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Forschung!


© Dagmar Heene / WWF
Die Gruppe „Wohnen“ des zwei Grad Campus präsentiert ihre Ergebnisse!


von Lukas42
05.11.2015
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Um wie viel Prozent können wir unseren Wohnraum verkleinern? Diese Frage stellte sich die „Wohnen“ Gruppe des diesjährigen 2° Campus.


Die Gruppenmitglieder haben sich überlegt, inwiefern die Verkleinerung von Wohnraum zur Erreichung des 2° Klima-Limits beiträgt. Mehrere Menschen auf weniger Wohnraum ohne Verlust an Lebensqualität, geht das überhaupt? Die Gruppe meint „Ja“, das geht. Man kann seinen Wohnraum verkleinern und so Platz für andere machen, ohne dass man an Lebensqualität verliert.


Um einen Grundwert für die notwendigen Berechnungen zu haben, haben die Teilnehmer der „Wohnen“ Gruppe ihre eigenen Häuser und Wohnungen ausgemessen. Von diesem Wert ausgehend wurde ein theoretischer Bedarf an Wohnraum errechnet, dann allgemein für die Gesamtbevölkerung verwendbar ist. Für eine vierköpfige Familie liegt er beispielsweise derzeit bei einem Ausstoß von 2,55 Tonnen CO² Pro Person im Jahr. Von diesem Wert ausgehend, konnten wir dann einen Wert errechnen, der angibt, wie hoch die CO² Emmission eines entsprechenden Hauses wäre, wenn es dem Passivhaus-Standard entspräche. Wir haben also eine Kennzahl für die Energieeffizienz berechnet.
Energieeffizienz ist ein allgemein bekannter und wichtiger Faktor der Ökobilanz von Gebäuden. Doch unsere Gruppe wollte sich mit der Suffizienz von Gebäuden beschäftigen, einem weniger bekannten Faktor. Suffizienz bezeichnet, inwieweit ein Haus dem notwendigen Platzbedarf für die jeweilige Nutzung entspricht. Dieser Faktor wird oft vernachlässigt. In vielen Häusern gibt es z.B. ungenutzten Raum, der trotzdem geheizt werden muss. Räume, die aus Prestigegründen gebaut wurden oder nach dem Auszug der Kinder überflüssig geworden sind.
Suffizienz bedeutet im Bereich Wohnen auch, dass man auf derselben Fläche mehr Menschen Wohnraum bietet.
Dies möchte man aber möglichst ohne Verlust an Lebensqualität erreichen da sonst nur wenige Menschen vom Prinzip der Suffizienz zu überzeugen sind. So haben wir auf dieser anhand von Modellen neue Wohnsituationen erstellt, die unter dem Gesichtspunkt der Suffizienz optimiert wurden. Diese neuen Wohnungen wurden dann wie beschrieben auf ihren Energieverbrauch getestet und mit den Wohnungen der Teilnehmer verglichen. Dabei stellte sich heraus, dass allein die suffiziente Gestaltung von Wohnungen und Gebäuden nicht ausreicht, um soviel CO² einzusparen, wie es das Schweizer Modell einer weltweiten 2000 Watt Gesellschaft vorgibt, um das 2° Limit einzuhalten.
Um die Ziele zu realisieren, die wir für den Klimaschutz brauchen, ist eine Maßnahmenkombination aus Effizienzsteigerung und Suffizienz nötig.


So stellten alle Gruppenmitglieder als Ergebnis fest, dass es sich oft lohnt ein schon energieeffizientes Haus zu unterteilen um somit noch mehr Energie einzusparen. Bei Neubauten hingegen sollte man schon bei der Planung auf das Gleichgewicht von Effizienz und Suffizienz achten.


Wenn jetzt einer Lust bekommen hat ein ähnliches Thema wie wir es hatten, wissenschaftlich zu untersuchen sollte er sich beim 2°Campus bewerben, denn nächstes Jahr geht es mit Spannung in eine neue Runde.

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Kommentare (1)
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05.11.2015
Buchenblatt hat geschrieben:
Gut geschriebener Text! Respekt, dass du eure so umfangreichen Ergebnisse so kurz und verständlich zusammenfassen konntest. Vielleicht kannst du allerdings noch ein Gruppenfoto von euch oder ein Foto von euch mit euren Modellen einfügen. Dann wird der Artikel etwas persönlicher und man kann sich genauer vorstellen, wie das eigentlich genau ablief.
Der Text ist aber super, ich würde mich freuen, wenn ich hier öfter Artikel von dir finden würde.
LG,
Johanna
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