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© Dagmar Heene / WWF
2°Campus – „Wenn es hier klappt, klappt es überall!“ (Teil 1/3)


von MarcelB
22.10.2013
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Wir schreiben den Tag der Abschlussveranstaltung des 2°Campus. Viele Gäste sind gekommen um die Ergebnisse der diesjährigen 2°Campus Absolventen zu hören. Einleitend haben sowohl der WWF als auch die Vertreter der Robert-Bosch Stiftung das Wort. Hochgelobt wird die Arbeit der Jugendlichen und auch ihrer Vorgänger, insgesamt gibt es jetzt schon 40 2°Campus Absolventen.


Alle Redner betonen, dass es nicht selbstverständlich ist sich für das Thema Umwelt zu engagieren. Das Themenspektrum im Punkto Klimaschutz ist sehr groß und es kann sehr mühsam, anstrengend und oft demotivierend sein sich in die Themen einzuarbeiten. Doch trotz alle dem, konnten die Jugendlichen den Spaß an der Sache behalten, betont Marco Vollmar aus der Geschäftsleitung.


Bettina Münch-Epple zitiert sogar aus unserer WWF Jugend Rede vom diesjährigen Jubiläum: „Für uns ist 2050 kein abstraktes Datum, sondern unsere Zukunft. Wir müssen aufpassen bei Generationsverträgen nicht übers Ohr gehauen zu werden.

Alle anwesenden Jugendlichen haben Gänsehaut und lauschen den Worten gespannt, der/die ein oder andere erinnert sich sogar noch an die Jubiläumsfeier zurück, „Sämtlich Wissenschaftler, mit denen wir dank des 2°Campus gesprochen haben, konnten versichern, dass ein nicht-Handeln in Punkto Klimaschutz um ein vielfaches teurer wird als ein entschlossenes Handeln jetzt. Also gebt uns die Chance zu entscheiden was wir aus unserer Zukunft machen wollen!



Mit dieser völlig überwältigenden und motivierenden Aura ging es dann den 4 Workshop - Gruppen weiter. Die Workshops wurden von verschiedenen Fachexperten geleitet:

Prof. Dr. Felix Ekardt (Jurist, Philosoph und Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik in Leipzig),

Dr. Maja Göpel, (Polit-Ökonomin und Leiterin der Berliner Repräsentanz des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie),

Prof. Dr. Stefan Rahmstorf (Klimawissenschaftler am PiK und Professor für Physik der Ozeane an der Uni Potsdam und

Dr. Patrick Graichen, Volkswirt und Politologe, Projektleiter für Strommarkt und Versorgungsgeschichte bei AGORA Energiewende.


Damit alle trotzdem wissen, was in den einzelnen Workshops diskutiert wurde, fassten einige Alumni mit den Experten die Diskussionen die Ergebnisse zusammen. Hier die Zusammenfassung:


Workshop 1 (Ekardt): Dieser Workshop kam zu dem Schluss, dass man sich nicht allein auf technische Erneuerungen im Klimaschutz verlassen kann. Es muss auch eine gesellschaftliche Weiterentwicklungen in den Köpfen den Menschen stattfinden. Eine Klimadebatte ist auch immer eine Postwachstumsdebatte, „Klimaschutz ist Technik plus Verhaltensänderung - womöglich mit Postwachstums-Konsequenzen“ hat Felix Eckardt in seinem Community Profil stehen. Die Politik und Gesellschaft darf nicht nur das Wirtschaftswachstum als zentralen Indikator nehmen, sondern muss auch ökologische Weiterentwicklungen bemessen und fördern. Dieses Umdenken muss auch in den Normalitätsvorstellungen aller Bürger passieren. Der Klimawandel wird in der Allgemeinheit nicht als Bedrohung gesehen und das ist ein Problem. Hier muss ein sozialer Wandel vollzogen werden.


