Auf allen Kanälen:


Neues aus unserer


Forschung!


© Dagmar Heene / WWF
Ein Jahr voller 2°Campus - Danke!


von Buchenblatt
28.03.2016
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29. März 2015 Aufgeregt sitze ich im Zug nach Berlin auf dem Weg zum ersten Block vom 2°Campus. Meine erste lange Zugfahrt alleine. Ich, ein aufgeregtes, manchmal schüchternes Mädchen vom Land, auf dem Weg in die Großstadt.


23. März 2016 Voller Vorfreude sitze ich wieder im Zug nach Berlin. Es ist inzwischen mein fünfter Aufenthalt in dort und ich darf als Juniormentorin den neuen Teilnehmern die Ergebnisse aus dem letzten Jahr vorstellen. Zwar bin ich dieses Mal wieder aufgeregt, aber ich vertraue darauf, dass der 2°Campus sehr schön werden wird.


28. März 2016 Ich blicke ich zurück auf all das, was zwischen den beiden Zugfahrten passiert ist. Ein Jahr, indem ich selbstbewusster und erwachsener geworden bin. Ein Jahr voller 2°Campus. Meine Eindrücke dazu würde ich euch gerne in diesem Artikel zeigen. Ansonsten kann ich euch allerdings auch diesen Poetry Slam von Lisa sehr empfehlen.


Alles begann mit dem ersten Block vom 2°Campus der ein voller Erfolg wurde. Wir haben spannenden Vorträgen gelauscht, viel über das Klima und mögliche Schutzmaßnahmen gelernt und unsere eigene Forschungsfrage entwickelt, an der wir im Sommer weiterforschen würden. Doch noch etwas ist geschehen: Nebenbei ist unsere komplette Gruppe aus 20 Jugendlichen, die über ganz Deutschland verteilt wohnen, zu einem Team zusammengewachsen. Wir fühlten uns als würden wir uns schon ewig kennen. Und nebenbei hat sich auch unser Selbstbewusstsein verändert. Im Improvisationstheaterworkshop und auch beim Rhetoriktraining konnten wir uns selbst ausprobieren und in der Woche haben wir auch gemerkt, wie wir auf andere, zunächst Fremde, wirken. Schließlich gab es keine festgelegten Rollen wie in der Schule. Beim 2°Campus war alles offen...


Der erste Block war vorbei und wir gingen zurück in unseren Alltag. Schule, Hausaufgaben, Freunde treffen... Der 2°Campus rückte wieder in den Hintergrund. Und trotzdem war er da: Einige von uns blieben in der Community aktiv, schrieben ihre ersten Artikel, wir informierten uns über unsere Forschung im Sommer und versuchten mit unseren Selbstverpflichtungen unseren Alltag nachhaltiger zu gestalten. Ich traute mich schließlich auf meine erste WWF Jugend Aktion – die Häkeldemo in Bonn – und wurde herzlich von euch aufgenommen. Für mich wartete dort jedoch auch die nächste Herausforderung: Mit dem Häkeln allein war es nicht getan, nun ging es darum, die Leute zu informieren und wir mussten teilweise auch aktiv auf die Kongressteilnehmer zugehen, um ihnen auf Deutsch oder auch auf Englisch zu erklären, warum es so wichtig ist, für den Schutz des Great Barrier Riffs abzustimmen. Eine kleine neue Probe für mein Selbstbewusstsein.


In den Sommerferien wartete dann der zweite Block vom 2°Campus auf mich. Wieder aufgeregt, aber in freudiger Erwartung fuhr ich nach Münster, wo wir selbst forschen durften. Was wir dabei herausgefunden haben, findet ihr hier. Nach vier Tagen Forschung trafen wir auch den Rest der Gruppe in Berlin wieder. Die zaghaften Freundschaften, die schon im ersten Block entstanden waren, festigten sich und unsere Gruppen wuchsen stärker zusammen. Auch hier war es spannend zu sehen, wie wir uns in den Kleingruppen verhalten. Während bei uns in der Schule in den Gruppen die ungefähre Aufgabenverteilung oft schon feststeht und die meisten kaum Interesse an Diskussionen über das Thema zeigen, wurde bei uns in der Gruppe ordentlich diskutiert, bis wir schließlich zu einer Präsentation kamen, mit der wir alle zufrieden waren.

Obwohl wir in den zwölf Tagen vom 2. Block kaum Zeit für uns selbst hatten, sondern immer von der Gruppe umgeben waren, war ich traurig als ich wieder abfahren musste. In der 2°Campus-Gruppe fühlte ich mich richtig wohl.


