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© Wild Wonders of Europe / Sven Zacek / WWF
Thema Zoo


von Janine
20.05.2009
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Wir alle waren wahrscheinlich schon einmal da, im Zoo. Am Ort an dem Exoten nah beieinander wohnen, sodass der nächste Kontinent nur ein Katzensprung entfernt ist. Es ist der Ort an dem man sich einen Eindruck über die Vielfalt der Lebewesen dieser Welt verschaffen kann. Im Zoo verbringt man gerne einen schönen Nachmittag mit der Familie oder kann sich einmal richtig entspannen, wenn der Großstadtlärm den Kopf mit seinem Autohupkonzert, Sirenengeheul und Bauarbeitenlärm gefüllt hat. Unser Alltag macht den Zoo zu einem besonders attraktiven Platz, an den wir uns gerne zurück ziehen, weil er einen großen Kontrast zu unserer “natürlichen” Umwelt bildet.
Was aber ist eigentlich der Sinn eines Tierparks? Die Idee dahinter ist alt und beinahe schon überholt, zumindest hierzulande. Ursprünglich dienten Zoos der Belustigung der Bürger. Jeder wollte einmal von einem Elefantenrüssel nass gespritzt werden, oder darüber lachen, dass sich ein Schimpanse drei mal im Kreis dreht. Und wie bequem ist es doch, wenn man nicht in die Ferne ziehen und zusätzlich darauf hoffen muss einem wilden Tier zu begegnen, sondern die Wildnis in die Stadt zu holen. So hat jeder die Chance zu sehen, wie ein richtiges Wildtier aussieht, wie es frisst und sich bewegt, und sogar sein Verhalten zu studieren. 

Von dieser Intention bis zur modernen Idee eines Zoos war es ein langer Weg, dem so manches Tier über die Jahre erlegen ist. Wenn wir heute durch einen deutschen Zoo spazieren, sehen wir oft vergrößerte Gehege, artgerechtere Haltung und Ablenkungsmöglichkeiten für die Tiere, damit sie sich nicht langweilen.                                             
Leider versagt dieses System bereits mit dem Wort “artgerecht”. Artgerechtes Leben ist nur in der natürlichen Umgebung möglich, in dem das Tier entscheiden kann, wie groß sein Territorium sein soll, was es frisst und jagen kann wenn ihm danach ist.
Auch das natürliche Verhalten eines Tieres im Zoo ist nur schwer zu beobachten, da in Gefangenschaft gehaltene Tiere oft verhaltensgestört sind und das auch bei der besten Pflege.

Auch vielen Eltern ist es wichtig, ihren Kindern die Umwelt mit Hilfe von solchen Einrichtungen, näher zu bringen, weil sie dadurch ein Gespür für die Natur entwickeln und Zusammenhänge sehen und verstehen können und so ihren Horizont erweitern.
Allerdings scheint es doch sinnvoller, damit in unserer Umgebung zu beginnen, dort wo wir wohnen, wo wir täglich mit der Umwelt in Berührung kommen. Was ist der Unterschied zwischen einer Buche und einer Eiche? Wie sieht ein Uhu aus? Gibt es vielleicht sogar Fledermäuse in der Gegend?
Wir verschließen gerne die Augen vor dem, was direkt vor unserer Haustüre liegt. Vielleicht weil es leichter ist, wenn wir nicht selber suchen müssen und vielleicht auch weil es aufregender ist nicht einheimische Tiere anzuschauen. Aber haben wir schon einmal genau hingesehen?
Meistens ist uns gar nicht bekannt, wie viele Tierarten tatsächlich in unseren Gebieten heimisch sind. Wir müssen nur wissen, wo sie zu suchen sind. Ein Tier zu entdecken, während wir durch die Wälder streichen, ist natürlich nicht selbstverständlich, aber sehr wahrscheinlich, da es vor lauter Leben nur so wimmelt. Wir müssen nur lernen genauer hinzusehen. Und wenn unsere Suche belohnt wird, dann können wir uns freuen. Und dieses Gefühl der Freude kann uns kein Zoo der Welt geben, denn da wird uns die wilde Natur auf einem goldenen Teller präsentiert.

