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Tierquälerei?


von Stracca
14.06.2016
35 P
6
10

»Ist das nicht Tierquälerei?«

 

Diese Frage hat mir meine kleine Schwester gestellt, nachdem ich zu ihr gesagt habe, dass sie die Ameise, die in ihrem Schuh war, einfach töten solle. Nach diesem Gespräch habe ich mir mehr Gedanken darüber gemacht: Ab wann wird etwas offiziel als Tierquälerei gezählt?

Ich habe in einigen Quellen nachgelesen und war ein bisschen erstaunt:

"Als Tierquälerei wird dabei die in § 17 Tierschutzgesetz (TierSchG) beschriebene Straftat bezeichnet. Danach wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder einem Wirbeltier entweder aus Rohheit erhebliche Schmerzen oder Leiden oder länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zufügt."

Bei diesem Ausschnitt hat mich schon die Formulierung "wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet oder [...]" gestört - was ist mit den Insekten?

Ich habe Artikel gelesen und Fotos angeschaut. Bei manchen Fofos konnte ich nicht hinsehen, weil ich es so schrecklich fand. Bei manchen Artikeln (z.B. von Greenpeace) konnte ich meinen Augen kaum trauen, was dort berichtet wurde. Es wurden Zahlen genannt, die unmenschlich waren.

animal cruelty - zeichnung

Nachdem ich so viel über Tierquälerei gelesen habe, wollte ich nun auch endlich wissen, was man denn dagegen tun kann. Ich habe  ein paar wertvolle Tipps gefunden.

 

Was ist zu tun?

1. Ermittlung der Eigentümer

Versuche, herauszufinden, wem die Tiere gehören und mit dem Besitzer oder Nachbarn Kontakt aufzunehmen. Vielleicht können Missstände in einem guten Gespräch behoben werden. Versuche, das Gewissen zu erreichen - Schließlich willst Du in erster Linie den Tieren helfen - und nicht den Leuten schaden. Vielleicht sind die Tierhalter überfordert und brauchen Hilfe?

 

2. Sichere Beweise

Worauf kommt es an? - Gerichte benötigen Fakten.

Ein oft von Tierliebhabern gemachter Fehler ist, dass sie zuerst das Tier aus seiner Notlage notfalls auch durch Diebstahl zu retten, ohne vom Ort der Tierquälerei und dem Tier vor Ort Bilder zu machen.

 

Sichere zunächst immer Beweise. Dokumentiere durch Bilder oder Filme. Wichtig: Gib Beweismaterial nie ohne Kopie aus der Hand, vervielfältige schriftliche Dokumente und Fotos! Denn in Fällen von Tierquälerei werden Tatbestände oft schnell vertuscht oder geleugnet
Nimm einen (möglichst unabhängige) Zeugen mit, der Dich auch gegebenenfalls durch eine eidesstattliche Versicherung über das Geschehene unterstützt. Je mehr Zeugen sich beim Veterinäramt melden, umso besser.
Notiere Dir die genaue Zeit, evt. Autonummern, Namen und Anschriften. Lieber zu viele Infos als zu wenig.
Wenn das Tier sofort Hilfe benötigt, dann sollte es so schnell wie möglich auch einem Tierarzt überstellt werden, der einerseits ein wichtiger Zeuge wird und andererseits auch im gegebenen Fall die Erstversorgung des Tieres übernehmen kann.

 

Du hast Beweise?
Du hast Zeugen?

Eindeutige Tierquälereien kannst Du direkt bei der Polizei oder bei der Staatsanwaltschaft anzeigen. Durch Deine Aussage und die der mitgebrachten Zeugen, die gesicherten Beweise ( Fotos, Dokumentation etc.) bist Du die größte Hilfe für die Tiere. Nicht locker lassen. Wenn Du bereit bist, eine Tierquälerei zur Anzeige zu bringen, dann wirst Du nun auch bei den örtlichen Tierschutzvereinen oder Tierhilfen Unterstützung bekommen. Bleiben diese oder die Behörden untätig, dann schalte die Presse ein.

 


Bei wildlebenden Tieren bitte beachten:

Wildtiere brauchen nur in seltenen Ausnahmefällen menschliche Hilfe. Das gilt insbesondere für Vögel im strengen Winter oder für unterentwickelte Jungigel.


Tierquälerei – Wie sieht die gesetzliche Grundlage aus?

