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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Russlands brennende Probleme


von NinaFlo
04.08.2010
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Mehr als 7.000 Waldbrände lodern derzeit rund um Moskau und im russischen Fernen Osten. „Daran ist nicht allein die aktuelle Hitzewelle Schuld“, betont Aurel Heidelberg, Waldreferent beim WWF Deutschland. Die Gründe sind vielfältig, aber eine mangelhafte Vorsorge und ein miserables Waldmanagement sind die Hauptursachen für die Brandkatastrophen.

„Hier rächen sich die Fehler aus den vergangenen Jahrzehnten“, befürchtet der WWF. Illegaler Holzeinschlag, die Übernutzung der Wälder und großflächiger Kahlschlag hätten zu der aktuellen prekären Lage maßgeblich beigetragen. An vielen Stellen ist es dadurch zu einer Verbuschung und Versteppung gekommen. Diese Wälder brennen jetzt wie Zunder.

Darüber hinaus wurden vor allem im europäischen Teil Russlands im großen Stil Sümpfe trockengelegt. Ziel war es, den eingelagerten Torf abzubauen und ihn als Brennstoff für Privathaushalte zu nutzen oder den Torf als Rohmaterial für Gartenerde nach Mitteleuropa zu exportieren.

„Geraten die ausgetrockneten Torfflächen in Brand, kann man sie kaum mehr löschen“, so Heidelberg. Die Feuer ersticken wohl erst mit Einbruch des Winters. Die Rauchschwaden aus solchen trockengelegten Moorflächen enthalten Kohlenmonoxid, Feinstaub, Formaldehyd und andere giftige Verbindungen, die zu starken gesundheitlichen Belastungen der Bevölkerung führen können.

Der WWF sieht darüber hinaus große Versäumnisse in der Brandbekämpfung. Durch die Privatisierung vieler Flächen unterblieben Vorsorgemaßnahmen. Zudem hat ein 2007 verabschiedetes Forstgesetz dazu geführt, dass Kapazitäten bei der Brandbekämpfung massiv abgebaut wurden. Überwachungsflüge und der Einsatz von so genannten „Feuerspringern“, die Brände bereits im Frühstadium bekämpfen sollen, ist kontinuierlich zurückgegangen. In der Folge werden die Flammen später entdeckt und können viel schwieriger bekämpft werden.

Um künftige Brände zu reduzieren, fordert der WWF ehemalige Torfabbauflächen zu renaturieren. Die Überflutung dieser Flächen würde Mensch und Umwelt vor Bränden schützen und wertvolle Lebensräume zurückgewinnen. Die nachhaltige Waldbewirtschaftung nach Richtlinien des FSC (Forest Stewardship Council) könnte zudem einen Beitrag zur Prävention von Waldbränden leisten.

Die Anlage von Waldbrandschutzstreifen aus feuerresistenten Lärchen hat sich vor allem im russischen Fernen Osten als Präventionsmaßnahme bewährt. Überdies muss wieder ein Frühwarnsystem gegen Waldbrände aufgebaut werden.

Foto: © Per Angelstam / WWF Canon
 

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Kommentare (1)
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06.08.2010
Denise hat geschrieben:
echt schlimme Sache. ich hab heute gelesen, dass der Brand in das Tschernobyl Gebiet kommt und, dass da dann die radioaktiven Strahlen wieder freigesetzt werden könnten.
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