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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Sex im Tierreich II/II


von Janine
10.02.2012
100 P
15
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… und nicht nur das. Auch Schildkröten, Aale und Haie sind beliebte Paarungsobjekte von Delphinen.
Unter ihrem Panzer sind Schildkröten weich. Die Konsistenz des Gewebes scheinen die Delphine sehr anziehend zu finden. Sie paaren sich mit den Reptilien, wenn sich die Möglichkeit ergibt. Bei der Paarung mit Aalen setzen die Delphine ihren Penis als eine Art Leine ein. An seinem Ende befindet sich ein kleiner Haken. Damit packen sie den sich wehrenden Aal und treiben dann mit ihm ihre Spielchen.

Wer sich eine jungfräuliche weibliche Tüpfelhyäne schon einmal genauer angesehen hat, musste feststellen, dass sie einen Phallus besitzt. Eigentlich handelt es sich bei dem extrem langen Organ aber gar nicht um einen Penis, sondern um eine sehr große Klitoris. Bei der Paarung wird sie eingezogen, damit der Akt ohne Probleme vonstatten gehen kann. Der Geburtskanal der Hyäne ist ganze 60 cm lang. Die Nabelschnur der Jungen allerdings nur 18 cm. Das bedeutet, dass das Jungtier auf halber Strecke stecken bleibt. Außerdem ist der Kopf viel zu groß für eine normale Geburt. Damit es dennoch zur Welt kommen kann, muss die Klitoris der Mutter aufreißen. Dieser Vorgang ist nicht nur schmerzhaft, sondern in 10% aller Geburten sogar tödlich für das Weibchen. Auch von den Jungtieren werden nur ca. 50% lebend zur Welt gebracht.

Die Milbenart Acarophenax mahunkai paart sich bereits im Leib der Mutter. Dies tut sie, weil sie während ihres Lebens gar keine Möglichkeit hat sich fortzupflanzen. Das liegt daran, dass es keine Männchen gibt. Denn die kommen ausschließlich im Bauch der Mutter vor. Hier paaren sich ungefähr fünfzig Brüder und Schwestern. Dies tun sie so lange, bis die Mutter platzt und die Schwestern die Brüder zurück lassen, um als Parasiten auf den Glänzendschwarzen Getreideschimmelkäfer aufzuspringen. Sobald dieser seine Eier ablegt, werden sie von den Milben befallen und leer gesaugt. Der Bauch der Milben schwillt auf seine 20-fache Größe an, bis die Milbe platzt. Zu dem Zeitpunkt wurden im Muttertier bereits neue Milben gezeugt, die auf Wirtssuche gehen, sobald sie durch das Platzen der Mutter, das Licht der Welt erblicken.

Das Tierreich ist voller Wunder und Abscheulichkeiten. Der Falsche Clownfisch beispielsweise bringt lediglich männliche Nachkommen zur Welt. Das Dominanteste unter ihnen wird dann zum Weibchen und Oberhaupt der Gruppe. Einige Schleimpilze (sie sind zwar keine Tiere, aber dennoch interessant) haben bis zu 500 Geschlechter. Pinguinmännchen spielen Rollenspiele und vergessen für kurze Zeit ihre Männlichkeit, um sich mit anderen Männchen zu paaren und Weinbergschnecken spießen sich bei der Paarung gegenseitig auf.

Diese Vielfalt an Paarungsakten ist unglaublich und kaum zu fassen. Wenn ihr Interesse an weiteren Absurditäten aus dem Tierreich habt, dann schmökert doch mal in „Die raffinierten Sexpraktiken der Tiere“ von Olivia Judson, oder werft einen Blick in „Das tierische Kuriositäten-Kabinett“ von Dirk Steffens. Oder aber schaut mal in diesen Artikel.
 

Hier geht's zum ersten Teil ;o)

 

Fotos: Schildkröten © Jürgen Freund / WWF, Hyänen © Martin Harvey / WWF-Canon
Judson, Olivia (2002), „Dr. Tatiana's Sex Advice to all Creation“, Metropolitan Books, Henry Holt Company, LLC, New York

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Kommentare (15)
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23.02.2012
Janine hat geschrieben:
@cherimoya: Maulpferd und Maultier können nur gezeugt werden, weil Esel und Pferd so nahe miteinander verwandt sind. Allerdings können sich Maultier und -esel wiederum nicht weiter fortpflanzen.
Delphine (Säuger) und Schildkröten (Reptilien) sind aber so weit voneinander entfernt, dass bei der Paarung keinesfalls Nachkommen entstehen können. Da hast du mit deiner Vermutung, dass sie genetisch zu weit voneinander entfernt sind, völlig recht. Obwohl ich mir so eine Delphkröte oder einen Schildphin schon sehr niedlich vorstelle ;o)

