Auf allen Kanälen:


Neues aus unserer


Forschung!


© Dagmar Heene / WWF
Ein Tag im Leben eines Forschers (Ernährung)


von Tamina
27.07.2013
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 Forschen? Klingt nach Im-Labor-Stehen, jeder analysiert vor Konzentration schweigend seine Probe und trägt am Ende des Tages mit den anderen die Ergebnisse zusammen. Denkste! Hier beim 2°Campus zeigt die Ernährungsgruppe, dass es auch ganz anders geht!


Entspannt, locker und voller Kreativität - so würde man die Atmosphäre im Raum des recht unscheinbaren Backsteingebäudes der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde(HnEE) direkt am Markt bezeichnen. Rebekka, Paola, Jonas, Cosima und Rumeysa sitzen mit der Referentin Anja Feierabend und ihrer Juniormentorin Freya in einer Runde und tragen ihre Ideen zusammen. Man diskutiert, lacht und entwickelt gemeinsam Projektideen. Und das, obwohl sie am Tag zuvor mit dem Fahrrad zu zwei Bauernhöfen in der Umgebung gefahren sind und heute wieder früh um 7 Uhr aufstehen mussten, um sich weiter mit ihrer Forschungsfrage zu beschäftigen, wie Jugendliche zur klimafreundlichen Ernährung motiviert werden können.


Doch was genau machen sie eigentlich? Und wie forschen sie?


Schon beim ersten Block des 2°Campus hat die Ernährungsgruppe einen Fragebogen zum Ess-, Koch- und Einkaufsverhalten entwickelt und in ihrer Schule verteilt. Am ersten Tag des 2. Blocks haben die Teilnehmer gemeinsam die Bögen ausgewertet und anschließend einen Vortrag von Herrn Professor Pape gehört, damit sie klimafreundliche Ernährung genau definieren können – schließlich braucht man als Forscher ja eine Grundlage, auf der alles aufbaut. Aber ihre Forschung basiert nicht nur auf theoretischen Überlegungen, denn am zweiten Tag gab es gleich zwei Exkursionen zu Bio-Bauernhöfen: zu einem Hof im Ökodorf Brodowin und zum Hof Schwalbennest, der laut Paola und Jonas familiärer und gemütlicher gewirkt hat, da auch das Verhältnis zwischen Bauern und Tieren als sehr vertraut wahrgenommen wurde.


Heute, an ihrem letzten Tag in Eberswalde, steht nun eher die Theorie wieder im Vordergrund. Nach einem Brainstorming zu Siegeln, Angebot und Nachfrage, Tierhaltung und Methoden, wie man eine Verhaltensänderung bewirken kann, gibt es eine kurze Pause im Fluss neben der Hochschule, bei der gleich ein paar tolle Fotos entstehen. Es gibt jedoch einige, denen das Wasser doch etwas zu kalt wird und die schnell raushüpfen ;). Danach geht es weiter mit der Präsentation „Jugendliche Lebensstile contra Nachhaltigkeit“ der Tagung „Null Bock auf Natur und Umwelt?“. Dabei geht es um Zielgruppen in sozialen Milieus (laut der Studie „Wie ticken Jugendliche?“ aus dem Jahr 2007), deren Konsumverhalten, Schwellenmodelle der Kommunikation und Potenziale für gesellschaftliches Engagement. Die Teilnehmer diskutieren, wie Angebote und die Kommunikation über Medien für bestimmte Zielgruppen aussehen müssten und wie das alles von Ort und Zeit abhängt. Nach einigen vorgegebenen Kommunikationsbeispielen für spezielle Gruppen und einer kurzen Pause gehen alle in den Garten, um dies auch selbst anhand von Rollenspielen auszuprobieren. Das ist manchmal gar nicht so leicht, wie man denkt!


