Rette mit uns bedrohte Natur!


Deine Hilfe für


eine schöne Welt


Jetzt Mitglied werden!
© Wild Wonders of Europe / Sven Zacek / WWF
Was wir von der Natur lernen können (2/4) - Im Hier und Jetzt sein


von Zerschmetterling
13.06.2014
74 P
5
0

Es war einmal ein Ehepaar, welches einen gemeinsamen Plan hegte. Beide wollten, so lange sie die Chance dazu hatten, viel Geld verdienen, um es zu sparen. Damit, eines schönen Tages, beide sorgenfrei die Welt bereisen konnten. Statt also einmal im Jahr in den Urlaub zu fliegen, wie so viele andere es taten, legten sie ihr Verdientes auf die hohe Kante und arbeiteten für ein ansehnliches Sümmchen für später.
Eines Tages hatte die Frau einen Autounfall. Damit platze der Traum von den gemeinsamen Reisen. Sie ist gestorben, ohne je die Länder zu besuchen, die sie sehen wollte, und er muss die Reise nun alleine antreten. Sie hätten genug Geld gehabt, Urlaub zu nehmen und zu verreisen, statt alles für später aufzuschieben.

So wie den beiden in der Geschichte, ergeht es nicht wenigen Leuten. Viele schieben die Erfüllung ihrer Wünsche auf. Aus welchen Gründen auch immer. Weil sie meinen, jetzt sei nicht der richtige Zeitpunkt, oder weil sie die Ansicht von dem erwähnten Ehepaar teilen, und erstmal Geld ansparen wollen – nur um sicher zu gehen.
Aber sicher ist nur, dass nichts sicher ist. Wer sagt, dass wir morgen aufwachen? Wer garantiert uns, dass wir nächstes Jahr noch die Chance dazu haben, etwas zu tun, was wir schon immer machen wollten? Und wer gibt uns sein Wort darauf, dass sich die Türen die wir passieren wollen, nicht schließen? Niemand.

Doch viele verdrängen nicht nur ihre Sehnsüchte, oder wagen es kaum, ihre Träume zu realisieren.
Viele verstricken und verzetteln sich auch in ihrer Arbeit, in (selbstauferlegten) Pflichten und begeben sich bis zum Hals in Aufgaben, oder zwängen sich in Rollenmuster, die sie meinen erledigen, beziehungsweise erfüllen zu müssen. Nicht, weil sie sich Vorhaben aufheben wollen, sondern, weil sie auf ein besseres Morgen, mit mehr Geld, mehr Ansehen und mehr Möglichkeiten hinarbeiten wollen.
Doch wer, aus welchen Gründen auch immer, nur den nächsten Morgen, die Zukunft fokussiert, verliert das Hier und Jetzt aus den Augen, ist zwar da, aber nicht wirklich präsent.

Die Tiere leben einfach, stellen sich keine Fragen, sondern erleben jeden einzelnen Augenblick ungefiltert und ganz. Ein Löwe, der in der Sonne döst, ebenso wie unsere Stubentiger, die es ihren großen Verwandten auf der Terrasse gleich tun, tut in diesem Moment nichts anderes, als eben zu dösen und sich die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen.
Auch ein altes Tier fragt sich wohl kaum, wann es mit ihm wohl zu Ende geht, sondern nimmt jeden Tag an, der kommt. Zwar bewegt es sich etwas gemächlicher als die jungen Artgenossen, ist vielleicht etwas wackeliger auf den Beinen, aber geht noch so lange seine Wege, bis es sich zum letzten Schlaf niederlegt. Und erst dann, kommt es in Berührung mit dem Tod. Vorher, hat es sich keine Sorgen darüber gemacht.
Wenn die Vögel ihre Lieder singen, singen sie ihre Lieder und fragen sich nicht, wo sie am Abend den nächsten, schmackhaften Wurm ausfindig machen können. Darum kümmern sie sich erst, wenn sie Appetit haben.
Und auch ein Baum würde sich, sofern denken er könnte (wer weiß, vielleicht kann er ja), auch keine unheilvollen Gedanken darüber machen, ob der nächste Sturm ihn womöglich entwurzeln würde. Er steht so lange fest, wie er sich halten kann. Bis zum nächsten Unwetter, oder noch die nächsten 100 Jahre.

