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© Alexei Ebel / WWF-Canon
USA - Das Land der großen Freiheit


von Line
09.08.2015
85 P
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4
Tags: USA, Reisen

Was habt ihr im Kopf, wenn ihr an die USA denkt? New York City und die Freiheitsstatue? Die Casinos von Las Vegas? Die Nationalparks und Canyons? Barack Obama als ersten schwarzen Präsidenten? Gute Musik? Dicke Menschen? Große autos und entsprechende Straßen? Hollywood?

Ja, das alles ist die USA. Aber es gibt noch so viel mehr. Ich bin seit 5 Wochen in den USA. Um ehrlich zu sein, wollte ich hier gar nicht so unbedingt hin. Wenn ich an die USA gedacht habe, habe ich immer an Todesstrafe, alleingelassene verarmte Menschen, spritfressende Autos, riesige volle Städte... gedacht. Nichts davon hat mich wirklich angezogen. Warum ich dennoch hier bin, mögt ihr euch fragen. Nun, ich bin gerne wo anderes als daheim.

Dass dieser Bericht nicht schon früher gekommen ist, liegt nicht zu allererst daran, dass ich davor noch nicht genug erlebt hatte oder so. Ich habe keine Zeit dazu gefunden. Ich bin hier nicht zum Urlaub machen. Von meinem Unternehmen aus wurde mir angeboten eine Praxisphase meines Studiums im Ausland zu verbringen. Am Ende stand als Ausland nur USA zur Verfügung. So also bin ich hier her gekommen.

Was ist aber nun die USA? Zu erst ist es genau das, was wir erwarten. Kaum ein Vorurteil habe ich noch nicht bestätigt gefunden. Ihr dürft es versuchen und mir in die Kommentare etwas schreiben. Gerne werde ich dann kurz ein zwei Sätze dazu sagen. Die USA ist allerdings auch das Ganze, was ich dachte und nicht wollte. Wie weit das in Deutschland angekommen ist, weiß ich nicht, aber letzte Woche standen die Fahnen hier auf Halbmast. Es gab mal wieder eine Schießerei. Auch in der Gastfamilie in der ich untergekommen bin, gibt es eine Waffe. Weit weg ist das nicht.

All dies machte mich am Anfang zwar etwas stuzig, aber so richtig geschockt hat es mich nicht. Das kommt dann beim Einkaufen. Wir schreiben und lesen hier die ganze Zeit etwas über Plastikmüll und Wefwerfgesellschaft. Ganz ehrlich: Was können wir Europäer da groß mitreden? All das bei uns ist nichts im Vergleich zu dem, was ich hier sehe.

Wer hier einkaufen geht, kommt mit Tüten wieder, die kann man gar nicht alle ein zweites Mal gebrauchen. Manchmal werden tatsächlich mehr als nur ein Teil in eine Tüte gepackt. Dafür werden schwere Dinge wie Milch- oder Teekanister gleich doppelt verpackt, da sonst die Tüte brechen könnte. Einfach nein zu sagen, geht teilweise auch nicht. Es wird alles schon für einen eingepackt und manche verstehen nicht, dass man keine Tüte möchte. Ungelogen: mir ist schon mehr als ein mal wirklich schlecht geworden, als ich an der Kasse stand und den Verbrauch gesehen habe. Mir ist das total unverständlich.

Die andere abartige Sache ist das mit dem Wegwerfen von altem Essen bzw. nicht verbrauchen. Einerseits ist es hier sehr üblich im Restaurant das übrig gebliebene Essen eingepackt mitzunehmen. Auch bei einem Fest in der Firma wurde das so gemacht. Davon können wir durchaus noch etwas lernen. Andererseits wird viel gekauft. Gegessen wird dann worauf man Lust hat. Einen Überblick, was weg muss, haben wohl die wenigstens. Wenn dann mal was kaputt ist, wird es halt weggeschmissen. Dabei kann es auch sein, dass das etwas auch einfach nur alt ist. in meiner Gastfamilie stehen manche Gerichte über eine Woche im Kühlschrank. Ich weiß nicht wie sie das machen, aber das meiste kann man dann noch immer essen. Teilweise schauen sie aber gar nicht richtig in die Box, wenn schon klar ist, dass es von letzer Woche ist.

