandinavischen Länder bereits in hohem Maße von der Technologie.

Bevor ich kürzlich im „NEON“-Magazin, einer Zeitschrift, die unter dem Logo des „Stern“ erscheint, einen Artikel zu eben diesem Thema gelesen habe (Ausgabe Juli 2013, S. 26, „Mülleinfuhr-Skandinavische Länder kämpfen um ausländischen Schrott“ von Johannes Knuth), war mir das Potenzial des eigentlichen Problemfaktors „Müll“ nicht bewusst.

Folglich habe ich begonnen im Internet zu recherchieren und bin dort auf eine Seite des „Umwelt Bundes Amtes“ gestoßen (http://www.umweltbundesamt.de/abfallwirtschaft/nachhaltigkeit/dokumente/energie-aus-abfall-zus.pdf). Zum Klimapotenzial der Abfallwirtschaft ist ein kompletter Absatz verfasst, in welchem vorerst erwähnt wird, dass mit dem Verbot der Deponierung von nicht vorbehandelten Abfällen schon ein großer Schritt Richtung Klimaschutz gegangen wurde.
Der durch solchen Müll entstehende Ausstoß von Methan ist nämlich 21fach stärker klimawirksam, als CO2-Emissionen!

Die steigende Müllproduktion unserer Gesellschaft bildet eine riesige Quelle an Rohmaterialien für die Stromerzeugung in Müllverbrennungsanlagen. Zudem sprechen die CO2-Vermeidungskosten für die Förderung solcher Anlagen, denn sie sind sogar weit niedriger, als bei Photovoltaik oder Windkraft.

Allerdings muss man bedenken, dass sich dieser wirtschaftliche Wert der CO2-Vermeidungskosten nicht auf die Maßnahmen mit dem größtmöglichen Potenzial zur Emissionsreduktion, sondern auf die Maßnahmen mit den geringsten Kosten pro vermiedener Tonne CO2 konzentriert (vgl. http://www.energie-lexikon.info/co2_vermeidungskosten.html) .

So beeindruckte mich der Inhalt des Artikels aus der „NEON“ zuerst sehr: Oslo bezieht seine Energie zu über 50% aus der Umwandlung von durch Müllverbrennung entstehender Hitze in Strom.

Doch nach gründlicher Nachforschung bin ich zu dem Standpunkt gelangt, dass der Nutzen von Müll zur Stromerzeugung nicht die ideale Lösung für alternative regenerative Energietechniken ist -obwohl die Methode auf dem ersten Blick sehr positiv in Bezug auf den Klimaschutz sowie dem Problem „Was mit dem vielen produzierten Müll machen?“ wirkt.
Ob sie jedoch wirklich die Umwelt schont, ist sehr umstritten.

Trotzdem habe ich mich dazu entschieden diese „Grüne Zukunftsinnovation“ vorzustellen, denn man sollte sich bewusst werden, wie viele verschiedene Möglichkeiten es doch zum Klimaschutz gibt. Dabei muss man sich die Vor- und Nachteile ganz genau vor Augen halten und niemals einseitig betrachten.

Unsere Umwelt ist ein kostbares Gut und verdient es, sich ausführlich Gedanken um sie zu machen!
 

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Kommentare (10)
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17.06.2013
Foster hat geschrieben:
apropos müllvermeidung: auch gut wäre es wenn man "nutzt statt besitzt" ,so könnte man einiges an müll sparen, wenn man zb musik streamt anstatt cds und deren hüllen zu kaufen
13.06.2013
TaniaTukan hat geschrieben:
In Sachsen wird in der Müllverbrennungsanlage Lauta der sächsische Müll verbrannt. Die habe ich mal besichtigt. dort wurde auch erklärt, warum dass nicht umweltschädlich ist (denn bei Verbrennung denkt man ja erst mal an CO2-Ausstoss). Ob das nun wirklich klimafreundlicher ist als Photovoltaik und Windkraft, wage ich mal stark zu bezweifeln - traue keiner statistik, die du nicht selbst gefälscht hast ! ;)
10.06.2013
gelöschter User hat geschrieben:
gelöscht
10.06.2013
Morgentau hat geschrieben:
Vielen Dank für den Bericht. :o)
Die optimale Lösung für Müll scheint mir leider wirklich noch in weiter Ferne, Jonpackroff hat ja schon erwähnt, dass viel recyclebarer Müll verbrannt wird. Da gibt es noch viel mehr ungelöste Probleme, wenn man sich das mal genauer ansieht...
10.06.2013
Ivonne hat geschrieben:
Ein toller Bericht, vor allem deswegen, weil du alle Seiten des Problems beleuchtest!
09.06.2013
lavica hat geschrieben:
Im Gegensatz zu den skandinavischen Länder nutzt Deutschland Müll noch sehr gering zur Energiegewinnung.
Vielen Dank =)
09.06.2013
Malla hat geschrieben:
Ich dachte Deutschland nutzt seine Müllverbrennungsanlagen sehr intensiv, denn als ich das letzte Mal davon gehört habe, hieß es Deutschland importiert sogar Müll für diese Anlagen. Naja, ich halte nicht so viel davon auch wenn es eine Möglichkeit ist Müll noch zu nutzen. Der Artikel ist übrigens gut geworden.
09.06.2013
lavica hat geschrieben:
Jonpackroff: Da gebe ich dir vollkommen Recht! Doch in Deutschland, wo die Möglichkeiten dafür gegeben sind, die Müllverbrennung klimafreundlich und energieeffizient zu gestalten, bestehen noch kaum solche Anlagen, bei der die entstehende Wärme in Strom umgewandelt wird. Ein Grund dafür ist auch die Problematik des Standortes, da die Energie direkt ins Netz eingeschläußt werden muss und das an den Stellen, wo auch so viel benötigt wird.
09.06.2013
Jonpackroff hat geschrieben:
So unpopulär ist die Müllverbrennung gar nicht, immerhin ist es nach dem Verbot der Deponierung neben dem Recycling die einzige Methode zur Müllbeseitigung. Es handelt sich dabei aber nicht um eine erneuerbare Energie, sondern um einen Rohstoff der verbrannt wird, genau wie Kohle oder Gas!
Das Problem bei der Sache ist außerdem, dass durch die Müllverbrennung viel Müll verbrannt wird, der eigentlich recycelt werden könnte! So wird sogar von dem Müll aus dem gelben Sack / gelbe Tonne ein großer Teil verbrannt, was ja eigentlich nicht der Sinn dieses dualen Systems ist!
Trotzdem ist es natürlich sinnvoller, den Müll als Energiequelle zu benutzen, als ihn einfach in die Landschaft oder ins Meer zu kippen, keine Frage. Aber trotzdem sollte Müllvermeidung und Recycling angestrebt werden!
09.06.2013
Foster hat geschrieben:
Guter Bericht und ich teile deinen "zwiespalt", da müllverbrennung keine ideale Lösung ist. natürlich wäre es besser zunächst weniger müll zu produzieren.
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