Vergessen dürfen wir aber eines nicht. Und zwar dass Zoos auch dafür sorgen, dass Tierarten erhalten bleiben. Viele Arten sind nur noch in Zoos vertreten und in der freien Wildbahn nicht mehr zu finden. Ob es den Tieren dadurch besser geht, bleibt zu bezweifeln. Ist es letztendlich nicht egoistisch, Tiere zu behalten, unter der Bedingung, dass sie auf ewig eingesperrt bleiben?
 

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Kommentare (6)
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04.02.2011
Maexchen hat geschrieben:
Ich denke, dass Zoos Für - sowie auch Gegenargumente haben. Einerseits sind sie zur Ausstellungsquelle da, andererseits bezahlen wir ja auch Geld dafür, dass manchen bedrohten Tierarten geholfen wird. Kranke Tiere werden aufgepäppelt und manche Zoos wildern sie später sogar wieder aus. Eigehntlich nicht schlecht. Sicher, früher war das ganz anders, da sind nur sie Wohlhabenden in den Zoo gegangen und auch nur um sich die Tiere der Welt anzugucken. Aber heute ist der Stand der Entwicklung schon ganz woanders. Es wird für die Tiere geforscht und es wird versucht, ihnen zu helfen.
21.05.2009
Janine hat geschrieben:
Da habt ihr recht. Zoos sind mittlerweile viel mehr als nur eine Ausstellungsstätte. Sie können zur Auswilderung und Forschung und als Aufpäppelstationen genutzt werden.
Es gibt eben viele gute als auch schlechte Seiten. Deshhalb finde ich es gut, dass ihr so reichlich kommentiert, denn dadurch wird das Facettenreichtum der Zoos gut dargestellt.
21.05.2009
Franzi hat geschrieben:
Du hattest angesprochen dass es manche Tierarten nur noch in Zoos gibt... ich finde dass gut, denn oft wird ja auch versucht den Lebensraum in dem das Tier einst gelebt hat wieder audzubauen um es irgendwann wieder auszuwildern. So verlieren wir die Art nicht ganz und es besteht die Chance das Tier irgendwann auch wieder in der Wildnis zu sehen, wie zum beispiel jetzt den Wolf wieder immer öfters :)
21.05.2009
Mikaja hat geschrieben:
Obwohl...einige Zoos haben ja tolle Auswilderungsprogramme. Und es prägt viele Menschen sehr, z.B. mal einen Delfin aus der Nähe zu sehen (obwohl ich gegen die Delfinhaltung im Zoo bin).
21.05.2009
Janine hat geschrieben:
Vielen Dank für eure Kommentare.

Stimmt, die Nutztiere hatte ich gar nicht angesprochen.
In meinem Bericht geht es lediglich um Wildtiere (nicht um schlecht gehaltene Schlachttiere), die aus ihrer natürlichen Umgebung herausgeholt werden und dann in einem Zoo enden, in dem sie eingeschränkt werden, sowohl in ihrem Verhalten, als auch im Platzbedarf.
Und es geht im Bericht ja nicht darum, dass man Tiere vom Schlachthof in den Zoo bringt, sondern aus der Freiheit (was mittlerweile ja eher seltener der Fall ist, da Zoos die Tiere untereinander austauschen).
21.05.2009
Halimede hat geschrieben:
Du schreibst, dass du gegen das Einsperren der Tiere bist, aber wie ist das mit Nutztieren? Ich finde es schon in Ordnung, wenn Tiere in Zoos artgerecht gehalten werden, da es ihnen oft auch besser geht als irgendwelchen Schlachtbullen.
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