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© Dagmar Heene / WWF
Die 2°Campusmentoren im Interview (4)


von greenboy96
09.09.2013
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Als letzte Person, möchten wir euch gerne unseren Mentor aus der Wohnengruppe vorstellen: Matthias. Er arbeitet an der Bergischen Universität Wuppertal im Fachbereich Architektur, FG Transformation im urbanen Kontext - Bauen im Bestand und unterstützt den 2°Campus, weil die Anforderungen aus der Energiewende eine grundlegende Transformation der Art, wie wir Leben und Arbeiten werden, bedeutet. Wir möchten uns neben den tollen Antworten besonders für die interesaten Anregung und die Zeit mit ihm als Gruppe Wohnen bedanken :)


 

Was gefällt Dir besonders am Forschen und speziell deiner Arbeit?

Architekten und Stadtplaner neigen dazu sich entweder als Künstler oder Dienstleister zu verstehen. In einem stark umkämpften Markt sind dies sehr nachvollziehbare Rollen und ökonomische Handlungsmodelle, in beiden Fällen neigt man jedoch dazu, das Wesentlichen irgendwann aus den Augen zu verlieren: Eine rational begründbare Legitimation der Entwürfe. Forschen oder auch "research by design" hilft hier die eigenen Ziele und Prämissen vor den Hintergrund gesellschaftlicher Entwicklungen kontinuierlich zu überprüfen.

 

Wann hast du deine Leidenschaft für dein aktuelles Forschungsthema entwickelt? Gab es dazu einen ausschlaggebenden Moment oder ein besonderes Ereignis?

Wir forschen im Moment zu den Wechselwirkungen von Architektur, Stadtplanung und regionalen Entwicklungen auf der einen Seite und ökonomischen Prozessen auf der anderen. Dabei interessiert uns insbesondere, ob und mit welchen Strategien und Entwürfen, die in Krisenzeiten entstanden sind, langfristig positive Effekte erzielt werden können. Initial für diese Forschung war die erste Immobilienkrise um 2007/8 mit dem Fall der Bank Lehman Brothers.

 

Wenn du ganz allein entscheiden könntest, woran du die nächsten Jahren forschen kannst, was wären deine wichtigsten Fragen, die du gerne herausfinden wollen würdest?

In wie weit wir es uns als Bundesrepublik und Europa noch "leisten" können, die Lebens- und Arbeitsbedingungen überall angleichen zu wollen. Diese Frage klingt sehr abstrakt berührt aber den Kern des deutschen und europäischen Planungsrechts.

 

Welchen Tipp würdest Du Jugendlichen geben, die auch einmal gern in Deinem Bereich forschen wollen?

Wer forschen will und dabei etwas verändern möchte muss kreativ sein. Das architektonische Entwerfen ist eine faszinierende Disziplin, die das transdiziplinäre und integrative Denken schult und unglaublich viel Spaß macht. Ich würde also versuchen erstmal ein guter Architekt zu werden.

 

Welchen großen Wissenschaftler würdest Du gerne einmal persönlich kennenlernen?

Ich glaube nicht sonderlich an einen Personenkult, zumindest nicht in der Wissenschaft, deshalb fällt es mir schwer diese Frage zu beantworten.

 

Was wünschst du dir für den 2°Campus?

Dass scheinbar Allgemeingültiges hinterfragt wird. Wir können gemeinsam herausfinden, dass es in der Architektur viel Schwarz-Weiß-Denken gibt, jedoch viele optimale Lösungen irgendwo im Grauen dazwischen zu suchen sind.

 

Denkst Du, dass Forschung die Welt verändern kann?

Vielleicht verändert nicht das Forschen die Welt – zumindest nicht immer im Guten (Teile der Gentechnik, Nukleartechnik,etc.).
Echte Innovation - und die Bedarf zumeist einiges Forschens - kann die Welt sehr wohl verändern und muss dies auch, denn so wie im Moment können wir nur endlich weitermachen.

 

Wenn du alle Möglichkeiten der Welt hättest, was wäre das erste was du tun würdest?

Puh. Ich glaube an dieser Frage kann man nur scheitern!

 

Was bräuchte es, damit dein Forschungsbeitrag zum Schutz des Klimas Gehör findet und auch alltagstauglich wird und in der Realität umgesetzt wird?

Weniger Angst in der Gesellschaft und in der Politik, mehr Mut zum öffentlichen Diskurs. - "Leaving the comfort zone!"

 

Was sind deine Visionen der Zukunft?

Die Geschichte der Mobilität, der Telekommunikation und des Computerzeitalters haben gezeigt, dass bei großen Transformationsprozessen anfänglich Kritiker viel Gehör und Zuspruch finden, jedoch ab einem bestimmten Punkt die Welle des Erfolges und der Innovation alle mit spült. Diese Hoffnung habe ich auch für die Energiewende - vielleicht besser allgemein für eine Ressourcenwende.

 

Mit welcher Einstellung begegnest du Klimakritikern?

Zunächst mit Verständnis, zumeist gibt es ganz besondere persönliche Motivationen (Geld, Abhängigkeiten, Angst), warum sie die Rolle eines Klimakritikers bekleiden. Erst wenn man versteht, dass nicht jeder in unserer Gesellschaft und Welt völlig "frei" in seinem Geiste/Denken und Handeln ist, kann man die notwendigen Diskussionen auf dem richtigen Niveau führen.

 


Wenn ihr noch ein bisschen mehr über Matthias erfahren wollt, dann schaut doch einfach auf der Mentorenseite des 2°Campus' vorbei!
www.wwf-jugend.de/durchstarten/2-grad-campus/kontakt-partner/mentorinnen-und-referentinnen/

 

Liebe Grüße,
Kira und Lukas

 

Foto: WWF/Arnold Morascher

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