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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Stoppt den Mähtod!


von Juliaaa
07.08.2011
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Stoppt den Mähtod!

„Nichts ahnend liegt das Rehkitz im Gras, als der Traktor mit dem Mähwerk kommt. Mit hoher Geschwindigkeit rattern die rotierenden Messer auf das kleine Tier zu, das sich vor Angst nicht rührt. Durch sein geflecktes Fell und das hohe Gras ist das Kitz so gut getarnt, dass der Landwirt es nicht sieht. Der Tod des Kitzes ist besiegelt.“

„Im Gegensatz zu früher, als die Landwirte noch vorwiegend Heu gemacht haben, wird heute Silage gewonnen. Deshalb muss häufiger und früher gemäht werden“ so Judith Schmalzl vom Deutschen Tierhilfswerk e.V. in München.
Ist ein Wildtier durch die Mähmaschine getötet worden und bleibt dies unbemerkt, so kann das über den bedauernswerten Tod des Jungtieres hinaus dramatische Folgen haben. Befindet sich ein Kadaver im Silo können gefährliche Bakterien wie Listerien wachsen. Die Nutztiere, die Silage fressen, erkranken an Listeriose und verenden zumeist.

Mehr als 500.000 kleine und große Wildtiere finden jedes Jahr auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen den Tod durch die Mähmaschine. Darunter allein über 90 000 Kitze.

Abhilfemöglichkeiten:

Doch es ist ja nicht so, als ob man dies nicht verhindern kann. Durch andere Mähtechniken können die Tiere die Gefahr erkennen und aus dem Feld hinauslaufen, anstatt das ihnen der Fluchtweg abgeschnitten wird.

- Kommunikation zwischen Landwirt und Jäger (So können am Tag vor der Wiesenmahd optische oder akustische Signale, wie Plastiktüten, Tuchfahnen, Blinklampen oder traditionelle Vogelscheuchen rund um die Wiesen angebracht werden. Die Rehgeiß bringt ihre Kitze dann in Sicherheit. Um die selten gewordenen Wiesenbrüter, wie Kiebitz, Feldlerche, Wachtelkönig oder Bekassine zu retten ist es von Nöten, die Wiesen abzugehen.)
- Viele Vogelbruten, Kleinsäuger und Amphibien können auch dadurch gerettet werden, dass Wiesen nicht tief gemäht werden, sondern auf einer Grashöhe von 15 Zentimetern verbleiben
- Für die Wildtiere wäre es das Beste, die Mahd zeitlich zu verschieben.
- Das Mähen von innen nach außen erleichtert Wildtieren die Flucht, denn sie laufen bei Gefahr nicht über bereits gemähte Flächen. Das verbietet ihr Instinkt.
-Schließlich kann auch neueste Technik Wildtiere schützen: Von Ultraschallgeräten zum Vertreiben von Wildtieren vor der Mahd aus den Wiesen bis hin zu Suchgeräten mit Infrarot-Sensoren, die über die Körperwärme der Tiere deren Standort verraten, laufen Experimente und Praxistests. Doch zunächst müssen Landwirte für das Problem sensibilisiert werden.


Gründe für die erhöhte Anzahl der Mähmaschinen-Opfer:

-Flächenzusammenlegungen
-moderne Erntemethoden
-immer schnellere und größere Maschinen
-Nicht nur bei der Ernte sterben Wildtiere, ein Großteil des ersten Wurfes der Feldhasen geht verloren, wenn die Ackerfläche mit Gülle gedüngt und dann gekreiselt und gewalzt wird, um Mais oder Sommergetreide anzubauen. Ein ähnliches Schicksal widerfährt Junghasen im Grünland, wenn im Frühjahr die Wiesen abgeeggt und gewalzt werden.
-Noch schlimmer trifft es die auf Wiesen brütenden Vögel, deren Gelege durch die Mähwerke oder die Reifen der Traktoren zerstört werden. Viele der einst weit verbreiteten Wiesenbrüter wie Kiebitz, Feldlerche, Wachtelkönig und Bekassine sind mittlerweile stark bedroht und stehen auf den Roten Listen.