Am Nachmittag kommt auch Frau Prof. Dr. Häring nochmals dazu. Alle setzen sich nach einem sehr leckeren veganen Mittagessen in der Mensa der Hochschule wieder zusammen und entwickeln Ideen für Aktionen. Cosima hatte z.B. vorgeschlagen, zwei Warenkörbe zusammenzustellen – den einen mit regionalen Bio-Produkten und den anderen mit konventionellen – und dann deren CO2-Bilanzen zu berechnen.


Abschließend soll sich jeder überlegen, welche Projekte man in der eigenen Schule gestalten könnte und anhand einer strategischen Planung ein Konzept entwickeln. Dabei kamen echt tolle Sachen zu Stande! Es gab es beispielsweise die Idee von speziellen Kochkursen in der Schule oder einem „Fairen Café“. Wir sind gespannt, was sich alles umsetzen lässt! Paola und Jonas berichten mir beide, dass sie es sehr gut finden, dass sich die Wissenschaftler auch auf ihre Gedanken einlassen und sie ernst nehmen. Sie geben dabei nicht nur Denkanstöße, sondern lassen eigene Ideen zu, die aufgenommen und weiterentwickelt werden.

Jonas und Paola am Fluss vor der Hochschule Eberswalde


Gegen 17 Uhr machen wir uns auf den Weg in die Jugendherberge „Wald Solar Heim“ und können uns vor dem Grillabend noch ein wenig ausruhen. Am nächsten Morgen wird noch eine musikalische Vorstellung in Eberswalde besucht und dann geht es zurück nach Berlin.
 

Ihr seht, Forschen ist sehr vielseitig und macht unglaublich viel Spaß! Hättet ihr euch das so vorgestellt?

 

Hier noch ein paar letzte Bemerkungen der Ernährungsgruppe zu den Forschungsarbeiten in Eberswalde:


Rebekka: „Mir hat es in Eberswalde viel Spaß gemacht, vor allem die Arbeit an der Hochschule. Und es war toll, die Bauernhöfe zu besichtigen und durch den Gemeinschaftsgarten ein konkretes Projekt zu sehen.“


Paola: „Ich fand die Tage in Eberswalde super! Die Hochschule und die Arbeit dort haben mir gut gefallen und auch die Unterbringung war schön. Es ist klasse zu sehen, welche Ergebnisse wir schon erzielt haben mit denen wir nun weiterarbeiten können.“


Jonas: „Unsere Forschungsarbeit an der Hochschule in Eberswalde hat mir gefallen, weil die Lernatmosphäre einfach toll war. Die Betreuung durch die Mentoren klappte sehr gut und auch die Ausflüge waren spannend und informativ.“


Cosima: „Die Forschungsarbeit an der FH macht total Spaß und ist auch produktiv. Die Ausflüge zu den Demeter-Bauernhöfen war eine schöne, wie interessante Erfahrung. Wir sind gerade dabei unser Wissen umzusetzen und Projekte zu planen. Ich bin richtig motiviert diese dann auch zu starten.“


Rumeysa: „Die Zeit in Eberswalde hat mir sehr gut gefallen, weil wir sehr interessante und faszinierende Exkursionen unternommen haben. Außerdem fand ich die Besuche an den Bio-Bauernhöfen schön, da man den Prozess der Rohstoffe bis hin zum Verkauf dieser erleben durfte. Weiterhin fand ich es faszinierend, dass die Mini-Bauernhöfe auch ihre eigenen Produkte produzieren.“


Ich bedanke mich bei der Ernährungsgruppe für die tollen Einblicke und wünsche euch noch ganz viele neue Erfahrungen in der nächsten Woche!

 

Bilder: © WWF/ Arnold Morascher

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Kommentare (1)
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28.07.2013
Ivonne hat geschrieben:
Liebe Tamina, danke für deinen großartigen Artikel. Da bekommt man richtig Lust, in Eberswalde zu studieren! Ich bin gespannt auf die Aktionen der Forschergruppe Ernährung! :-)
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