Workshop 2 (Graichen): Diese Gruppe hat als einziges ihre Ergebnisse grafisch auf einen Flipchart festgehalten und erntet damit große Sympathiepunkte. Das größte Thema war hier die Energiewende in Bürgerhand. Hier muss unbedingt mehr gefördert werden, da 50% aller EE privater Natur sind. Zudem wurde festgestellt, dass ein Stromnetz, welches nur aus EE besteht nicht teurer ist. Es fehlen nur bisher die politischen Rahmenbedingungen und die Prognosen sehen bei derzeitigen Koalitionsverhandlungen nicht besser aus. Wissen ist eben nicht automatisch auch Wandel. Dennoch gab sich die Workshopgruppe optimistisch: „Wenn es hier klappt, klappt es überall“, appellierte Patrick Graichen an die Gäste.


Workshop 3 (Göpel): Diese Gruppe hangelte sich entlang des Wachstumsbegriffes. Wann ist eigentlich genug Wachstum erreicht? Gibt es einen wirtschaftlichen „Zwang“? Um diese Frage beantworten zu können musste man zuerst auf die individuelle Ebene zurückgehen. Hierbei sollte man erstmal klären, was ist mir persönlich wichtig und was brauche ich eigentlich? Ein ganz wichtiger Punkt bei diesen Fragen ist auch die „richtige“ Lebensqualität und der Zusammenhang zum Lebensstil. Jeder sollte das mal für sich reflektieren und dann im Alltag umsetzen, betont Göpel. Denn am Ende reichen sogar schon 10% der Bevölkerung aus, die ökologisch denken, um etwas Größeres in der Gesellschaft und auch politisch bewegen zu können.


Workshop 4 (Rahmstorf): Dieser Workshop kam zu dem Schluss, dass jeder einzelne in seinem Themenspektrum aktiv werden muss. Nachdem Rahmstorf die beeindruckenden neuen Zahlen des IPCC Reports darstellt kommen alle zu dem Schluss: Wir müssen dringend handeln! Darum muss jeder nun etwas fürs Klima tun, seien es Vorträge an Schulen, forschen für die Zukunft, aufklärende Artikel zu schreiben oder der Verzicht auf Fleisch oder das Auto. Diese Gruppe diskutierte unter der Frage „Was ist eigentlich ein gutes Leben, das nicht den Planeten kaputt macht?“ Diese Frage kann jeder nur für sich beantworten. Sicher ist jedenfalls, dass wir noch viele Fragen der systemischen Energieforschung klären müssen. Und wir haben nicht die Zeit um in 4-jährigen Wahlkampfzyklen zu denken.

Bilder © Arnold Morascher

Teil 2: Was für ein Theater

Teil 3: "Wir brauchen einen Umbruch und zwar jetzt"

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Kommentare (7)
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24.10.2013
Pandafreundin hat geschrieben:
Auch von mir: Wirkliche schön zusammengefasst :)
Das hört sich alles super interessant an und ich wäre jetzt auch gerne dabei gewesen.
Super dass es sowas gibt!
22.10.2013
Ivonne hat geschrieben:
Lieber Marcel, danke für diesen tollen Bericht! Ich war selbst dabei und kann deine Worte, deine Schlussfolgerungen und die Stimmung, die du transportierst, nur unterstreichen! Danke an alle, die diesen Tag so einzigartig gemacht haben.
22.10.2013
peacemeinfreund hat geschrieben:
Auch noch von mir noch ein rießen Dankeschön für die schöne Zusammenfassung! (:
Ich hoffe ihr jetzt werden noch mehr dafür motiviert sich zu bewerben!
22.10.2013
Babbuina hat geschrieben:
Der 2° Campus fasziniert mich und ich finds schade dass ich nicht selbst daran teilnehmen kann bzw konnte. Die Themen sind alle wahnsinnig interessant und wichtig für unsere Zukunft. Freut mich für alle, denen diese Chance geboten wird. Ich hoffe ihr hattet viel Spaß. :)
22.10.2013
MarcusAg hat geschrieben:
Schöne kurze Zusammenfassung...scheint ja viel Spaß gemacht zu haben und man bekommt Lust auf mehr... :)
22.10.2013
regentag hat geschrieben:
Wirklich ein schöner Bericht über die tolle Abschlussveranstaltung... Freu mich auf die anderen Teile ;)
22.10.2013
Sunlight hat geschrieben:
Schöne und sehr interessante Zusammenfassung und vor allem eine tolle Erinnerung an die schöne Veranstaltung! :)
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