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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Was Tiere fühlen - Teil 4


von Zerschmetterling
17.06.2012
74 P
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Tags: Tiere, Gefühle

GROßES LEID
In meinem letzten Artikel dieser Reihe geht es um das Leid der Tiere.

Viele solcher schlimmen Situationen sind vom Menschen herbeigeführt.
So wie bei der Massentierhaltung.
Kühe sind sehr sensible Geschöpfe, die extrem unter diesen Bedingungen leiden.
Es ist wie eine traumatische Erfahrung, wenn den Kuhmüttern gleich nach der Geburt das Kalb entrissen wird und sie sofort in den Melkstall kommen.
Und die Neugeborenen werden in einer engen Box allein gelassen.
Nichts an der Massentierhaltung ist artgerecht.
Denn Rinder sind im Grunde genommen Wildtiere, die in künstlichen Gefängnissen gehalten werden.

Auch das Schwein ist hochsensibel und geht tiefe soziale Bindungen ein.
Es ist daher sehr verstört, wenn diese wichtigen Kontakte zerrissen werden.
Bei Schweinen verbreitet sich Panik sehr schnell.
Es sind sehr ängstliche Tiere und ihre Todesschreie können bis zu 100 Dezibel erreichen.

Ein Tier in Gefangenschaft, welches sich langweilt und keinerlei Abwechslung hat, verliert irgendwann den Lebenswillen.
So wurde mir erzählt, dass Delfine oftmals ihr Luftloch zumachen, und so einfach aufhören zu atmen.
Auch die gefangene Großkatze kann apathisch werden.
Manchmal springt sie auf, ist plötzlich hellwach und gerät in Panik und stöhnt – nur um danach wieder in Lethargie zu verfallen.

Sogar unsere Haustiere leiden, auch wenn wir das gar nicht beabsichtigen.
Gerade Hunde reagieren sehr sensibel auf das Verhalten des Herrchens.
Sie scheinen manchmal wie regelrechte emotionale Schwämme zu sein, die jede Empfindung des Halters aufsaugen.
Und wenn nach dem Ableben des ersten Hundes ein neues Tier ins Haus kommt, von dem man erwartet es wird das genaue Ebenbild des Vorgängers, so ist diese Hunde–Mensch–Beziehung auf widersprüchlichen Gefühlen aufgebaut.
Das führt beim Tier zu Verhaltensstörungen oder sogar Krankheiten wie Magenkrebs, Krämpfen oder Leckwunden.
Eine Heilung tritt erst dann ein, wenn der Besitzer die Trauer über den Tod des verstorbenen Freundes zulassen kann, und das neue Tier als eigenständiges und auf seine Weise wundervolles Geschöpf wahrnimmt.

Der Tod.
Auch dieser löst Schmerz aus.
Elefanten trauern sehr um ein verlorenes Herdenmitglied.
Eine Elefantenmutter trug ihr totes Junges tagelang auf ihren Stoßzähnen umher, während eine andere mit ungeheurer Kraft versuchte, ihr Kalb aufzurichten, wobei sie es zärtlich liebkoste und zum Trinken bewegen wollte.
Stirbt ein Tier versammelt sich die ganze Herde respektvoll um den Verstorbenen.

Und auch wenn ein Freund schon länger tot ist, wird er nicht vergessen.
So besuchte eine Elefantendame immer wieder einen kleinen zu Forschungszwecken nachempfundenen Elefantenfriedhof.
Sie betastete einen dieser Schädel sacht mit dem Rüssel, roch daran und schien ihn aus allen anderen herauszuerkennen.
Es war der Schädel einer ihrer Töchter, die vor zwei/drei Jahren gestorben war.

Auch Eisbärenmütter sind tief traurig, wenn eines ihrer Babys stirbt.
Normalerweise bleiben Eisbärenjunge bis zu zwei Jahre bei der Mutter.
Es ist jedoch nicht selten, dass es nicht alle schaffen.
So auch bei einer Eisbärendame, die zwei Junge hatte.
Eines hatte Schwierigkeiten zu folgen.
Die Mutter ging zurück zu dem Kleinen, versuchte es zu ermuntern weiterzulaufen, und blieb neben ihm sitzen bis es wieder zu Kräften kam.
Doch der Zustand des Kleinen verschlechterte sich.
Als es gestorben war, versuchte die Bärin mehrmals ihr Junges wieder hochzuheben.
Sie packte es mit ihren Kiefern im Nacken, befreite es von Pulverschnee und verjagte sogar Artgenossen, die vom Sterbegeruch angelockt wurden.
Schließlich gab die Bärin auf, und setzte sich neben ihr Kind.
Zwei Tage verweilte sie dort, bis sie mit ihrem anderen Jungen weiterzog.

Auch Angst vorm Allein–gelassen–werden gehört zum Empfindungsreichtum unser aller Lebewesen.
Alex, ein Graupapagei aus Gabun, dem das Sprechen beigebracht wurde, kennt dieses Gefühl auch.
So wurde er in einem Käfig zum Tierarzt gebracht, da er operiert werden musste.
Als sich seine Besitzerin zum Gehen wendete, rief der verängstigte Vogel: „Komm her! Ich liebe dich! Es tut mir Leid! Ich will nach Hause!

Manchmal sagt man: „Ihm/Ihr steht die Angst förmlich ins Gesicht geschrieben.“
So auch bei Ratten.
Konrad Lorenz schreibt, „dass man selten im Ausdruck eines Tieres so deutlich die Verzweiflung, die panische Angst und zugleich die Gewissheit des Todes ablesen könnte, wie bei einer Ratte die der Hinrichtung durch Artgenossen ins Auge blickt.“
Das Tier wehrt sich nicht mal mehr.

Es besteht kein Zweifel daran, dass wir alle eins sind.
Manchmal sind wir grausam, manchmal übermütig, manchmal unendlich glücklich, manchmal in Verführerlaune und ein anderes mal tieftraurig.
Aber keiner diese Emotionen ist nur einem Tier vorbehalten.
Wir alle können diese Gefühle empfinden.
Dem sollten wir uns bewusst sein.
Es gibt keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier.
Der Mensch ist ein Tier. - Und das ist gut so.

 

 

 


All diese Geschichten und mehr sind in dem Buch WAS TIERE FÜHLEN von Karine Lou Matignon zu finden.

 

Bild - Link: http://www.veganblog.de/wp-content/uploads/2011/12/Loewe_im_Zoo1.jpg

http://www.mondial.at/content/newsdoc  /Golfrundreise%20Krueger%20Nationalpark_Elefanten.jpg

http://www.look.com.ua/pic/201111/1680x1050/look.com.ua-39753.jpg

 

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Kommentare (2)
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17.06.2012
missjennifer hat geschrieben:
Oh man. Der Bericht hat mich total gerührt. Dankeschön! :)ich glaube das Buch muss ich mir auch mal holen .. ;)
17.06.2012
Fini33 hat geschrieben:
Da sieht man, wie Tiere unter dem einem Tier ; ) (dem Menschen) leiden können und müssen.
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