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© Dagmar Heene / WWF
Erfolgreicher Selbstversuch - Ja oder Nein?


von Anticap
12.05.2015
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Der Entschluss einen Selbstversuch zu starten ist leicht gefasst, aber es ist eine Verpflichtung gegenüber dir selbst.

Beim 2°Campus ist es üblich, dass jeder Teilnehmer vom ersten bis zum zweiten Block eine Selbstverpflichtung einhält.

Viele leben zwar schon sehr umweltschonend, aber mal bewusst auf etwas zu verzichten oder den eigenen Konsum umzustellen, führt dazu, dass man Kleinigkeiten mehr Bedeutung zu misst.

 


Eine solche Kleinigkeit ist auch meine Selbstverpflichtung: Verzicht auf Plastiktüten.

Leichthin habe ich immer von mir behauptet, dies eh schon zu tun und generell sehr umweltschonend zu leben. Ich bin Vegetarierin, fahre Rad oder mit dem Bus, benutze meine Blätter von beiden Seiten und verzichte natürlich auch auf Plastiktüten, dachte ich.

 


Gleich nach dem ersten Block des 2°Campus habe ich mir einen Beutel in meinen Schulrucksack geworfen, da ich meistens nach der Schule in die Stadt fahre. Was folgte daraus als ich mit meiner Mutter an meinem Geburtstag einkaufen war? - Natürlich, der Beutel war noch in meinem Rucksack. Mist! Also habe ich nach Papiertüten gefragt – Fehlanzeige. Zähneknirschend habe ich also die Plastiktüte entgegengenommen. Das war ein ganz neues Gefühl. Sich ein Ziel zu setzen und das dann durch eigene Dummheit nicht einhalten zu können. Das ist doof und so habe ich mich auch gefühlt.

Ein anderes Beispiel zeigt das Denken von uns besonders eindrucksvoll. Ich fuhr mit dem Fahrrad zu einem Imbiss und fragte, ob ich das Essen in meinen Beutel mitnehmen könne, anstatt in der Tüte. Ein klares Nein war meine Antwort. Mit einem Blick auf mein Fahrrad aber der Wandel: Ja, man könne das ausprobieren. Ich freute mich schon wenigstens hier meine Selbstverpflichtung erfüllen zu können, als ich meinen Beutel übergab und alles zuerst in die Plastiktüte gelegt wurde und diese dann erst in den Beutel. Wenigstens hatte ich dann mein Essen, um mich zu trösten.

 


Auf der anderen Seite sehe ich wie auch meine Familie auf Plastiktüten verzichten möchte, ohne dass ich darum gebeten habe, sondern einfach indem ich „mein Ding“ durchziehe. Auch wenn ich den Verdacht hege, dass meine Schwester mein Geburtstagsgeschenk nicht nur aus umweltschonenden Gründen auf die Verpackung verzichtet hat, so wie sie es behauptet. ;)

 


Die Antwort auf die Frage, ob ich eine Tüte brauche, ist meistens ganz einfach mit „Nein“ zu beantworten, denn für Kleinigkeiten findet sich locker ein Platz in der Hand-, Jacken- oder Schultasche (wenn sie denn dabei ist).

Aber die Fehlschläge führen mir immer wieder vor Augen wie normal und unwichtig der Konsum von Plastik in Deutschland ist. Dabei braucht Plastik bis zu 450 Jahre, um biologisch abgebaut zu werden.

Doch ganz egal, wie erfolgreich die Selbstverpflichtung für mich nun endet, die Tatsache, dass ich bewusster konsumiere, ist es wert.

Versucht es doch auch einfach mal! :)

 

Titelbid: Plastikmüll als Last - von Pia Voitz

 

 

 

 

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Kommentare (6)
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16.06.2015
GreenLulu hat geschrieben:
Hey Pia,
deinen Selbstversuch finde ich echt interessant. Es ist schon erstaunlich, wie viele Plastiktüten wir in unserem Alltag benutzen. Erst wenn versucht wird, auf Plastiktüten zu verzichten, fällt uns auf, wie schwierig das ist. Dein Artikel hat mich motiviert, selbst nochmal intensiver meinen Plastiktütenverbrauch zu reduzieren. Danke :). Bin schon gespannt, wie es bei den anderen TeilnehmerInnen vom 2 Grad Campus mit den Selbstverpflichtungen aussieht. Ich freue mich schon total auf den Sommer! Luisa
13.05.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Hi Pia,
ich würde sagen, dein Selbstversuch ist eindeutig gelungen. Ich denke, die meisten kennen das Gefühl, dass man sich etwas ärgert, wenn es dann doch nicht hundertprozentig klappt. Aber gerade dadurch beschäftigt man sich ja dann noch etwas mehr damit.
Ich versuche neben meinem Selbstversuch auch möglichst auf meinen Plastikverbrauch zu achten, habe mich allerdings dann auch letztens etwas geärgert als es das vegane Eis nur im Plastikbecher gab. Noch viel Spaß bei deinem Selbstversuch, ich freue mich schon auf den 2. Block im Sommer :)
13.05.2015
Ivonne hat geschrieben:
Liebe Pia, danke für deine sehr interessante Einsicht in die Phase deines Selbstversuches. Ich kenne das Gefühl, das sich bei dir ab und zu einstellt, aber wie Lisa schon meinte, allein das darüber stolpern und nachdenken und oft anders machen, auch wenn es nicht zu 100% klappt, ist schon ein riesengroßer Schritt. LG!!
13.05.2015
Cookie hat geschrieben:
Ich finde deinen Selbstversuch auch super, weil er super zeigt, wie selbstverständlich Plastiktüten einfach geworden sind. Ich hab früher auch nie einen Beutel zum Shoppen mitgenommen und hatte auch einige solche Momente wie du mit dem Rucksack, weil man aus der Gewohnheit erst mal rauskommen muss. Oder man guckt mal kurz nicht hin und schon sind die Sachen eingetütet. Aber es ist echt nur Gewohnheitssache undr ich bin mittlerweile auch ganz schnell im "Ich brauche keine Tüte!" sagen, um den Verkäufern auch ja zuvorzukommen ;)
Dass die das Essen nicht einfach ohne Tüte rausgeben wollten, finde ich komisch. Aber lass dich nicht entmutigen und weiter noch ganz viel Spaß und Erfolg mit deinem Selbstversuch! :)
12.05.2015
Sunlight hat geschrieben:
Klasse Einsatz! Dass es in unserer Gesellschaft fast unmöglich ist zu 100% auf Plastik zu verzichten, ist ja klar, aber darum geht es ja auch gar nicht. Wie Du selber schreibst, zählt ja jeder kleine Schritt und vor allem geht es ja darum (was ich aus meinen 2°Campus-Verpflcihtungen aus den letzten drei Jahren nur bestätigen kann ;)), dass man sein eigenes Handeln immer wieder hinterfragt und weiter optimiert. Vor allem werden viele dieser Kleinigkeiten, die man hinterfragt plötzlich zur Gewohnheit und somit "Großigkeiten" :)
Lass Dich da von kleinen Rückschlägen auf jeden Fall nicht entmutigen! :)
12.05.2015
Taki hat geschrieben:
Mann sollte immer einen Selbstversuch abbrechen wenn er gräflich wird. Wenn er unzumutbar wird.
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