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Wenn Schweine fliegen können


von Karl
04.07.2009
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Wenn Schweine fliegen können
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Ich fliege gerade in einer Boeing 777 über den Atlantik und habe mir so den Titel „Klimaferkel“ verdient, denn mit dem Flug von Frankfurt nach Toronto bin ich für den Ausstoß von 1,77t Kohlenstoffdioxid mitverantwortlich..

Auf den Titel bin ich natürlich nicht stolz, denn der Klimawandel stellt eine ernsthafte Bedrohung der Ökosysteme dar. Die weitaus größte Belastung des motorisierten Reisens geht nicht etwa von Autos, sondern von Flugzeugen aus, weil sie Treibhausgase weit oben in der Atmosphäre abgeben.

Am Himmel herrscht Hochbetrieb – und das hat negative Folgen für das Klima.
Der Flugverkehr trägt heute bis zu 10 % zur globalen Erwärmung bei. Allein die hohen Schleierwolken und Kondensstreifen können lokal stärker zur Erwärmung der Erde beitragen als alle anderen von der Menschheit verursachten Treibhausgase. Solche lokalen Effekte kann man nicht ausgleichen, weil niemand die Wolken vom Himmel holen kann. Soweit: So Logisch.

Nur etwa fünf Prozent der Menschen sind schon einmal in der Luft gewesen. Ich gehöre wohl zu dieser Minderheit, die immer häufiger fliegt und hauptsächlich in Industrieländern wohnt.

Die Statistiken lesen sich erschreckend: 2 Personen, die von Europa nach USA fliegen, tragen zum Klimawandel so viel bei wie der gesamte Jahresverbrauch an Gas und Strom eines durchschnittlichen Haushalts. Doch sollte man deshalb ganz auf das Fliegen verzichten?

Verantwortungsbewusste Traveller haben nun zwei Möglichkeiten: Entweder die Zahl ihrer Flüge möglichst gering halten oder die unternommen Flüge durch ein Programm für das Klima auszugleichen. Kompensationsprogramme von Organisationen wie www.climatecare.org und www.carbonneutral.com bieten die Möglichkeit, durch einen CO2-Rechner erst den Anteil an der Erderwärmung zu bestimmen und dann umwelterhaltende Projekte zu unterstützen (Aufforstung des Regenwalds, Initiativen zur Senkung des Energiebedarfs in der Zukunft)

Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob es sich bei einer Annahme einer Spende von einem Urlauber, der zum Baden nach Thailand fliegt, nicht von modernen Ablasshandel sprechen lässt. Wirklich neutralisieren lassen sich die ausgestoßenen Treibhausgase nämlich nicht.

Es sollte vielmehr der Preis für die Umwelt mit in das Ticket einberechnet werden. Dann würde es sich Mancher dreimal überlegen, ob der Wochenendausflug unbedingt nach Mallorca führen muss. Die Billigflieger sind nicht nur kleine Treibhausschweine, sondern der klimatische Tod auf Raten.

Dadurch, dass ich nun viele Monate in Kanada bleiben werde und mich auch im Umweltschutz engagiere, habe ich kein schlechtes Gewissen. Doch denkt auch jemand, der in den Ferienflieger steigt über die Folgen seines Flugs nach?
 

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Kommentare (3)
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06.07.2009
lolfs hat geschrieben:
Ok, das stimmt, da ist was falsch. Bei den Kurz-Strecken-Flügen kann man das ruhig machen ;) 
06.07.2009
Ellaa hat geschrieben:
Vielleicht könnte man ja eine Regelung einführen, bei der man nur bei kurzem
Aufenthalt Kompensationsprogramme unterstützen muss. Dadurch würden
vielleicht manche nicht mehr mal eben so wegfliegen...
Außerdem ist es oft günstiger, einen Billigflieger zu nehmen, als ein Zugticket zu kaufen, wodurch noch mehr Personen sinnlos fliegen. So kostet z.B. ein Flug von Düsseldorf nach Berlin etwa 20 Euro, während man für eine einfache Fahrt mit der Bahn ohne Ermäßigung mehr als 85 Euro bezahlen muss...
Da läuft ganz klar irgendwas falsch!!!
04.07.2009
lolfs hat geschrieben:
Ich finde es schwachsinnig, dass Du ein "Umwelt-Geld" in das Ticket mit ein berechnen möchtest! Natürlich sollte man so wenig wie möglich fliegen, doch die jedes Jahr auf Mallorca fliegen, werden wohl immer noch genug Geld haben um jedes Jahr dorthin zu fliegen. Viele Familien leben nicht in Reichtum. Soll es den diesen wirklich so ein Urlaubserlebnis verwehrt bleiben? - Dadurch würde der Tourismus zurück gehen und Touristenstädte würden zu Grunde gehen.
Es gibt natürlich auch schöne Urlaubsplätze in der Nähe, jedoch möchte man (zumindest ich) auch mal andere Länder und deren Gewohnheiten entdecken!

Wenn man so was macht, sollte man dieses "Umwelt-Geld" auch mit in den Autoverkauf berücksichtigen und den Preis für die Autos erhöhen. Muss das sein? - Ich meine: Ein Auto ist teuer genug.
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