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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Sex im Tierreich I/II


von Janine
07.02.2012
100 P
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„Bbbbbsssssssssssss....“ singt Mareike und fliegt fröhlich über ein Blumenbeet. Sie ist jetzt sechs Tage alt, eine noch sehr junge Königin. Sie genießt die warmen Strahlen und lässt die Sonne durch ihre Flügel scheinen. Dies ist ihr erster Hochzeitsflug. Mareike ist aufgeregt. Wie vielen Drohnen wird sie heute wohl begegnen? Wie viele werden es in den nächsten Tagen sein? Die kleine Honigbiene ist noch nicht lange in der Luft, als sie auf eine Gruppe schniker Männer trifft. Gleich guckt sie sich einen von ihnen aus „Hi, ich bin Mareike“ sagt sie. Er heißt Ingolf. Sie verstehen sich gleich sehr gut und schon ziehen sie im Gemeinschaftsflug über Felder und Seen.
Ingolf hat Glück. Denn Mareike wird in den nächsten Tagen nicht mehr als zwanzig Drohnen aussuchen, um sich mit ihnen zu paaren. Er ist einer von insgesamt 25.000, der im Staat lebenden Männern.
Es dauert nicht lange und Ingolf und Mareike beginnen mit der Kopulation. Gemeinsam schwirren sie so eine Weile durch den Wind – bis ein furchtbares Geräusch die Luft zerreißt. Als Mareike hinsieht, bekommt sie einen Schreck! Dort, wo sich Ingolf eben noch in bester Laune an Mareike festgeklammert hatte, regnen jetzt kleine gelb-schwarz gestreifte Fetzen zur Erde herab. Ingolf ist explodiert. Das Einzige, was von ihm übrig geblieben ist, sind seine Genitalien, die sich immer noch in denen von Mareike befinden. Ein wenig verwirrt schaut Mareike dem Ingolf-Puzzle hinterher. Dann trifft sie auf den nächsten Herren, mit dem sie die Prozedur wiederholt. Auch er sinkt nach einiger Zeit in Stücken zu Boden.
Ingolf hat sein Lebensziel erreicht. Er ließ das Wertvollste an ihm zurück, nur so kann er seine Gene reproduzieren und für Nachwuchs in der Honigbienenwelt sorgen. Um mögliche Konkurrenten davon abzuhalten, sich ebenfalls mit Mareike zu paaren, hat er sein Geschlechtsorgan zum Korken umfunktioniert und Mareike versiegelt. Einige werden es dennoch schaffen, ebenfalls einer der Väter von insgesamt 500.000 Kindern zu werden, die Mareike zur Welt bringen wird.

Nicht nur die Honogbienen haben ihre ganz eigene Art sich fortzupflanzen. Von explodierenden Drohnen bis hin zu Igelwürmern, die ihre Partner einatmen – das Tierreich steckt voller kurioser Paarungsakte. Einige von ihnen möchte ich euch in diesem und einem weiteren Bericht vorstellen und wünsche euch jetzt schonmal viel Spaß beim Lesen :o)

Elefantenbullen wachsen ein Leben lang. Im Alter von 25 Jahren erreichen sie die Musth. In dieser Zeit sind die Tiere besonders aggressiv und geradezu von Sex besessen. Die Musth zeichnet sich durch ein intensives, sexuell gesteuertes Verhalten aus, das durch ein Hormongewitter hervorgerufen wird, bei dem sich die Männchen kaum halten können. Ein erhöhter Testosteronspiegel trägt nicht nur zu dauerndem Ohrenschlackern, oder starkem Grollen bei, sondern auch dazu, dass ständig stark riechende Urintropfen fallen gelassen werden. Hierdurch entsteht zusätzlich eine grüne Verfärbung des Penis.
Bei jungen Bullen dauert die Musth nur ein paar Tage. Doch je älter die Tiere werden, desto länger sind sie lüstern und auf der Suche nach Weibchen. Bei ausgewachsenen Bullen kann die Musth-Phase bis zu vier Monate lang sein. Junge Tiere müssen oft warten und in der Musth verharren, ohne sich auch nur einmal zu paaren. Denn die Kühe bevorzugen ältere und somit auch größere Elefantenbullen. Das Verhalten der Tiere ist in der Musth so stark verändert, dass sich weniger dominante Bullen beim Wahrnehmen des hormoninduzierten Grollens schnell verziehen. Sie wollen nicht riskieren von einem Baumstamm erschlagen zu werden, der von einem wütenden Männchen nach ihnen geworfen wird.

Auch die Schauspielein Isabella Rossellini hat einige verrückte Paarungen genauer unter die Lupe genommen. Hier erfahrt ihr alles über den spannenden Akt der Regenwürmer.