Es geht nicht darum, Landwirte als Täter abzustempeln. Sie stehen zunehmend in einem sich ständig verschärfenden Wettbewerb, der häufig zu intensiveren Bewirtschaftungsmethoden zwingt. Die Maschinen werden immer größer und schneller, Wiesen werden immer häufiger und früher im Jahr gemäht. Die Landwirte sind im Dilemma zwischen dem ökonomischen Druck und den ökologischen Folgen ihres Handelns.

 

 

Quellen:

http://www.katzenhilfe-westerwald.de/arteng/article.php?article=427&ENGINEsessID=2fdb83a4d772310592c9ebc8a0765abe

http://www.schneckenhaus-gv.de/index.php/Rehkitze_und_Maehmaschinen.html

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Kommentare (21)
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23.04.2012
JoBlubb hat geschrieben:
Es gibt prinzipiell schon Möglichkeiten den wirklich grausamen Mähtod größtenteils zu vermeiden!
Schaut dazu doch mal hier: http://www.deutschewildtierstiftung.de/de/schuetzen/lebensraum-bewahren/stoppt-den-maehtod/
14.08.2011
Meatala hat geschrieben:
Das ist echt grausam, wenn auch mir als Dorfkind kein unbekanntes Ding. Ich habe mal von einer Freundin aus Polen erfahren, dass Bekannte von denen Krachmachend über die Felder rennen, bevor sie anfangen zu mähen.
Die schwören darauf, dass es alles vertreibt, wenn sie auf die Kochtöpfe hauen. Damit fangen sie zwei Tage zuvor an und die Kinder finden es jedes Mal toll. Mindestens so sehr wie den Altschrott, der klappernd in die Bäume gehängt wird, da man ja nicht den ganzen Tag übers Feld rennen kann...
11.08.2011
killerwal hat geschrieben:
oder vielleicht kann man ja das feld vor dem mähen absteifen um zu versichern das keine tiere auf dem ferld sind
11.08.2011
Juliaaa hat geschrieben:
@katevomDorf

Wenn man in der Mitte des Feldes anfängt und dann nach außen mäht, können die Tiere flüchten. Das ist ja auch keine Sache des Geldes und würde auch ein bisschen helfen.
10.08.2011
KatevomDorf hat geschrieben:
gut recherchierter artikel. eine frage hätte ich da allerdings noch. und ein-zwei anmerkungen.

als du von der sterblichkeit auf landwirtschaftlich genutzen flächen eingehst schreibst du ja von wiesen. gibt es auch zahlen zu der gesamten genutzen landwirtschaftlichen fläche?

hauptsache man tritt beim abgehen nicht selbst auf die nester der bodenbrüter. da nimmt man ja den landwirten die arbeit weg...

landwirte müssen nicht nur dafür sensibilisiert werden, sonder brauchen meist auch die finanziellen mittel dazu, denn man muss bedenken, dass viele landwirte dies nur im nebenerwerb machen. beispiel: mein vater fährt seit mind 20 jahren den gleichen traktor (ZT).

deine schlussbemerkung finde ich allerdings sehr gut formuliert und es muss eben darum gehen diesen druck von den landwirten zu nehmen um ihnen die möglichkeit zu geben dem land, was sie bearbeiten auch etwas zu geben und nicht nur zu nehmen.