Was wäre wenn – Fragen stellen sich auch nur die Menschen und finden damit wiedermal ein Schlupfloch aus dem Jetzt, um in irgendeine Eventualität abzudriften, eine gedankliche Stippvisite in eine mögliche, aber wahrscheinlich gar nicht mal eintreffende Zukunft zu machen. Damit verpassen wir aber das Leben, den Moment, der uns alles geben kann, was wir brauchen, oder uns wünschen.
Deshalb sollten wir tief durchatmen, essen wenn wir essen, feiern wenn wir feiern, lernen wenn wir lernen und niemals vergessen zu leben. Mit etwas Übung kann uns das gelingen.

Weiterempfehlen

Kommentare (5)
Um einen Kommentar zu schreiben einfach registrieren oder einloggen.
Sortieren nach Aktualität:
15.06.2014
Line hat geschrieben:
ich stimme dir zu. wir sollten viel mehr im hier und jetzt leben. nicht zu oft zurückschauen und nicht zu oft nach vorne. allerdings gebe ich genauso auch johanna recht. es ist nicht damit getan. wenn wir uns keine pläne machen was wir einmal tun wollen, was gibt uns dann den antrieb, das zu tun, was wir gerade machen? man kann viel machen im leben. es gibt bestimmt welche, die sich jetzt denken, dass man wirklich NUR im jetzt leben kann. es gibt wenige die das machen. aber irgendwann einmal (wo wir gerade bei dem thema sind) haben wir alle die chance. aber in gewisser weise nutzt es auch nicht so viel nur für den tag zu leben. wer würde dann noch gerne in die schule oder uni gehen? lägen wir nicht viel lieber zuhause oder an einem strand oder würden sonst irgendetwas machen? die kunst besteht darin im alltäglichen, im hier und jetzt die zukunft zu sehen.
15.06.2014
Johannisbeere1502 hat geschrieben:
Ja, genau so denke ich mir das auch manchmal. Warum fällt es uns so schwer, im Hier und Jetzt zu leben??
Danke für den Bericht.
Nur in einer Sache bin ich mir nicht so sicher; sollten wir wirklich nie ans morgen denken ; an die Zukunft? Manchmal muss man das; aber man darf es nicht "übertreiben". Wenn wir die ganze Zeit nur von der Zukunft träumen, verpassen wir zu leben.
14.06.2014
Christina1107 hat geschrieben:
Wow, du hast das gesagt was wahrscheinlich viele von uns nur denken!! Danke dir :)
13.06.2014
Lisa18 hat geschrieben:
WOW! Vielen Dank für den super Bericht!! Du hast absolut recht, das die Gesellschaft kaum noch im Hier und Jetzt lebt, sondern immer schon gedanklich im Morgen ist oder noch weiter weg. Sie haben verlernt jeden Moment zu genießen, der einen geboten wird und übersehen somit die kleinen Wunder im Alltag. Ich finde den Spruch recht passend: Genieße den heutigen Tag, denn mit dem heutigen Tag beginnt der Rest deines Lebens.
13.06.2014
Sunlight hat geschrieben:
Ein richtig schöner Bericht! Ich sehe das genauso, dass wir Menschen wieder öfter versuchen sollten, uns aus unnötigen Zwängen zu befreien, voll präsent in der Gegenwart zu leben und jeden einzelnen Moment unseres Lebens bewusst zu erleben, zu nutzen und auch zu genießen. Nach dem Motto: "Carpe Diem!"
Login
E-Mail


Passwort


Kostenlos registrieren
Mitglied werden
Mitglied des Monats
teaser_221.png


Deine Ansprechpartner
Marcel
Marcel Gluschak
WWF Jugend Community Manager
zum Profil
Luise
Luise Neßler
WWF Jugend Community Moderatorin
zum Profil
MarcelB
Marcel Brüssow
WWF Jugend Redaktion
zum Profil
Ronja96
Ronja Post
WWF Jugend Aktionsteamer
zum Profil
HannahFee
Hannah Fesseler
hilft dir bei technischen Fragen
zum Profil
AndreaRentschler
Andrea Rentschler
hilft dir bei Fragen zur WWF Jugend Mitgliedschaft
zum Profil
NicoleB
Nicole Barth
hilft dir bei Fragen rund um die WWF Jugend Camps
zum Profil
Folgen und mit Freunden teilen