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Was Tiere fühlen - Teil 3


von Zerschmetterling
12.06.2012
74 P
5
0
Tags: Tiere, Gefühle

WUT UND AGGRESSIONEN
So wie es Freundschaft und Liebe gibt, gibt es auch im Tierreich Streit und Feindschaft.
In meinen vorhergegangenen Artikeln habe ich mich mit Lust und Liebe, der Bindung zwischen Mutter und Kind, Spiel und Fröhlichkeit so wie Moral beschäftigt.
Hier geht es um negative Empfindungen.

Aggressionen und Sexualität gehen oft Hand in Hand.
Eine der schrecklichsten Verbrechen ist Vergewaltigung.
Und auch Seeelefanten betrachten seine bis zu sechsmal kleineren Partnerinnen als reines Sexualobjekt. Flüchtende Weibchen werden wieder eingefangen und zur Strafe gebissen.
Und haben die Männchen keine Befriedigung erfahren, stürzen sie sich voller Brutalität auf Jungtiere beider Geschlechter.

Auch bei anderen Arten kann der Paarungsakt sehr brutal sein:
Zum Beispiel bei den Urang-Utans und den Großen Tümmlern.

In den von Menschen geführten Zuchtgestüten, kommt die Paarung von Pferden ebenfalls einer Vergewaltigung gleich.
Die Stute ist in einer Box eingesperrt und wird ohne jegliche Vorbereitung vom Hengst bestiegen.
Wenn Stuten gezwungen werden, an den Ort des Geschehens zurückzukehren, fangen sie an zu zittern und zu schwitzen. Sie sind ängstlich und widerspenstig.

Auch bei der Verteidigung des Territoriums gibt es Aggressionen. So verstehen Wölfe keinen Spaß, und verjagen ohne zu zögern jeden Eindringling.

Aber was wenn es zu Spannungen innerhalb der Gruppe kommt?
Dann bestimmen Tiere wie Katzen, Löwen, Hühner, Wölfe, Zebras und Affen einen Sündenbock, an dem man seine Frustrationen auslassen kann. Die erwählten Opfer leben in ständiger Angst am Rande der Gemeinschaft. Wenn ein Sündenbock stirbt oder verjagt wird, erwählen die Dominanten meist ein neues Individuum aus, dem das selbe Schicksal bevorsteht.

Die Jagd hingegen verläuft ohne jegliche Aggressivität.
Gewalt kommt nur dann zum Ausbruch, wenn Tiere einen Konflikt haben.

Und wie sieht die Nahrungszubereitung dann aus?
Nun, ein Affe nähert sich einer jungen Gazelle, nimmt sie in die Arme und spielt mit ihr. Das kleine Wesen wehrt sich nicht und gibt sich ganz hin. Bis der Affe ganz plötzlich das Tier tötet und ihr den Schädel zerschmettert.
Gut, dass mit dem Schädel mag heftig klingen, aber davon hat das Tier kaum was gemerkt.
Also war es kein brutaler Tot.
Auch der Leopard verfährt sanft, wenn er einen Pavian fängt. Er lähmt ihn ohne jede Gewaltanwendung. Der Pavian bietet ihm ganz entspannt seine Kehle dar und unternimmt keinen Fluchtversuch.
Dieses friedliche Töten ist ein häufig auftretendes Phänomen. Die Faszination die das Raubtier auf seine Opfer ausübt, lässt keine Panik aufkommen.

Manchmal jedoch wird der Spieß umgedreht.
Dann flieht der Gepard von einem Warzenschwein, Kanadagänse jagen Füchse, Dohlen stürzen sich auf Katzen, Ochsen kreisen Hunde oder Wölfe ein, Säbelantilopen töten junge Löwen und Füchse legen sich sogar mit Bären an.

Und was passiert, damit Aggressionen vermieden werden können?
Der unterwürfige Wolf legt die Ohren an, zieht den Schwanz ein, senkt den Kopf und weicht den Blicken des Leittieres aus. Sie winseln wie junge Hunde und lecken ihnen die Lefzen.
Löwen präsentieren den Ranghöheren ihre Halsader, Möven und Rabenvögel wenden ihre Schnäbel ab.
Kommt ein junger Hengst einer Stute zu nahe, die zum Leithengst gehört, so muss er ein ganzes Arsenal an Gebärden und Körperhaltungen einsetzten – über Maul, Hals, Ohren und Schwanz – um der Wut des Leittieres zu entgehen.
Männliche Ohrenrobben beschwichtigen Konflikte unter den Weibchen indem sie sich verneigen.
Und der Affe schürzt die Lippen und bietet dem Angreifer seine Hände da, die Handflächen nach oben, um ihm den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Die meisten Streitigkeiten können so friedlich gelöst werden.

Auch in diesen negativen Empfindungen wird die Ähnlichkeit von Mensch und Tier nur noch deutlicher.
Ich denke da an vielleicht schon alkoholisierte Jungs vorm Club, die sich von irgendwas herausgefordert fühlen, und wo vernünftigere Freunde ihr Bestes geben eine Prügelei zu verhindern.
Oder an die schlimmen, menschlichen Sexualdelikte.
Oder an das „mein Haus, mein Auto, meine Frau – Gebaren“.
Oder an Fußballfans, die sich nicht unter Kontrolle haben.
Oder an Mobbing.
Oder an zickige Frauen, die beruhigt werden müssen.

Diese, für einige wohl verblüffenden, aber selbstverständlichen Ähnlichkeiten.

 

 

 

 


All diese Geschichten und mehr sind in dem Buch WAS TIERE FÜHLEN von Karine Lou Matignon zu finden.

 

Bild - Link: http://www.resimvadisi.com/data/media/463/bozkurt.jpg

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Kommentare (5)
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Sortieren nach Aktualität:
15.06.2012
MaRgIt hat geschrieben:
Super Bericht :)
Das Buch ist echt klasse. Ich hab es vor ein Paar Jahren zur Konfi bekommen und gleich gelesen. Da sind super Bilder drinn und die Gefühle von Tieren werden beschrieben, dass man eine Gänsehaut bekommt.
Schön das du Berichte darüber schreibst.
Viele denken oder sagen Tiere hätten keine Gefühle! Das stimmt aber nicht, das wird in diesem Buch super geschildert und ich hab es schon am eigenen Leib erfahren ;)
14.06.2012
Kaathy hat geschrieben:
Ich fand die ersten beiden Teile schon klasse. Danke! :)
13.06.2012
Zerschmetterling hat geschrieben:
@Elephant: Dass die meisten Affen nur Früchte essen ist ein Irrtum. Sogar Schimpansen fressen Fleisch.
In dem Artikel geht es bei der Geschichte mit der Gazelle um Paviane.
12.06.2012
Julia018 hat geschrieben:
Da warst du aber schnell mit dem 2. und 3. Teil ;) ^^
Aber bei diesen ganzen Schilderungen kann doch eigentlich niemand mehr sagen, dass Mensch und Tier vollkommen unterschiedlich wären und es ist nicht zu verleugnen, dass wir mit allen Tieren verwandt sind.
12.06.2012
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Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Ja irgendwo ähneln wir uns alle. Schöner Bericht, danke ! ;)
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