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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Und der Umwelt-Nobelpreis geht an .... Ghana


von Zoe
31.10.2009
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© WWFIn internationalen Medien und Fachpublikationen hört man oft den geflügelten Begriff der „Marginalisierung des afrikanischen Kontinents“ und tatsächlich werden die afrikanischen Staaten, ihre Einstellungen, iher Einflussnahme und Probleme oft vernachlässigt. Deshalb wird die Aufmerksamkeit heute ganz bewusst auf ein afrikanisches Land gelenkt – auf Ghana.

 

Ein Nobelpreis für die Umwelt

Das haben wir alle mitbekommen: Barack Obama erhielt dieses Jahr den Friedensnobelpreis, und die Deutsche Hertha Müller wurde mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Doch kaum jemand kennt die Gewinner des „Nobelpreises für Umwelt“. Dieser Preis, offiziell Goldman-Preis genannt, ging z.B. im Jahr 2004 an den ghanesischen Rechtsanwalt Rudolf Amenga-Etego. Der Preis wurde dem Anwalt für seine Verdienste um den Erhalt des öffentlichen Wassernetzes im westafrikanischen Staat zuerkannt. Er setzte sich gegen die Privatisierung des Wassers in seinem Land ein, indem er die „Ghana National Coalition Against the Privatisation of Water“ gründete. Damit konnte ein 400 Millionen Dollar Projekt, das vorgesehen hatte, Trinkwasser zu Marktpreisen zu verkaufen, zu Fall gebracht werden. In einem Land wie Ghana, in dem 70 Prozent der Einwohner keinen Zugang zu sauberem Wasser haben und zu den ärmsten Menschen der Welt gehören, wäre eine solche Privatisierung eine Katastrophe. Damit würde Trinkwasser für die Menschen unbezahlbar.

Die faszinierend Flora und Fauna in Ghana ...

Die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt Ghanas ist in der Vergangenheit vermehrt unter Schutz gestellt worden und wird zunehmend dem nachhaltigen Tourismus eröffnet. Die Einnahmen aus dem Ökotourismus sollen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt liefern. Der Rückgang der Waldfläche ist jedoch alamierend: die ursprünglichen 85.000 km² Fläche wurden innerhalb der letzten 50 Jahre auf 40.000 km² dezimiert. Und der Rückgang geht weiter: Jährlich nimmt die Waldfläche aug Grund von Rodung und dem Export von Edelhölzern um 1.7% ab. Der in Resten noch vorhandene Regenwald ist sehr artenreich und die ganzjährig konstante Temperatur und hohe Luftfeuchtigkeit fördern das Pflanzenwachstum. Im Südwesten des Landdes befindet sich tropischer Regenwald und Feuchtwald. Hier kann man bis zu 50 Meter hohe Baumriesen finden, die teilweise über 300 Jahre alt sind. Der Norden und der mittlere Teil des Landes sind von der Feuchtsavanne gekennzeichnet. Außerdem besteht ein schmaler Streifen der Küste auch noch als Küstensavanne.

Die Tierwelt in ganz Ghana ist sehr artenreich. Neben tropischen Vogelarten wie Papageien, Nashornvögel, Adlern, Spechten, Perlhühner und Tauben, die im Regenwald beheimatet sind, wird die heimische Vogelwelt durch eine Vielzahl von Zugvögeln erweitert. Im Volta-Delta, aber auch in den Wasserlandschaften der Lagunen und entlang der vielen Flussläufe, kommen verschiedene Wasservögelarten vor. In der Savanne sind ungefähr 50 Antilopenarten, Löwen, Leoparden, Zibetkatzen, Elefanten, Büffel, Flusspferde und Warzenschweine beheimatet. Dazu kommt eine Vielzahl von teilweise seltenen Affenarten, für die teilweise eigene Wildtierreservate eingerichtet wurden.

... ist durch illegale Abholzung, Wilderei und mangelndes Umweltbewusstsein bedroht

Einige Tierarten, die in den tropischen Regenwäldern von Ghana leben, sind als gefährdet oder vom Aussterben bedroht einzustufen. Eine unbekannte Zahl von Tierarten gilt bereits als verschwunden, wie der Rote Stummelaffe, der in den 70er Jahren letztmalig gesichtet wurde. Seit dem Jahr 2000 gilt diese offiziell als ausgestorben. Die ghanaische Wirtschaft, insbesondere der Bergbau und die Forstwirtschaft in Ghana, hat im Land teilweise erhebliche Umweltschäden verursacht. Die fehlende staatliche Organisation der Müllbeseitigung ist ein weiteres großes Problem besonders in den Metropolen. Nur ungefähr 5% des Mülls in Ghana werden wiederverwendet oder recycelt.

Gesetzgebung und Öffentlichkeitsarbeit sollen weiteres Artensterben verhindern

Die West African Primate Conservation Action (WAPCA) wurde als internationaler Zusammenschluss von insgesamt elf europäischen zoologischen Gärten gegründet, um das Aussterben weiterer Arten zu verhindern. Auch der Conservation des especes et des populationes animales (CEPA) sowie die Zoologische Gesellschaft für Artenschutz (ZGAP) sind an dieser Aktion maßgeblich beteiligt. Die Zoos und die Vereinigungen bemühen sich um den Schutz der hoch bedrohten Roloway-Diana-Meerkatzen und der Weißscheitelmangaben. Beide Arten gehören zu den am meisten gefährdetsten 25 Primatenarten weltweit.

Das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen des Landes nimmt erst in jüngster Zeit immer mehr zu. Die Politik der Regierung von Präsident John Agyekum Kufuor ging vermehrt auf umweltpolitische Themen ein, doch in der Bevölkerung ist Umweltbewusstsein eher gering ausgeprägt. Inzwischen wurden in fast allen Landesteilen Naturreservate eingerichtet. Zum einen sind Nationalparks ausgewiesen worden, um einem möglichst großen Publikum die erhaltenswerte Natur vorzuführen und die Menschen für deren Schutz zu interessieren. Zusätzliche Wildtierreservate sollen die Population der heimischen Wildtierarten wieder erhöhen. In strikt angelegten Forstreservaten sollen darüber hinaus Möglichkeiten untersucht und aufgezeigt werden, wie eine nachhaltige Forstwirtschaft betrieben werden kann. Auch wenn der Paradigmen-Wechsel in Ghana – verständlicherweise – langsam verläuft, zeichnet sich doch eine umweltfreundliche Richtung ab. Hoffen wir, dass es so weiter geht!

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Kommentare (3)
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01.11.2009
Doro hat geschrieben:
Dieser Artikel zeigt noch einmal, was für eine enorme Artenvielfalt dort herrscht und trotzdem gibt es Menschen, die das nicht die Bohne interessiert. Für ihren Profit hauen sie alles kurz und klein, was sich ihnen in den Weg stellt. Unglaublich!

Hoffen und beten wir, dass die Menschen wirklich langsam erkennen, was sie da tun - und was sie besser machen können.

Toller Artikel!
31.10.2009
Franzi hat geschrieben:
Super Artikel, vielen Dank! =) Und wie du schon sagst, hoffen wir dass diese doch positiven Entwicklungen so weiter gehen! =)
31.10.2009
straetsi hat geschrieben:
hey zoe,

danke für deinen interessanten bericht... da ich selbst in einer organisation bin die eine mädchenschule 200km entfernt von accra hat (www.hss-loeffingen.de ) und auch da oft wassermangel herrscht finde ich solche themen immer höchst interessant...

liebe grüße, simon
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