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© Dagmar Heene / WWF
2°Campus verbindet


von becci42
01.12.2015
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Seit August mache ich ein Frewilliges Ökologisches Jahr in Schleswig-Holstein bei den Ökologischen Freiwilligendiensten Koppelsberg. Was man dort so macht und was das Ganze mit dem WWF 2°Campus zu tun hat, möchte ich euch hier kurz berichten.

Alle, die ebenfalls einen Freiwilligendienst leisten, wissen: Zwischendurch hat man regelmäßige Seminare zu verschiedenen Themen. Da ich während meines eigentlichen Seminars meiner Regionalgruppe auf dem 2°Campus war, musste ich die Gruppe wechseln und landete in der so genannten „Grünen Gruppe“.

Dort war Anfang November ein Seminar zum Thema „Klima und Flüchtlinge“ angesetzt. Ich verbrachte eine Woche in Büchen gemeinsam mit 30 anderen Jugendlichen. Hier hörten wir einen spannenden Vortrag von Brot für die Welt und machten eine Exkursion nach Hamburg, wo wir in den Messehallen in der Flüchtlingshilfe mitarbeiteten und Greenpeace besuchten. Außerdem schauten wir einen Film über Klimaflucht an und diskutierten darüber. Im Programmpunkt „Survival“ wurden wir beim Unterschlupf bauen an unsere persönlichen Grenzen geführt und einer unserer Mitfreiwilligen berichtete uns über das Thema Grünes Geld und Devestment.

Bootfahren in Büchen

Das Highlight unserer Woche war allerdings ganz klar der Vortrag von Professor Dr. Mojib Latif. Alle, die beim 2°Campus teilgenommen haben, kennen (und lieben!) ihn. So auch ich – und so auch Alia, eine meiner Mitfreiwilligen!

Als ich beim Seminar hörte, dass sie den Besuch von Herrn Dr. Latif organisiert hatte, sprach ich sie gleich darauf an und mit großer Überraschung stellten wir fest, dass wir, wenn auch mit zwei Jahren Abstand beide an der WWF 2°Campus Schülerakademie teilgenommen hatten. Wir freuten uns sehr, uns als zwei Alumni auf diesem Wege kennenzulernen und tauschten uns gleich begeistert über unsere Erlebnisse aus.

Alia, Prof. Dr. Latif und ich beim Seminar

Uns beide hat der 2°Campus sehr geprägt und wir sind uns einig, dass er einer der Hauptgründe war, sich weiter mit dem Thema Klimawandel und Umweltschutz zu beschäftigen und eine große Motivation, ein FÖJ zu machen.

Was genau wir beide bei unserem FÖJ machen und warum es sich auch für euch lohnt, einen ökologischen Freiwilligendienst anzutreten, erzählen wir euch nun.

Ich selbst mache ein FÖJ im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Kiel.

Dort arbeite ich schwerpunktmäßig an einem Berufsbildungszentrum. Hier sitze ich mit im Mensaausschuss, wo ich mich um nachhaltige Gemeinschaftsverpflegung kümmere und Kochkurse mitbetreue (z.B. zum Thema veganes oder interkulturelles Kochen). Im Fairtrade Schulteam arbeiten wir an einer Fairtrade Zertifizierung und ich pflege den Fairtrade Blog der Schule. Außerdem nehme ich regelmäßig an Netzwerktreffen und Fortbildungen zum Thema BNE teil.

Vorbereitungen für ein Umweltprojekt

Darüber hinaus arbeite ich für den Partnerschaftverein „Rafiki e.V.“, der sich für eine Tansaniapartnerschaft engagiert. In diesem Rahmen war ich im August für drei Wochen selbst in Tansania, wo ich mir die Projekte der weltwärts Freiwilligen vor Ort angeschaut habe. Ich betreue das Jahr über die Homepage und die facebook Seite von Rafiki und kümmere mich um die Angelegenheiten der Freiwilligen in Tansania.

In Tansania in den Usambara Bergen

Mit der Heinrich-Böll-Stiftung habe ich außerdem an einem Projekt zum Thema Flüchtlinge gearbeitet und dabei am „Refugee report“ mitgewirkt.

Alia macht ihr FÖJ beim Martin-Meiners-Förderverein für Jugend- und Umweltprojekte e.V. in Bad Segeberg und berichtet euch nun selbst kurz über ihre bisherigen Erfahrungen:

Genau wie Rebecca absolviere ich dieses Jahr mein FÖJ und ein lustiger Zufall bringt uns auch noch in dieselbe Seminargruppe.

Meine Aufgaben in meiner Einsatzstelle, dem Martin-Meiners-Förderverein für Jugend- und Umweltprojekte e.V., sind ganz unterschiedlich.