Doch zum Glück war noch nicht alles vorbei: Wir würden uns schließlich alle im dritten Block wiedersehen und außerdem gab es ja auch noch die WWF Jugend Aktionen. In Köln lernte ich dabei weitere tolle WWF Jugend Mitglieder kennen, mit denen ich Unterschriften für den Regenwald und Plastikmüll vom Rheinufer sammlte. Leider traf ich dort nicht meine Freunde vom 2°Campus, dafür konnte ich den anderen davon erzählen. Eine wollte sich anschließend sogar selbst bewerben, sodass ich sie jetzt bei dem ersten Block des neuen Jahrgangs wiedersehen konnte.
In den Herbstferien kurz vor dem dritten Block schafften eine Freundin vom 2°Campus und ich es schließlich uns endlich einmal außerhalb des 2°Campus zu treffen. Zum Glück wohnen wir nicht allzu weit voneinander entfernt, sodass wir uns mit dem Zug gut besuchen können. Zusammen schrieben wir einen Artikel für die WWF Jugend Community und hatten eine Menge Spaß. Für uns beide steht fest, dass wir unsere Freundschaft auf jeden Fall auch über den dritten Block hinaus aufrecht erhalten werden.


Dem dritten und letzten Block blickte ich schließlich etwas wehmütig entgegen. Einerseits freute ich ich natürlich, andererseits wollte ich nicht, dass es so bald schon wieder vorbei wäre: mein Jahr voller Klimaschutz, mit spannenden Vorträgen, eigener Forschung, Teamspielen, Exkursionen, neuen Freundschaften und Spaß. In Berlin angekommen liefen die letzten Vorbereitungen für unseren Vortrag. Alles wurde noch einmal geprobt und dann waren wir bereit. Im Gebäude der Robert-Bosch-Stiftung begann unsere Abschlussveranstaltung schließlich mit einer Fishbowl-Diskussion. Hier spürte ich wieder, dass ich doch noch etwas schüchtern bin und so folgte ich gespannt der Diskussion, in der nicht nur Experten, sondern auch einige ehemalige Teilnehmer und Freunde von mir zu Wort kamen. Bei den anschließenden Vorträgen war ich zwar etwas nervös. Trotzdem wurden sie ein Erfolg. Auf dem Rückweg von der Abschlussveranstaltung zurück zum Wannseeforum haben wir dann versucht unsere eigene Entwicklung über die 2°Campus-Zeit in Worte zu fassen und schließlich meinte eine Freundin zu mir, wir seien „mental gewachsen“. Ein neuer schöner Ausdruck, der mir immer in Erinnerung bleiben wird. Ich finde, er fasst das neu gewonnene Selbstvertrauen, das Erwachsenwerden, das Reflektieren von eigenen Handlungen und Gedanken und das verbesserte Teamwork schön zusammen.


Auf dem Changemakerseminar zu Anfang diesen Monats habe ich nicht nur Luisa und Sophie aus meinem Jahrgang wieder gesehen, sondern auch Alumni aus den früheren 2°Campus-Jahren kennengelernt. Obwohl unsere Altersspanne mit etwa 16 bis 24 Jahren relativ groß war, haben wir uns alle total gut verstanden und dieses ganz besondere 2°Campus-Feeling war von Anfang an wieder mit dabei. Die älteren Alumni haben mir nicht nur gezeigt, dass der 2°Campus nicht einfach zu Ende ist, sondern auch wie man sich weiter engagieren kann und damit weiter seinen Teil zum Klimaschutz beitragen kann. Auch das war wieder eine sehr wertvolle Erfahrung für mich.


Und schließlich stand ich vor einer Woche mit Pia, Sophie und Rebecca wieder vor dem Wannseeforum. Wir, die neuen Juniormentorinnen, sollten nun den neuen Teilnehmern unsere Forschungsergebnisse vorstellen. Schon beim Anblick des Gebäudes fühlten wir uns als würden wir nach Hause kommen. Wir standen am selben Ort wie vor einem Jahr und irgendwie war alles anders und doch wieder gleich. Die neue Gruppe ist in den wenigen Tagen auch schon zu einem Team zusammengewachsen und wir versuchten für sie die Rolle der Juniormentoren, die uns selbst vor einem Jahr als Vorbild gedient hatten, auszufüllen. Obwohl wir nur einen Tag da waren, haben unsere neuen Gruppen es geschafft, ihre eigenen Forschungsfragen zu entwickeln, mit denen sie wirklich zufrieden sein können.

In der Abschlussrunde sagt Birgit, dass sie ein bisschen stolz auf und Juniormentorinnen sei und vielleicht können wir das wirklich ein ganz kleines bisschen sein. Genauso wie die neuen Teilnehmer, die in so kurzer Zeit, wieder so viel gelernt und so interessante Fragen entwickelt haben, haben auch wir uns weiterentwickelt.

Für mich war dieses ganze Jahr voller 2°Campus auf jeden Fall sehr wertvoll. Ich habe mich sicherlich nicht nur, jedoch zu einem großen Teil wegen dem 2°Campus auch persönlich weiterentwickelt, neue Freunde gefunden und spannende Erfahrungen gesammelt. All das wird mir für immer in Erinnerung bleiben.