Hier gibt es natürlich nicht nur diese Dinge. Was mir den Aufenthalt hier wirklich versüßt, ist die Natur. Daheim fahre ich nicht sehr gerne mit dem Fahrrad, weil überall haben wir Hügel und Berge. Hier ist es relativ flach und so bin ich schon sehr oft durch die Nacht gefahren. Nacht aus dem Grund, dass ich am Tag arbeite, dann eine kurze Pause brauche und es meist schon dämmert, wenn ich los fahre (die Sonne geht hier etwas früher unter, da wir südlicher sind). Die nacht ist hier alles andere als still. Um mich herum sind überall die Geräusche von Insekten und Vögeln zu hören. Das beste allerdings sind die Glühwürmchen. Es gibt hier so viele und ich habe mich gleich in der ersten Nacht, die ich hier war, in sie verliebt. So wundervoll einfach nur auf einer Bank zu sitzen, auf dem Weg stehen zu bleiben oder was auch immer und den Anblick zu genießen. An und aus und an und aus... Immer wieder an einer anderen Stelle leuchtet ein Licht auf.

Auch sehr genial und am Abend beziehungsweise in der Nacht zu sehen sind die Rehe. Wir wohnen nicht unbedingt am Stadtrand (so etwas kann man hier nicht so einfach definieren), aber auf der Wiese zwischen dem Haus neben uns und dem nächsten stehen gerne ein paar Rehe und grasen mit ihren Jungen.

Es ist ein steiges Hin und Her der Grfühle. Zwischen Verzweiflung über die Verschmutzung und der Freude über das Geschenk der Natur. Konstant ist nur eines: Ich bin gerne hier und sehe die Welt an einem anderen Ort mit anderen Menschen.

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass euch mein Bericht gefallen hat. Außer den Bildern hier, habe ich auch ein Fotoalbum erstellt. Wenn ihr mehr hören wollt von meiner Zeit in den USA, schreibt es mir in die Kommentare.

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Kommentare (3)
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12.08.2015
Line hat geschrieben:
@lisa: ich studiere Mechatronik an der DHBW. Normalerweise natürlich in Deutschland (Stuttgart), aber jetzt eben für ein Praxissemester hier. Die Arbeit ist folglich ein Projekt, das mit seinem mechanischen Teil perfekt zu meinem Studium passt.
@Lara: habe kurz darauf ein Gespräch mit dem Sohn (13) hier gehabt. Er war gerade dabei seine Messer zu schleifen und ich hab mich gefreut, für was er die braucht. Zum Jagen... das hat mich mal umgehauen. Vor allem was noch drum rum weiter kam.
@TheCapybara: oh ja! es gibt viel in ganz kleinen Packungen, damit man es auch ja portionsgerecht daheim hat oder zum Mitnehmen. Andererseits gibt es diese rießigen ca.5l Kanister. Da hier ja nicht mit Liter, Meter, Celsius... gerechnet wird ist es nicht genau 5l.
10.08.2015
RichardParker hat geschrieben:
Oh line, dass Horror-Szenario "Einkaufen" kann ich dir so gut nachempfinden!! Ich habe dasselbe in Grün erlebt. Dass deine Gastfamilie eine Waffe besitzt nun ja, das ist wirklich nichts was einen überraschen sollte, aber ich war irgendwie gerade trotzdem schockiert, wenn ich an all die Schießereien und vermeintlichen "Unfälle" denke...
Aber schön, dass dich Natur so in den Bann gezogen hat, mir ging es das´auch ähnlich :)
Und ich würde mich wie Lisa freuen, wenn du uns weiter berichtest :))
09.08.2015
Sunlight hat geschrieben:
Vielen Dank für diesen Einblick in Deine Eindrücke in die USA! :)
Mich würde vor allem noch interessieren, was und so Du konkret dort arbeitest und was bzw. wo Du studierst?
Und natürlich würde ich mich freuen wenn Du uns weiterhin auf dem Laufenden hält, was Du erlebst, gerade auch mit Blick auf Umweltaspekte, welche Vorurteile vielleicht auch doch noch widerlegt werden...
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