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© Dagmar Heene / WWF
Abschlussveranstaltung 2°Campus 2015


von Anne-Sophie
06.11.2015
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31 P

 

Ist Klimaschutz ein Motor um Jugendliche für MINT zu begeistern?

Unter dieser Überschrift stand die diesjährige Abschlussveranstaltung des 2°Campus 2015.
MINT Fächer: irgendwann schon mal gehört, irgendwo schon mal drüber gelesen, irgendwie schon mal in Berührung mit gekommen. Na klar: in der Schule! :)

 

MINT, das steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Aber wie diese Fächerkombination an Schulen gelehrt werden sollte, um Jugendliche mehr
für MINT zu begeistern, darüber streiten sich die Geister. Auf der diesjährigen Abschlussveranstaltung des 2°Campus gab es dementsprechend viel Gesprächsstoff, denn die vorab aufgestellte These war: Vielleicht kann die Verknüpfung von MINT mit gesellschaftlichen Anliegen wie dem Klimaschutz die Begeisterung für MINT bei Jugendlichen steigern.

 

In einer Diskussionsrunde, einer sogenannte Fishbowl; die einem Goldfischglas ähnelt, saßen Experten*innen aus unterschiedlichen MINT Initiativen, Lehrer*innen, Dr. Karl Eugen Hutmacher vom Bundesministerien für Bildung und Forschung, Mitglieder des Berliner Senats für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Mitglieder des Deutschen Bundestages, Mitglieder unseres Hauptsponsors: die Robert Bosch Stiftung, sowie andere Stiftungen die den 2°Campus unterstützen, Stiftungen die in der MINT Förderung aktiv sind, Mitglieder von Umweltorganisationen, Vertreter des WWF Deutschland, sowie ehemalige 2°Campus Teilnehmer*innen und diesjährige 2°Campus Teilnehmer*innen.


 

Eine Fishbowl ist eine Art "offener Redekreis" in dem die Hauptredner in einem Innenkreis und die Zuhörer in einem Außenkreis sitzen. Jede Person ist dazu aufgerufen sich aktiv an der Diskussion zu beteiligen, in dem sie sich vom Außenkreis in den Innenkreis begibt und ihn danach wieder verlässt. Die Fishbowl wird von einem Moderator geleitet.
Es ging sofort munter los mit der Diskussion. Der Moderator hatte an manchen Stellen sogar etwas Not, die vielen anschwärmenden diskussionsfreudigen „Fische“ unterzubringen in seiner Bowl.

 

"Klimawandel ist ein Querschnittsthema?", mit diesem Statement von Frau Bettina Münch-Epple, Leiterin des Bildungsbereiches beim WWF Deutschland, fing die Diskussion an. Weiterhin fuhr sie fort: "Wir Menschen denken zu viel in einem Silosystem, das lässt uns unproduktiv und verkopft werden".

Viele junge Menschen haben im Schulkontext und im außerschulischen Kontext  nicht die Möglichkeit sich in den MINT Fächern mit Klimaschutz zu beschäftigen. Es fehlt die Zeit und die Betreuung um MINT-Themen neu zu gestalten, um aktiv etwas zu verändern.

Jugendliche bringen allerdings von ganz allein oft neue Ideen mit. Das zeigt beispielsweise die immer höher ansteigende Einreichung von Themen mit Nachhaltigkeitsbezug bei Jugend forscht, so Herr Dr. Baszio, Geschäftsführender Vorstand des Jugendwettbewerbs.
In Schulstrukturen ist die  Verwirklichung, Betreuung Begleitung von neuen Ideen oft noch schwierig. Es gibt aber hier auch schon tolle Ausnahmen, wie Kerstin Gleine, Fachbereichsleitung MINT des Friedrich-Ebert-Gymnasium- Hamburg zeigt.
Sie setzt sich ganz besonders für die Förderung von MINT und von Klimaschutz an ihrer Schule ein und kann aus ihrer praktischen Erfahrungen dafür sprechen, dass sich beide Themen gut ergänzen und sich gegenseitig potenzieren. Solch ein Engagement ist für viele Jugendliche leider noch die Ausnahme.  

 

Auch die Jugendlichen selber kommen in der Diskussion natürlich zu Wort:

„Es fehlt die Flexibilätät an der Schule", fügt Lilith Diringer hinzu.
Sie ist 2°Campus Teilnehmerin des diesjährigen Jahrganges. „Man bräuchte mehr Zeit um sich innerhalb der MINT Fachbereiche oder in anderen AG's, Projektworkshops/Projekttagen und Exkursionen damit zu beschäftigen und sich mit anderen darüber auszutauschen mit
welchen technischen Innovationen man das 2°Limits einhalten  kann."

Viele in der Fishbowl Diskussion plädierten für mehr Freiheiten bei Lehrer*innen im Umgang mit dem Lehrplan, bessere Möglichkeiten sich mit den Schülerin*innen an einem Thema längerfristig zu beschäftigen und so die Interessen und Qualitäten jedes Einzelnem und jeder Einzelnen zu bestärken.

 

Herr Dr. Karl Eugen Hutmacher, Leiter des Bereiches Nachhaltigkeit beim Bundeministerium für Bildung und Forschung, kurz BMBF, brachte
die Antwort zu der Frage, ob  Klimaschutz und MINT sinnvoll miteinander verbinden zu seien, sehr gut auf den Punkt: „Man muss Menschen mit neuen Programmen und neuen Fragestellungen begegnen. Die alten Themen sind zu verstaubt und ausgelaugt. Keiner möchte sich mehr mit Fragestellungen des Klimawandels beschäftigen, die sich zum zehnten Mal wiederholen. Es gibt keine neuen Ideen und Impulse mehr. Wir brauchen neue Leuchttürme!".