Es ist generell so, dass fertile (also zeugungsfähige) Nachkommen nur innerhalb einer Art entstehen können. So wird eine Art auch definiert. Es gibt aber auch Ausnahmen, Hybride zum Beispiel. Die entstehen, wenn sich (wie bei Pferd und Esel) zwei verschiedene (aber nahe verwandte) Arten miteinander paaren. Diese Hybride können dann zum Teil sogar wieder Jungtiere hervorbringen. Darüber, ob oder ab wann die Hybride dann eine neue Art sind, streiten sich die Wissenschaftler.. :o)
23.02.2012
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
23.02.2012
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
15.02.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Danke Janine :) Biologie ist sooo spannend :)
Du hast recht, es wäre dämlich, aber anders kann ich mir nicht erklären, warum so viele Weibchen Schäden davontragen bei der Geburt....ist doch irgendwie komisch?
15.02.2012
Janine hat geschrieben:
@Maura: Eigentlich ist kein Tier, oder keine Pflanze darauf ausgerichtet, durch anatomische Merkmale bloß nicht zu viele Nachkommen hervorzubringen. Denn man will sich ja fortpflanzen und so die Art erhalten. Jetzt kommt ein kurzer Ausflug in die Biologie, bevor ich deine Frage beantworte.
In der Natur gibt es die sogenannten K-Strategen und die R-Strategen. Sie unterscheiden sich in der Zahl ihrer Nachkommen und in der Betreuung, die sie in die Aufzucht der Jungen investieren.
Die K-Strategen, wie zum Beispiel Elefanten, bringen nicht viele Nachkommen zur Welt. Dafür werden die Kälber nach der Geburt noch für lange Zeit betreut. Es gibt zwar wenige Nachkommen, aber auf die wird umso besser aufgepasst.
Bei den R-Strategen (z.B. Ameisen) ist es anders herum. Bei ihnen geht es darum, möglichst viele Nachkommen zu zeugen, damit die Chance groß ist, dass von den Unbetreuten wenigstens ein paar am leben bleiben.

Die Natur will also, dass sich Arten fortpflanzen. Und dafür gibt es verschiedene Strategien. Der Tüpfelhyäne solche Steine in den Weg zu legen, macht eigentlich keinen Sinn. Das Penisimitat muss also einen anderen Vorteil haben.

So, jetzt aber zu den Theorien.

1) Das Organ soll den Phallus der Männchen imitieren. So können die Weibchen an Begrüßungszeremonien teilnehmen. Bei der Begrüßung begutachten sie das erigierte Glied der Anderen. Da die Weibchen hieran teilnehmen, können sie ihre Dominanz den Männchen gegenüber bewahren.

2) Das Organ ist ein Abwehrmechanismus. Unerwünschte potentielle Liebhaber haben keine Chance das Weibchen zu begatten. Denn hierfür muss sie die Klitoris einziehen. Ohne ihre Zustimmung ist die Fortpflanzung unmöglich.

Beide Erklärungen sind nur Theorien. Die Weibchen sind um einiges größer als die Männchen und haben auch ein "angsteinflößenderes" Gebiss. Eigentlich dürften sie mit diesen Eigenschaften keine Dominanzprobleme haben. Und das widerspricht beiden oben genannten Theorien.

Es gibt also noch keine zufriedenstellende Antwort auf die Frage. Ich weiß aber, wo ich nachfragen müsste, wenn ich vielleicht doch noch eine bessere Antwort finden wollte. Wenn ich eine gute Antwort bekomme, die von den beiden Theorien abweicht, melde ich mich nochmal ;o)
15.02.2012
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
14.02.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Wozu hat die Hyäne denn eine Klitoris, wenn sie bei der Paarung eingezogen wird ( also außer Gefecht und so keinen Vorteil für das Weibchen hat) und bei der Geburt zerfetzt? Hat sie noch andere Funktionen, weiß man da was drüber?

Ich vermute das dient dazu, dass es nicht zu viele Hyänen gibt...
14.02.2012
HannaS hat geschrieben:
Irre, vor allem das mit der zu kurzen Nabelschnur, finde ich....
Böse Zungen könnten jetzt von einer Fehlkonstruktion der Natur sprechen :)
13.02.2012
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Delfine sind ja richtige Schwerenöter :D dabei tun die immer so lieb und süß ...... jaja, stille Wasser sind tief...... :)

Aber ich bin auch froh ein Mensch zu sein.....das arme Tüpfelhyänen-Weibchen...
12.02.2012
midori hat geschrieben:
Interessant! :o) Besten Dank für diese gute Unterhaltung!! ;o)
Wobei - das hätte ich den Delphinen nun wirklich nicht zugetraut!
12.02.2012
midori hat geschrieben:
Interessant! :o) Besten Dank für diese gute Unterhaltung!! ;o)
Wobei - das hätte ich den Delphinen nun wirklich nicht zugetraut!
12.02.2012
midori hat geschrieben:
Interessant! :o) Besten Dank für diese gute Unterhaltung!! ;o)
Wobei - das hätte ich den Delphinen nun wirklich nicht zugetraut!
10.02.2012
Nivis hat geschrieben:
Also, da bin ich doch recht froh, ein Mensch zu sein. :D
Aber die Delphine gehen ja ab, das hätte man den drolligen Tieren gar nicht zugetraut!
Danke für den lustigen Bericht, Janine :)
10.02.2012
Anni09 hat geschrieben:
Vielen Dank für die interessanten Infos! Ein paar Sachen sind aber wirklich eklig ;D
10.02.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Das mit den Milben ist echt eklig irgendwie :/
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