Wir, die Juniormentorinnen, möchten allerdings auch Danke sagen:

Danke an die Referenten, wie zum Beispiel Herrn Latif, der uns einen sehr spannenden Einblick in die Hintergründe des Klimawandels und des Klimaschutzes gegeben hat.

Danke an unsere Teamer und die neuen Teamer, dass ihr uns immer so tatkräftig unterstützt habt und uns mit euren kleinen Spielen für die Vorträge immer wieder konzentrierter gemacht habt.

Danke an unsere Mentoren, die uns bei der Forschung im Sommer so viel ermöglicht und gezeigt haben.

Danke an Arnold, der den 2°Campus in tollen Fotos festgehalten hat und es dabei geschafft hat, nie zu nerven, sondern durch seine lockere Art besondere Momente festhalten konnte.

Und vor allem vielen vielen Dank an Birgit und Ivonne. Ihr habt uns das alles ermöglicht und keiner von uns möchte auch nur daran denken, was gewesen wäre, wenn wir uns vor damals nicht beworben hätten und dementsprechend auch nie zum 2°Campus gekommen wären. Vielen vielen Danke - wir wissen eure Mühen, euren Aufwand und eurer Vertrauen in uns, das ihr uns von Anfang an gegeben habt, wirklich zu schätzen.

Bilder:

Arnold Morascher/WWF: Titelbild, Gruppenbild erster Block, Labor zweiter Block, Abschlussveranstaltung, Gruppenbild neuer Jahrgang, Teamer und Betreuer (teilweise eigene Bearbeitung)

Gésa Aschoff/WWF: Häkeldemo (rechts)

Johannes Schwarz: Trashbuster Aktion (zwischen dem 2. und dem 3. Block: Mitte)

Luisa Sandkühler: Artikel schreiben (zwischen dem 2. und 3. Block: ganz rechts)

R. Knauf: Bäume pflanzen (Selbstverpflichtung, links), tanzender Panda,(zwischen dem 2. und 3. Block: ganz links)

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Kommentare (4)
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01.04.2016
Sunlight hat geschrieben:
Das waren jetzt Flashbacks pur für mich ;)
Vielen Dank für den wunderschön geschriebenen Artikel! Es freut mich sehr, dass Ihr wieder so viele inspirierende Erfahrungen durch den 2°Campus sammeln konntet!! Und ich freue mich sehr, dass ich Euch durch das Alumni-Netzwerk kennenlernen durfte!

Auch wenn ich inzwischen schon auf vier Jahre voller 2°Campus zurückblicken darf, kann ich Deine Worte nur unterstreichen! Auch ich bin immer noch unglaublich dankbar für alles, was ich beim 2°Campus erleben durfte, all die Erfahrungen, Kontakte und Freundschaften und was das alles für Auswirkungen hat - bis heute... Ohne den 2°Campus würde ich vielleicht was ganz anderes studieren, wäre vielleicht nicht hier in der Community und hätte einige wunderbare Menschen vielleicht nicht getroffen. In diesem Sinne auch noch mal ein DANKE von mir!!
30.03.2016
Ronja96 hat geschrieben:
Ein wirklich schöner Bericht, nach welchem ich jetzt wieder bedaure, dass ich selbst nie beim 2°Campus mitgemacht habe *schluchz*. Es hört sich immer toll an, was ihr alles erlebt und lernt, und auch, was ihr für eine tolle Truppe seit. =)
29.03.2016
Squirrel hat geschrieben:
Wirklich ein schöner Artikel. Bei mir war es genau andersrum, ich bin durch die WWF-Jugend auf den 2°Campus aufmerksam geworden und durch dich bestärkt worden mich zu bewerben. Nach dem ersten Block kann ich sagen, dass das die beste Entscheidung war die ich treffen konnte und ich freue mich extrem auf den Sommer:).
28.03.2016
GreenLulu hat geschrieben:
Danke für diesen tollen Artikel. Du hast die Zeit beim 2 Grad Campus super beschrieben. Frau nimmt so viel Gutes davon mit. Es war und ist eine interessante und spannende Zeit, die mir viele neue Impulse gegeben hat. Ich fühle mich bestärkt, mich weiterhin für die Menschen, die Tiere und die Natur einzusetzen. Auch möchte ich später wissenschaftlich zum Umwelt- und Klimaschutz arbeiten. Durch den 2 Grad Campus bin ich auch erst auf diese engagierte WWF Jugend gestoßen. Ich habe so viele tolle Menschen kennengelernt und finde es klasse, dass du meine Freundin geworden bist. Ich möchte mich auch bei allen für diese schöne und lehrreiche Zeit bedanken. Ich freue mich schon auf eine weitere Zeit voller 2 Grad Campus und WWF Jugend Aktionen.
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