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© Alexei Ebel / WWF-Canon
...und hinter tausend Stäben keine Welt


von Meatala
07.11.2011
42 P
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Tags: Zoo, Tierpark

 "Und hinter tausend Stäben keine Welt"....

Schlusssatz von Rainer Maria Rilkes Gedicht "Der Panther" - eins meiner Lieblingsgedichte und obwohl es gewiss nicht mehr neu ist bringt es die Situation vieler Zootiere noch immer sehr passend auf den Punkt! Denn das Bild oben stammte keines Falls von einem grauenvollem Schreckenszoo in irgendeinem Land, das sich was Besseres nicht leisten kann (ich möchte niemandem beleidigen) - sondern hier aus der "zivilisierten guten Welt". 

Wenn ihr an einen Zoo denkt, was habt ihr dann vor Augen? Schwerin? Hagenbeck? Berlin? 

Scheinbar geräumige Gehege mit Abwechslung liebevoll gestaltet und glückliche Tiere? So wie hier:

Sieht paradiesisch aus, oder? Ein Elefantengehege und mal ehrlich, wer möchte hier nicht leben? Da wird Gefangenschaft doch fast erträglich, oder?

Falsch!

Denn das ist nur eine augenwischende Lüge der Wildparks, Zoos oder wie auch immer diese Vereine sich bezeichnen möchten. Kommen bald noch auf die Idee sich Tierretter zu nennen...

Das ist die Wahrheit hinter vielen Zoos:

Ihr seht es selbst, oder? 

Sie betteln. Sie betteln um Futter. Wieso? Weil sie keinerlei Beschäftigung haben. Die meisten Gehege sind nur nach dem ästethischen Befinden der Menschen gestaltet, nicht aber nach den Bedürfnissen der Tiere. Es fehlt an Beschäftigung auf der ganzen Linie, gelaufen wird auf blankem Beton und dann auch dieser schöne Graben hier - tausende von Tieren kostete und kostet er noch das Leben!

Entweder fallen sie beim betteln über den Rand und berechen sich die Knochen; ein Elefant namens Dumbo brach sich dabei beide Stoßzähne ab, so das die Nerven freilagen - er wurde erschossen. Ein Bär stürzte von seinem Ast, kippte unmächtig in den mit Regenwasser gefüllten Graben und ertrang. 

Regelmäßig nutzen besonders bei Elefanten ranghöhere oder jüngere Tiere die Chance die "Konkurrenz" in den Graben zu verbannen. Die Tiere holen sich Brüche zu, sterben teilweise sofort oder wagen gar nicht mehr empor zu kommen. Aber auch Unfälle sind hier Gang und Gebe - nicht selten wegen Futter, dass in den Graben geworfen wurde.

Eine hagenbeckische Erfindung, weil es ja "so entzückend" aussehe, wenn man den Leuten vorgaukeln könne, dass Zebras, Antilopen und Löwen sich eine Ebene teilen. Das die Raubvögel vielleicht nur ankettetet seien sah ja niemand und somit war es eigentlich auch egal. 

Aber so eine Haltung bietet neben all ihren grausamen Gefahren noch eine Gefahr, die gerne von den Zooleuten, aber auch ZIRKUSLEUTEN, klein geredet wird: Stereotypen! 

Stereotypen hat sicher jeder schon einmal gesehen, der schon einmal in einem Zoo gewesen ist. Scheinbar tief konzentriert rollt der Bär einen morschen Baumstamm von links nach rechts - das dies aus Bewegungsmangel und Unterbeschäftigung geschieht weiß der Besucher nicht. Dass es eine Stereotype ist, die er bereits seit Monaten betreibt weiß und sieht der durchschnittliche Zoobesucher auch nicht.

Was fällt euch hier zuerst auf?

Schlussendlch wohl der lange sandige Streifen auf dem die Katze "pendelt". So wird dieser Stereotyp gerne bezeichnet. Besonders Caniden, aber auch andere "Lauftiere" legen diese "Eigenart" an den Tag. Stunden-, Tage-, Wochenlang ziehen sie den immer gleichen Kreis in ihrem Gehege - mache gehen das ganze Gehege ab bis es regelrechte Straßen gibt, andere rennen in Achten immer vor einer ganz bestimmten Seite entlang. Hin und her, hin und her, hin und her....

Besonders bei Fleischfressern, aber auch den Affen, kommt noch ein anderer, sehr grausamer Stereotyp hervor - Automutilation - oder, zu gut deutsch - Selbstverstümmelung. Das geht von einem zwanghaften Lecken bis dort sämtliches Fell ausgefallen ist und sich die Haut blutig geleckt ist bis hin zu einem richtigen abfressen von Extremitäten oder Schwanz. Wie bei diesem Fuchs:

Die Tiere leiden keinen Hunger - sie fressen sich aus reiner Langeweile. Es sind mehrere Fälle belegt, wo das der Fall war und wo es eindeutig war, dass wenn den Tieren ein wenig mehr Beschäftigungsreiz geboten worden wäre, dann hätten sie es nicht getan. Auch Fälle in denen Eltern ihre Kinder fressen, foltern oder verstoßen fallen unter diesen Stereotypus.