 

 

Daran knüpfteEberhard Brandes an, Geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland:
„Klimaschutz muss Spaß machen.Nachhaltigkeit muss überall vertreten sein. Nicht nur in den MINT Fächern sondern auch in  Fächern wie Kunst, Musik, Psychologie oder Sport. Man muss sich von der Projektfixiertheit distanzieren und nachhaltige Strukturen schaffen, mit denen sich jeder identifizieren und arbeiten kann".

Abschließend waren sich die Diskutierenden einig:
Es sollte ein Netzwerk entstehen, ein MINTgrünes Netzwerk, das  Schulen und Universitäten, MINT Initiativen sowie Klimaschutzakteure miteinander in Verbindung bringt.

Bei all diesen Ideen, die MINT Fächer mit Klimaschutzzielen zu vereinbaren, muss es Vorreiter geben, unsere Leuchttürme!
Die, die sich engagieren und zeigen, dass Wissenschaft nicht nur im dunklen Kellerlabor und hinter dem Monitor abläuft, sondern Spaß macht und man neue Leute kennen lernt die genauso etwas verändern wollen wie man selber.

Unsere Leuchttürme waren in diesem Fall die diesjährigen 2°Campus Teilnehmer und Teilnehmerinnen.
Sie forschten zu den Themen: Energie, Ernährung, Mobilität und Wohnen und stellten ihre Ergebnisse nach der Fishbowl in einem sogenannten Speed Dating vor- Fünf Minuten Zeit die Ergebnisse zu präsentieren und fünf Minuten Zeit Fragen der Zuhörenden zu beantworten.

 

 

 

Beim abschließenden GET TOGETHER hatten die Teilnehmer*innen der Abschlussveranstaltung und die Teilnehmer*innen des 2°Campus die letzte Gelegenheit zusammen zu kommen, sich über die Projekte und die zuvor stattgefundene Diskussionsrunde auszutauschen.

 

Herr Dr. Gerd Hanekamp, Leiter der Programme bei der Deutschen Telekom Stiftung, stellte in der Fishbowl Diskussion aber auch klar, dass die Jugendlichen die sich für MINT Fächer begeistern und bei so einem Projekt wie dem 2°Campus mitmachen, sich nicht um jeden Preis verpflichtet fühlen sollen später ein MINT Fach bzw. ein Studium im Bereich des Umweltschutzes, Naturschutzes oder der Klimapolitik einzuschlagen. „Viel wichtiger ist, dass sie sich weiterhin für wissenschaftliche Projekte begeistern und einen "Rucksack" mitbekommen, der Möglichkeiten, Ideen und neue Erkenntnisse enthält, den sie jederzeit öffnen können um Menschen in ihrem Umfeld zum Handeln zu
bewegen!"

 


Unsere 2°Campus Abschlussveranstaltung 2015 war eine tolle Veranstaltung um Wissenschaftler, Vertreter renommierter Gremien und kluge Köpfen zusammen zu bringen.
Ich bin gespannt wie viel von dem gesprochenen umgesetzt wird und was für Veränderungen wir in nächster Zeit beobachten werden.
Sicher ich aber, das die MINT Fächer ihre "Rolle" beibehalten sollten. Jedoch sollte in Zukunft auch hier in neuen Dimensionen gedacht werden und das Thema Klima- und Umweltschutz einen Platz bekommen.
Nicht zu vergessen ist im MINT Bereich auch die Förderung von Mädchen und jungen Frauen die sich für ein Studium, eine Ausbildung im MINT fach entscheiden.
Es ist wichtig Gender-Kompetenzen weiterhin wahrzunehmen, aufrecht zu erhalten und spezielle Förderungen für beide Geschlechter anzubieten", so ein Diskussionsbeitrag am Ende.

 

 

Wenn du Lust hast, auch Teil dieser einzigartigen Schülerakademie zu werden, dich für Klimaschutz und Naturschutz interessierst, MINT für dich ein Begriff ist, du aber auch gleichzeitig einfach neue, interessante und motivierte  Leute kennenlernen möchtest, die etwas bewegen wollen, dann ist der 2°Campus genau das richtige für dich!

Da will ich hin, da will ich mitmachen!


Bewirb dich noch bis zum 01.12.2015 für die Schülerakademie 2016!


Es kann so einfach sein etwas zu verändern. Komm und mach mit beim 2°Campus! http://www.wwf-jugend.de/durchstarten/2-grad-campus/

Schau doch mal hier und ließ dir die Profile der diesjährigen (2015) Teilnehmer*innen durch. Da wird sicher der Eine oder die Andere dabei sein, die oder der ähnliche oder auch gleiche Ansichten zum Klimaschutz hat wie Du. 

 (Fotos Copyright by Arnold Morasch)


 

 

 

 

 

 

 

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Kommentare (2)
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Sortieren nach Aktualität:
09.11.2015
Ivonne hat geschrieben:
Danke für deinen super Bericht. Es war eine tolle Veranstaltungen mit vielen interessanten Beiträgen!
06.11.2015
LucaMiguel hat geschrieben:
Wow, echt cool.
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