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© Dagmar Heene / WWF
"Es ist nicht die Zukunft, die wir hätten haben können."


von Ivonne
20.12.2012
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Wissen wir jetzt schon, wie unser Leben im Jahr 2052 aussieht? Der Zukunftsforscher Jorgen Randers sagt ja!

Man kann zwar „unmöglich einzelne Ereignisse in der Zukunft vorhersagen.“ Aber „rein technisch gesehen ist es in der Tat möglich, über Trends und Tendenzen Aussagen zu treffen.“

In seinem 2012 erschienenem Buch „Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre“ erstellt Jorgen Randers eine Prognose für fünf wichtige Einflussgrößen auf die zukünftige Welt: Bevölkerung und Konsum bis 2052; Energie und CO2 bis 2052; Ernährung und Fußabdruck bis 2052; die nicht-materielle Zukunft bis 2052 und der Zeitgeist bis 2052.

Noch das Interview von WWF Jugend Klimabotschafter Johannes mit unserer Expertin für Internationale Klimapolitik Barbara im Hinterkopf, habe ich mich besonders für Randers' Prognosen bezüglich der internationalen Zielsetzung, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf höchstens 2°C zu begrenzen, interessiert. Er sagt dazu: „Wenn die Klimaverhandlungen […] weiter so langsam vorangehen wie bisher, werden wir das auf keinen Fall schaffen […] und wir haben keine Chancen mehr auf eine globale Erwärmung von unter 2°C.“ Da wir höchstwahrscheinlich so weitmachen werden wie bisher – so sieht es Randers voraus - wird die globale Durchschnittstemperatur definitiv um mehr als 2°Celsius steigen und zu ernsthaften sozialen, ökonomischen und kulturellen Problemen führen. Extreme Wetterereignisse wie ungewöhnliche Hochwasser, Wirbelstürme und Dürreperioden werden dann unseren Alltag bestimmen.

 

 

Rander gibt Ratschläge, wie man sich auf eine solche Zukunft vorbereiten kann: Wohne an einem Ort, der vom Klimawandel möglichst wenig betroffen ist! Vermeide Vorliebe für Dinge, die bald verschwunden sein werden! Investiere in hochwertige Unterhaltungselektronik als Ersatz für die Realität! Wenn Dir die Vielfalt des Lebens am Herzen liegt, genieße sie, solange du noch kannst! u.s.w.

Was für ein ernüchternder und pessimistischer, ja, fast schon ironischer Blick in die Zukunft, dachte ich mir. Und das von einem Mann, der bereits seit vielen Jahren für Nachhaltigkeit kämpft. (Jorgen Randers ist Professor für Klimastrategie an der BI Norwegian Business School und war von 1994 bis 1999 stellvertretender Generaldirektor von WWF International in der Schweiz.)

Aber dann blickte ich hinter die eigentliche Aussage und Botschaft von Jorgen Randers Buch. Im Grunde fragt er uns nämlich: So sieht die Zukunft höchstwahrscheinlich aus – wollt ihr das wirklich?

Randers war sich beim Verfassen seines Buches durchaus bewusst darüber, dass seine pessimistische Prognose die Motivation engagierter Menschen zerstören und gegenwärtiges wie zukünftiges Handeln zur Verbesserung der Lage lähmen könnte. Er habe sein Buch aber vor allem mit dem Ziel geschrieben, zum Handeln zu ermutigen.

Seine Schlussbemerkung lautet: „Bitte [hilf] mit, dass meine Prognose sich als falsch erweist. Gemeinsam können wir eine bessere Welt schaffen.

Allen, die neugierig auf unsere - auf die Zukunft unserer Kinder und Enkel sind und tatsächlich eine bessere Welt schaffen wollen, empfehle ich dieses persönlich und spannend geschriebene Buch sehr!

In diesem Sinne: Eine schöne Weihnachtszeit und nachhaltige Festtage mit viel Zeit zum Lesen wünscht euch

eure Ivonne aus dem WWF-Team!


Bilder: Abgeholzter Torfmoorwald © Bhayu Pamungkas / WWF-Indonesia; Buchcover 2052 © Ivonne Drößler / WWF; Klimawandel (Dürre in Tunesien) © Michel Gunther / WWF; Eisberg Polarregion © natureplcom Bryan & Cherry Alexander / WWF
 

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Kommentare (2)
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27.12.2012
LSternus hat geschrieben:
Auf so eine Zukunft kann ich auch verzichten. Vorallem da ich mich nicht, warum auch immer, mit solchen Prognosen abfinden will/kann.
Als ich die Ratschläge gelesen hatte, habe ich mich schon gefragt ob der Typ noch richtig tickt! Aber wenn man weiter liest, sieht das schon wieder anders aus. Da haben diese Ratschläge eine völlig neue Bedeutung.
Der Bericht ist super geschrieben, danke :)
20.12.2012
Sandsturm hat geschrieben:
Solche Zukunftsausblicke sind immer interessant. Allerdings scheint dieser wirklich recht pessimistisch. Die Botschaft dahinter ist aber eindeutig: Wenn ihr nicht wollt, dass die Zukunft so wird, müssen wir was dagegen tun.
Schöner Bericht!
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