@lars: es nütz ja nix einfach nur die sensoren anzubringen. erheblich teurer ist die technologie und software um die gewonnenen daten zuverarbeiten um sie nutzbar zu machen.
@ Juliaaa: mast meinst du denn mit anderer mähtechnik?
@freitag: das hört sich echt gut an. leider kommt man oft nur mit aufwandsentschädigungen weiter, denn in einer marktwirtschaft ist eben zeit geld.
08.08.2011
MJ1499 hat geschrieben:
Ich finde die Lösungen interessant...gut, dass es so "banale" Lösungen gibt :) aber warum werden die nicht öfter angewendet??? Ich meine, auch wenn die Landwirte im Wettbewerb stehen, im Grunde ist es ja auch in ihrem Interesse, dass keine Tiere beim Mähen sterben (siehe Bakterien im Silo etc.)
08.08.2011
Puma hat geschrieben:
Das ist blöd.Das hab ich auch gar nicht gewusst.Nur das Problem ist,dass die Landwirte ja auch leben müssen und solche Geräte (infrarotgeräte)warscheinlich ziemlich teuer sind und dann keinen Gewinn bringen.Man kann ja mal mit den Landwirten reden,vielleicht,sehen ein paar das ja ein und ändern dass.Aber vich glaube,dass würden Einzelfälle bleiben.
08.08.2011
Lynxana hat geschrieben:
Gegen die sache mit den Bodenbrühtern, die durch die Tracktoren und co. gestört werden, gibt es bei mir in der Umgebung Projekte mit "Lerchenfenstern", wo ein Stück im Acker vür dieTiere bleibt, davon Profitieren auch Feldhamster und andere Tiere.
P.S.: interessanter Bericht :)
08.08.2011
Juliaaa hat geschrieben:
@Nivis
Die deutsche Wildtierstiftung hat eine Aktion, die sich "Stoppt den Mähtod" nennt. Dort kann man Geld spenden u.s.w.
(http://www.deutschewildtierstiftung.de/de/aktuell/)
07.08.2011
Schulle hat geschrieben:
Das ist wirklich eine schlimme Sache.
Ich hoffe man kann da irgendwie etwas gegen machen, denn schließlich sind solche Dinge vermeidbar.
Wenn man alternative Möglichkeiten schaffen würde, dann könnte man so unzählige Tiere vor dem Tode bewahren.
Super Bericht !
07.08.2011
Gravena hat geschrieben:
Guter Bericht :) Habe auch jahrelang auf dem Land gewohnt und bin mit vielen Kindern von Landwirten befreundet. Wir haben das dann meistens so gemacht, dass wir die Wiesen vor dem mähen einmal abgeritten sind und etwaige Fundtieren an die jeweilgen Väter gemeldet haben ,die haben die dann weggetragen.
Generell kann man in der Mähsaison versuchen die Landwirte davon zu überzeugen, dass es für ihre Maschinen definitiv besser ist ,wenn sie keine Tiere übermähen. Die meisten haben einfach weder Lust noch Zeit die wiesen vorher abzugehen, wenn man denen anbietet das selber zu tun, stimmen die meisten zu.
07.08.2011
Nivis hat geschrieben:
@Freitag: Wie heißt dieser Tierschutzverband denn?
07.08.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Ich unterstütze regelmäßig einen kleiner Tierschutzverband hier in der Gegend, der sich darum kümmert dass mit dem gespendeten Geld die Bauern für den Aufwand entschädigt werden, Arbeitszeit zu opfern, um nach Tieren und Nestern in den Feldern zu suchen. Sie sind verpflichtet die Brutzeit der Bodenbrüter abzuwarten und nach Feldhamstern zu gucken bevor sie mähen. Das find ich ganz gut!
07.08.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
07.08.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
07.08.2011
Nivis hat geschrieben:
Gott, hab ich mich bei dem Bild am anfang erschrocken. Das sieht schon wirklich sehr schmerzhaft aus und ist sehr traurig, aber leider Realität, wie du uns berichtet hast. Ich hoffe, dass sich da in Zukunft etwas tun wird. Gibt es denn vielleicht Initiativen, die man bezüglich dieses Themas unterstützen kann?
07.08.2011
Juliaaa hat geschrieben:
@LSternus
Die Landwirte fühlen sich halt schnell angegriffen, wenn Tierschützer sie auf dieses Problem ansprechen, weil das für sie vllt. bedeuten könnte das sie sehr viel Geld in Modernisierungen investisieren müssen. Manche nehmen dieses Problem wahrscheinlich auch nicht so ernst, wie es eig. ist.

Dankeschön (:
Landwirte könnten durch einen einfachen Wechsel der Mähtechnik so viele Tiere retten und trz. tun sie es der Einfachheit wegen nicht.
07.08.2011
Lars0220 hat geschrieben:
Interessanter Bericht hab ich garnicht drüber Nachgedacht. hoffentlich werden Sensoren und Wärmebildkameras an die Maschinen gebaut.
07.08.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
interessanter Bericht, gut geschrieben!
Ist irgendwie so'n Thema an das man eigentlich nicht denkt.. ich wusste gar nicht, dass so etwas so oft passiert. Gut dass du drauf aufmerksam machst. :)
07.08.2011
LSternus hat geschrieben:
Es wird schon lange gefordert, dass die Landwirte ihre Felder kontrollieren, befohr sie Mähen. Dass das anscheinend noch nicht bei ledem angekommen ist, ist bedrückend. Wie will man die Landwirte sensibilisieren und sie aus diesem Teufelskreis raus holen?
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