Ich betreue Kindergruppen und Schulklassen und gebe Führungen über unsere Recyclinghöfe, um den Kindern Mülltrennung, Abfallvermeidung und Recyclingprozesse näher zu bringen. Ich schöpfe Papier mit Kindergruppen und besuche Schulklassen.

Alia bei der Arbeit

Zusätzlich bin ich in der Öffentlichkeitsarbeit tätig und betreue einige Aktionen wie „Briefmarken für Bethel“, „Deckel gegen Polio“, „ Korken für Kork“ und „Handys für das FÖJ“.

In den letzten Wochen habe ich die Aktionen, die wir im Zuge der „Europäischen Woche der Abfallvermeidung“ vom 21.11.2015 - 29.11.2015 unter dem Slogan “Plastik-raus aus Segeberg“ initiiert haben, organisiert und umgesetzt. Eine Aktion war der “Leer-Läufer“. Das sind zwei 2 x 7 Meter große Teppiche aus Plastikmüll, die auf dem großen Segeberger See schwimmen und die Verschmutzung der Gewässer, vor allem der Meere, durch Plastik zeigen soll. Die Teppiche wurden von der Klasse 9c des Städtischen Gymnasiums im Kunstunterricht erstellt. (siehe Fotos).

Die Tätigkeiten die ich nicht hinter dem Schreibtisch mache, sind willkommene Abwechslungen, die dann aber auch gerne wieder vom Schreibtisch abgelöst werden dürfen. Ich finde die Mischung aus aktivem Anpacken und Büroarbeit super und bereitet mir super viel Spaß!

Neben meiner täglichen Arbeit in meiner Einsatzstelle beim Martin-Meiners-Förderverein bin ich Landessprecherin unserer FÖJ-Gruppe und Bundesdelegierte für Schleswig-Holstein, zusammen mit Janosch, der auch bei uns in der Grünen Gruppe ist.

Als Landessprecherin vertrete ich meine Gruppe und ihre Interessen vor den anderen Gruppen unserer FÖJs und sorge vor allem dafür, dass der Kontakt und die Kommunikation zwischen den Gruppen bestehen bleibt. Aus den Landsprechern werden pro Bundesland zwei Bundesdelegierte gewählt, die ihr jeweiliges Bundesland bundesweit vertreten und dafür Sorge tragen, dass alle wichtigen Informationen von der Bundes- über die Landesebene zur Basis gelangen, sodass alle immer informiert sind.

Ihr merkt also schon an unseren zwei Berichten – die Aufgaben im FÖJ sind vielfältig und spannend.

Dieses Wochenende haben wir beide uns tatsächlich schon wieder getroffen, und zwar bei „Jugend im Landtag“ in Kiel, wo wir als Jugendliche aktiv an Politik mitgearbeitet haben und viele Anträge beschlossen haben, die nun in den „echten“ Landtag weitergegeben werden. Thematisch ging es auch viel um Umweltthemen, z.B. den Ausbau des ÖPNV, eine Gebühr von einem Euro für Plastiktüten oder Bildung für nachhaltige Entwicklung in Lehrplänen.

Im Plenarsaal des Landtags - wir im HintergrundIm Plenarsaal: Alia und ich im Hintergrund

Wir sind uns sicher: Ein großer Teil unseres Engagements heute wurde von den Erlebnissen des 2°Campus bestimmt und wir können allen, die zwischen 15 und 19 Jahren alt sind und noch nicht teilgenommen haben, nur wärmstens empfehlen, sich bis zum 15. Dezember noch dafür zu bewerben!!

Und für alle, die gerade zuhause sitzen, am liebsten auch gleich ein FÖJ machen würden und bis August noch nichts vorhaben: In Schleswig-Holstein sind noch FÖJ-Nachrückerplätze zu vergeben! Schnell sein lohnt sich.

Bilder

Titelbild: WWF / A. Morascher

1: R.Rutsatz

2: F. Biener

3: M. Wack

4: C. Parr

5&6: B. Kramer

7: Schleswig-Holsteinischer Landtag

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Kommentare (4)
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Sortieren nach Aktualität:
02.12.2015
Ivonne hat geschrieben:
Ach ihr beden. Sooo schön geschrieben!! 2°Campus verbindet wirklich. Das ist ja echt irre, wie ihr euch zufällig getroffen habt und auch das Herr Prof. Dr. Latif wieder dabei war. Danke für den schönen Artikel! LG Ivonne
01.12.2015
Sunlight hat geschrieben:
Vielen Dank für die schönen Einblicke und Euer tolles Engagement! :)
01.12.2015
TaraWon hat geschrieben:
Super Interessant! Ihr macht das echt ganz schön super! Ich habe auch gleich große Lust darauf bekommen! :) Danke
01.12.2015
midori hat geschrieben:
Toll, wie ihr euch für unseren Planeten einsetzt. Eure Arbeit klingt sehr spannend und abwechslungsreich. Danke für die Einblicke! :o)
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