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© Dagmar Heene / WWF
Das Photovoltaik Institut Berlin - Von Großanlagen und Modultests


von JuliusS
23.11.2014
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Atomkraft? Nein Danke!! Ist zwar schön und gut, aber wenn man nur mangelhafte Alternativen hätte, wohl auch nicht das Beste. Wer sorgt also dafür, dass die Solaranlagen hier in Deutschland funktionieren? Dass diese die angegebene Effizienz haben und grade in Ländern wie China nicht unter Menschen verachtenden Bedingungen hergestellt werden? Wer sagt Banken oder anderen Geldgebern, dass sich eine Investition lohnt? Und wann? Und was passiert mit Großanlagen, die durch einen Hagelschauer beschädigt worden sind?
Diese Fragen und viele weiter werden, teilweise in Kooperation mit ausländischen Partnern, vom Photovoltaik Institut in Berlin bearbeitet.
Im Rahmen des dritten Blockes des 2°Campus, bzw. dem diesjährigen Alumnitreffen, hatten wir die Möglichkeit, uns diese Arbeit vom Mitbegründer und Leiter Paul Grunow in einem Vortrag erklären zu lassen.


Es beginnt mit einer kurzen Geschichte des Instituts

Zu Beginn erzählt Herr Grunow erst einmal seine eigene Geschichte. Nach anfänglichen Schwierigkeiten kam ihm die Idee, anstatt als Angestellter irgendwo arbeiten zu müssen, selbst ein Institut zu gründen, in dem es Hauptsächlich um die Analyse und weniger um das Bauen von Solarzellen geht. Und damit begann die Geschichte eines kleinen Instituts, das heute 20 Mitarbeiter umfasst, Tendenz steigend. Inzwischen hat das PI Standorte unter anderem in China, dem derzeit größten Produzenten von Photovoltaik Anlagen, Japan und Indien, aber auch in Israel und Algerien, wo die Arbeit auf Grund der politischen Situationen teilweise schwer wird.
Nach diesem Rundum blick geht es dann endlich an die Erläuterung der Arbeitsweisen.Wie schon gesagt, geht es beim PI nicht um das Bauen, sondern um das Kontrollieren. Demnach sind die am häufigsten Genannten Wörter: Tests, Zertifikate, Qualitätskontrolle/-Sicherung
Wie also hat man sich das genau vorzustellen?
Alles beginnt mit einem Geldgeber. Meistens einer Bank. Diese bekommt eine Anfrage, ob sie ein Kredit für eine Großanlage irgendwo in Deutschland gewähren kann. Die Anlage soll zum Großteil aus Zellen aus China zusammengesetzt werden. Die Bank will zwar immer gerne Kredite vergeben, aber nur, wenn sie sich absolut sicher ist, dass sie das Geld auch irgendwann wiederbekommt. Also schickt sie eine Anfrage an das PI mit der Bitte, erstens die Qualität der Solarzellen sicherzustellen, und zweitens eine Standortanalyse zu machen und der Bank dann zu sagen, wie ertragreich die Anlage seien wird und wann man frühstens mit einem Gewinn rechnen kann, wenn überhaupt.


Alle hören aufmerksam zu

Das PI nimmt diese Anfrage an und das Prozedere beginnt. Die Kollegen in China machen einen ersten Test der momentan hergestellten Zellen. Dabei wird geprüft, wie effizient die Zelle arbeitet. Parallel dazu wirft man einen kurzen Blick auf die Arbeitsbedingungen. Dabei wird festgestellt, das die Qualität gut ist, die Zelle also in Ordnung ist. Dann guckt an sich das Feld an, auf der die Anlage nachher stehen soll und gibt eine kurze Einschätzung des Standortes. nach diesen ersten Tests kann man dann der Bank sagen: Qualitätskontrolle überstanden, die Anlage kann gebaut werden und rentiert sich voraussichtlich in so und so vielen Jahren. Dann gibt die Bank den Kredit und das PI bekommt den Folgeauftrag, immer mal wieder nach der Anlage zu gucken. Das heißt für das PI eine zweite Qualitätskontrolle bei den Photovoltaik Zellen, die dann tatsächlich geliefert werden. Diese bekommen dann ein Zertifikat, dass alles in Ordnung ist und die Anlage wird gebaut.


Die Erklärungen sind detailreich und zeugen von großer Freude an der Arbeit.

Jetzt gibt es allerdings auch Altanlagen, die überprüft werden müssen. Dafür gibt es wieder eine Besichtigung des Standortes. Außerdem werden spezielle Luftaufnahmen gemacht, mit deren Hilfe man Effizienzabfälle sehen kann. Bei den meisten Anlagen kommt es ab und zu mal vor, dass einzelne Zellen ausfallen. dann muss vom PI bewertet werden, wie groß der Schaden ist und ob sich dieser Schaden weiter ausbreiten könnte. Nach diesen weiteren Tests und Qualitätskontrollen gibt es dann auch wieder Zertifikate. Oder Verbesserungsvorschläge.
Man sieht, dass die Arbeit mit viel Papierkram verbunden ist, aber auch viel mit den Modulen gearbeitet werden darf.

Großer Applaus nach dem Vortrag.

In der Disskusion wird auch der Standpunkt gegenüber Vattenfall und Co deutlich

Nach diesem relativ kurzen Vortrag der einem noch kürzer vorkam als er ohne hin schon war begann der Fragen teil. Dort merkte man dann, was die Interessen des Publikums waren. Und die waren vielseitig und doch irgendwie die selben. Von Fragen über die Effizienz der Anlagen und welche denn jetzt am besten sind, über eine Frage nach einer Effizienz Obergrenze, kam man wie selbstverständlich auch auf die großen Konzerne zu sprechen. (“Bekommen Sie auch Anfragen von den großen Firmen, für Großanlagen?”) Und dieses Thema zeigt, wie ich finde, ziemlich eindrücklich, wie offen Herr Grunow war, und wie offen er auch seine Meinung sagte. Man hatte den ganzen Vortrag schon gemerkt, dass er Spaß an seiner Arbeit hat. Und in der Diskussion über RWE, Vattenfall und Co. vielen immer wieder Zitate wie “Die Kompetenz von RWE ist das Schreiben von Stromrechnungen”.
Ich finde, dieses Zitat fasst alles ziemlich gut zusammen, weswegen ich hier auch nicht mehr dazu schreiben will :)
Sollten noch Fragen übriggeblieben sein, dann guckt doch einfach mal auf die Website

Solltet ihr Interesse an den Fragen zu der Effizienz haben, dann bewerbt euch doch einfach bis zum 14.Dezember für das 2°Campus 2015. Alles was ihr dazu wissen müsst findet ihr hier.

 

 

Blidrechte:

 

Arnold Morascher/WWF

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