Geschlechtsdimorphismen, also Unterschiede im äußeren Erscheinungsbild von Männchen und Weibchen, finden sich häufig in ihrer Größe. So auch beim Grünen Igelwurm. Das Männchen unterschreitet die Größedes Weibchens sogar um das 200.000-fache. Und das hat einen Grund. Um sie zu befruchten, muss er in ihren Körper gelangen. Dazu wird der Igelwurm von der größeren Partnerin „eingeatmet“. In ihrem Fortpflanzungstrakt wartet er dann geduldig, bis die Eier des Weibchens an ihm vorbei schwimmen, die er dann befruchtet.
Wenn die Larven schlüpfen sind sie geschlechtslos. Die Bestimmung des Geschlechts ist ein weiterer abenteuerlicher Schritt im Leben des Grünen Igelwurms, der noch nicht genau erforscht wurde. Begegnet die Larve innerhalb der ersten Tage einem Weibchen, wird sie zum Männchen. Wenn sie auch nach ca. drei Wochen noch keinem Weibchen begegnet ist, wird sie selber eines.

Isabella Rossellini's Darstellung zur Paarung der Enten.

Löwen kriegen gar nicht genug vom Sex. Wenn sie in der Brunft sind, paaren sie sich ungefähr alle fünfzehn Minuten. Der Akt selber nimmt dabei nur ca. 30 Sekunden ein. Die Paarung erfolgt vierzig mal am Tag. Dabei beißt das Männchen dem Weibchen in den Nacken, damit sie sich möglichst wenig bewegt.
Dass sich die Raubkatzen ununterbrochen paaren, liegt an der geringen Wahrscheinlichkeit, dass wirklich Nachkommen gezeugt werden. Schätzungen zufolge führen weniger als 1% aller Paarungsakte zu einem tatsächlichen Nachwuchserfolg. Außerdem muss das Weibchen sehr stark stimuliert werden, um überhaupt trächtig werden zu können. Dazu ist es notwendig, dass das Männchen sie so oft wie möglich besteigt. Zusätzlich steigert er so die Wahrscheinlichkeit, eigene Nachkommen zu zeugen und lässt möglichen Konkurrenten kaum Zeit, seine Löwin zu begatten.


Hier geht's zum zweiten Teil ;o)

Fotos: Libellen © Frank Barsch / WWF, Löwen © Michael Poliza / WWF
Judson, Olivia (2002), „Dr. Tatiana's Sex Advice to all Creation“, Metropolitan Books, Henry Holt Company, LLC, New York

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Kommentare (13)
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Sortieren nach Aktualität:
22.02.2012
Puma hat geschrieben:
Interessant.Das mit den Grünen Igelwürmern wusste ich noch nicht.Genauso wenig wie das mit den explodierenden Drohnen.Danke!
12.02.2012
midori hat geschrieben:
Bei Löwen ist das auch alles andere als angenehm. Das Löwenmännchen besitzt Widerhaken am Penis, die sich aufstellen, wenn er ihn wieder rausziehen will. Und das tut natürlich ganz schön weh. Aber nur dadurch wird beim Weibchen der Eisprung ausgelöst. Da hät ich auch schlechte Laune!

@Janine: Oha! Danke für die Info :D *quak quak* :D

ps.: Als Ingolf explodiert ist, musste ich sehr lachen xD Das hatte den typischen Janine-Charme ;o)
09.02.2012
Janine hat geschrieben:
Die Fortsetzung kommt voraussichtlich morgen. Schön, dass ihr eure Freude am Lesen habt! :o)
08.02.2012
Pamuya hat geschrieben:
Echt interessant, freue mich schon auf eine Fortsetzung :D
08.02.2012
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Toller Bericht :) Hoffentlich macht den Drohnen der Sex wenigstens Spaß, sodass sie glücklich sterben :)
Ich glaube bei Tigern ist es genauso wie bei Löwen. Hab das mal im Film gesehen. Nette Geräusche machen die ...^^
08.02.2012
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Die armen Elefantenbullen :/ die stehen ganz schön unter Druck ;)

Damit steht dann also auch fest, dass Löwen nicht gerade die Romantiker im Tierreich sind....... :)
08.02.2012
Franzi hat geschrieben:
Wie cool! :) Spannendes Thema, sehr witzig aufgemacht :) freu mich auf die Fortsetzung :)
07.02.2012
Nivis hat geschrieben:
Der plötzliche, explosive Tod von Ingolf hat mich dann schon erschrocken und mitgenommen :o
07.02.2012
Nivis hat geschrieben:
Ich lach mich echt schlapp. Der Atmungs-Sex ist echt der Brüller. Sooo witzig. Danke für den Bericht, ich freu mich total auf den nächsten!
07.02.2012
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
schöner bericht ;) sehr cool geschrieben;)
07.02.2012
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
gelöscht
07.02.2012
Janine hat geschrieben:
@Schulli: Ja, Vögel haben Kloaken. Aber einige wenige besitzen einen Penis :o)
07.02.2012
midori hat geschrieben:
Oh man.. Schanini.. herrlich! :o)
Aber sag mal.. seit wann haben Vögel richtige Geschlechtsorgane? Befruchten die sich nicht über Kloaken? So hab ich das zumindest aus der 6.Klasse in Erinnerung..
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