Ein weiterer Stereotyp ist das so genannte Weben. Wer ein Pferd hat hat davon schon mal gehört und weiß, dass damit das hin und her schaukeln auf der Stelle ist. Entweder schaukelt nur der Kopf oder das gesamte Tier schaukelt von einem Fuß auf den Anderen. Auch Zootiere weben - oft sogar so vehement, dass sie sich Verletzungen an den Gelenken zuziehen, die sie dauerhaft schädigen.

Besonders bei Elefanten finden Besucher das wunderschön. Der große Kopf wiegt sich von links nach rechts, die schönen Augen mit den langen Wimpern blicken ins Publikum. Die Ohren schwingen vielleicht noch ein wenig mit und fast hypnotisch tanzte der Rüssel mit - also wieso was dagegen unternehmen, wenn es zahlendes Publikum lockt?

Das scheint der Grund zu ssein, wieso Stereotypen nicht behandelt werden. Weder ist einer schlimmer als der Andere, noch ist irgendeiner davon ein Grund zur Bewunderung der Tiere! Sie leiden und genau das wollen sie deutlich machen! Egal ob es ein webender Elefant ist oder ein Fuchs, der sich selber frisst! 

Solange wir Tieren in Zoos keine artgemäße und artgerechte Haltung bieten können, gehören sie dort nicht hin! 

In meinen Augen sollte ein Zoo ein Asyl sein für Wildtiere, die so grausames durchmachen musste, vlt. so auf den Menschen fixiert sind oder so verhaltensgestört sind, dass eine Auswilderung ihr sicheres Todesurteil wäre. Ein Zoo sollte ein Heim sein für Tiere und sich erst an ihren Bedürfnissen messen - danach an denen des Menschen.

Solch einen Zoo würde ich sogar noch unterstützen...

Danke.

 

 

Quellen:

playboybeat.de/Liedtexte/panther.htm

view.stern.de/de/picture/Zoo-Elefanten-Elefantengehege-Schwarz-Natur-%26-Landschaft-1479457.html

www.panoramio.com/photo/14977754

canadajan.blogsport.de/2010/09/15/linien-die-nicht-da-sind-fossilien-die-nicht-klar-sind-tiere-die-nicht-rar-sind-und-hummer-die-nicht-gar-sind-ein-wochenbericht/

www.veganblog.de/2010/10/22/fur-free-friday-mach-mit/#.TrhHmfQkDpY

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Kommentare (7)
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10.11.2011
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Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
wow ist das schrecklich vor allem das mit dem fuchs hat das niemant gemerkt....???
ich finde zoos am schlimmsten wo zu viele tiere auf engstem raum leben oder dieser zoo der kleinen schweinen ein tiegerkostüm anziehn und zu einem tieger legt nur damit besucher kommen
09.11.2011
Juliaaa hat geschrieben:
"Solange wir Tieren in Zoos keine artgemäße und artgerechte Haltung bieten können, gehören sie dort nicht hin!"

-> So sieht's aus ;)
08.11.2011
Angelina hat geschrieben:
Wenn ich mal so überlege, war ich kaum in Zoos. Wollte iegentlich bald nochmal einen besuchen, doch wenn ich mir deine Bericht so durchlese..das macht mich schon irgendwie traurig. Vor allem das Bild mit dem Fuchs hat mich sehr erschreckt!
Wenn es so einen Zoo, wie du ihn beschrieben hast, wirklich bald geben wird und die Tiere ein tolles Leben dort haben, werde ich ihn auch aufjedenfall unterstützen!
Toller Bericht! (:
08.11.2011
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Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
*Santuario Animal de Ccochahuasi finanziert sich ausschließlich durch Spenden
08.11.2011
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Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Solche "Aufpäppelzoos" gibt es wirklich, unter anderem in Peru: Santuario Animal de Ccochahuasi
Als ich dort war, gab es zwei Pumas, welche aus einer Bar befreit wurden in der sie mit Betäubungsmitteln vollgepumpt wurden damit Touristen Fotos mit ihnen machen können! Und in einer riesigen Voliere lebten zwei Kondore mit einem Jungtier.
Außerdem gab es mehrere, ziemlich gerupft aussehende Aras, ein paar Lamas, ne Schildkröte und ein Vogel der einem Storch recht nahe kam
Die Aufpäppelstation kümmert sich um verletzte Wildtiere oder Tiere die aus grausamster Gefangenschaft befreit wurden. Sind sie wieder gesund, können sie u.U. wieder ausgewildert werden (vorausgesetzt sie sind nicht schon zu sehr auf den menschen fixiert)

>> http://es-es.facebook.com/pages/SANTUARIO-ANIMAL-DE-CCOCHAHUASI/173149249417533?sk=wall
08.11.2011
Kaninchen hat geschrieben:
Es sollte vorallem Zoo's geben die sehr stark gefährdete Tierarten wieder vermehren und die Population vergrößern. Die Menschen sollten einen kleinen Blick drauf werfen können .. mehr aber auch nicht ! Erst durch die Menschen sind die Tiere doch zu dem gezwungen was in den Zoo's ist und dass diese erst überhaupt dahin müssen !
08.11.2011
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Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Und genau deswegen gehe ich nicht in Zoos.
Es käme ja auch niemand auf die Idee Sonntags mal mit den Kindern einen Ausflug ins städtische Gefängnis zu machen um zu gucken, was die Insassen so treiben.
Ein Tier hinter Gittern, Zäunen oder Mauern ist nicht frei.

Deinen Wunsch-Zoo würde ich hingegen auch unterstützen. Sag mir Bescheid, sobald du einen gefunden hast :)
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