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

1. muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen,


2. darf die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden,

3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.
Ob die Tiere »der Art entsprechend gehalten« werden, wird bei einigen Nutztierarten durch Haltungsverordnungen (z.B. Schweineverordnung) geregelt. Gibt es keine Haltungsverordnung, dann kann man sich direkt auf das Tierschutzgesetz berufen. Der Begriff »der Art entsprechend« wird allerdings in der Praxis sehr »großzügig« ausgelegt (also nicht im Sinne der Tiere, sondern einzig im Sinne ihrer Ausbeuter).

Was kannst du tun, wenn Du Zeuge von Tierquälerei wirst?

1. Auch, wenn es nicht immer leicht ist: Sprich den Halter an und versuche, mit ihm vernünftig zu reden. Nicht jeder Tierbesitzer hat auch Fachkenntnisse und könnte möglicherweise auch aus Unwissenheit, seinem Tier nicht gerecht werden. Manchmal werden Tiere auch aus Überforderung geschlagen, einfach weil der Halter sein Tier einfach nicht versteht, bzw. dessen Körpersprache nicht lesen kann. Ein freundliches Gespräch kann in manchen Fällen Wunder bewirken.

2. Zeigt sich der Tierhalter uneinsichtig, wende Dich an das Veterinäramt (oftmals Teil des Landratsamtes). Versuche, den Tatbestand möglichst genau zu dokumentieren: Fotos, Filmaufnahmen, Zeugenaussagen. Je mehr Zeugen sich beim Veterinäramt melden, umso besser. Denn in Fällen von Tierquälerei werden Tatbestände oft schnell vertuscht oder geleugnet. Wichtig: Gib Beweismaterial nie oder nie ohne Kopie aus der Hand, vervielfältige schriftliche Dokumente und Fotos!

3. Sprich parallel dazu mit der Polizei und erstatte im Bedarfsfall Anzeige wegen Tierquälerei. Berufe Dich auf § 2 des Tierschutzgesetzes, nach dem der Tierhalter verpflichtet ist, die Tiere der Art entsprechend zu versorgen. Hier braucht es unter Umständen einigen Nachdruck. Wichtig: Zeige auch der Polizei Deine Fotos, welche die tierquälerischen Zustände dokumentieren.

4. Wende Dich an einen örtlichen Tierschutzverein - oft ist der Protest von verschiedenen Seiten sehr hilfreich!

5. Wende Dich mit Deinen Fotos und Deinem schriftlichen Bericht an die regionale Presse. Öffentlicher Druck kann manchmal Wunder wirken!

 

Ich hoffe, euch hat dieser Bericht gefallen und die Tipps vielleicht sogar geholfen.

 

stop animal cruelty

 

 

Quellen:

Titelbild: http://thumb1.shutterstock.com/display_pic_with_logo/2397722/210895540/stock-photo-animal-cruelty-sign-with-clouds-and-sky-background-210895540.jpg

Bild 2: http://thumb7.shutterstock.com/display_pic_with_logo/598477/179557751/stock-vector-animal-cruelty-abuse-by-human-stick-figure-pictogram-icon-179557751.jpg

Bild 3: http://thumb7.shutterstock.com/display_pic_with_logo/766909/158281601/stock-vector-grunge-rubber-stamp-with-text-stop-animal-cruelty-vector-illustration-158281601.jpg

Tipps gegen Tierquälerei:http://www.tierschutz-ohne-grenzen.de/site.php?site=74

(Ich habe mir die Erlaubnis geben lassen, dass ich diese Tipps verwenden darf)

 

 

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Kommentare (6)
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Sortieren nach Aktualität:
16.06.2016
Papillon hat geschrieben:
Es ist gut, das du die Möglichkeiten aufzählst, was man tun kann. Wie du schon erwähnt hast, wissen viele nicht damit umzugehen bzw. gehen falsch damit um.
16.06.2016
Gangsterhunnie hat geschrieben:
Toller Bericht. Und zum Scluss noch mal eine Zusammenfassung zu schreiben ist eine Gute Idee. ^^
14.06.2016
B0uld3r hat geschrieben:
@Stracca: Kein Problem:) Insekten und Wirbellose sind ja trotzdem nicht dabei:/
14.06.2016
Stracca hat geschrieben:
@B0uld3r: Danke für den Hinweis! Ich habe es gleich geändert!
14.06.2016
Jayfeather hat geschrieben:
Gute Zusammenfassung :)
14.06.2016
B0uld3r hat geschrieben:
Achtung! Zu den Wirbeltieren zählt man: Säugetiere, Amphibien, Vögel, Reptilien und Fische.
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