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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Rezension der neuen zeozwei 2015-2


von Felix_der_Blaue
09.05.2015
45 P
0
5
Tags: Magazin

zeozwei. Das Magazin für Klima. Kultur. Köpfe. Und "Was wirklich zählt". So lautet das Titelthema der aktuellen Ausgabe des Umweltmagazins der taz.

Wie gehabt beschäftigt man sich auch dieses Mal mit umweltpolitischen und gesellschaftlichen Problemen und den drängenden Fragen der Zukunft. In der zweiten Ausgabe diesen Jahres geht es dabei speziell um die Meinungen von anerkannten Experten, allen voran Naomi Klein, welche auf dem Titel prangt. Diese wird seit dem Erscheinen ihres systemkritischen Buches "Die Entscheidung: Kapitalismus vs. Klima." in der Welt des Klimaaktivismus gefeiert. In einem vierseitigen Interview erzählt die kanadische Journalistin und Aktivistin vom Kapitalismus als Klimakiller, vom sogenannten Grünen Wachstum und von ihrer eigenen Entwicklung von der antikapitalistischen Linken bis zur antikapitalistischen Umweltaktivistin. Es kommen weitgehend interessante Themen zum Gespräch, wie die Frage, wie eine bessere Gesellschaft auszusehen hat (eine Frage, die sich wie ein roter Faden durch alle Artikel des Magazins zieht).

Es ist Beschäftigung mit dem Thema Umwelt und Klima auf einer Dimension jenseits unseres Bäume Pflanzens und Plakate Malens, wenn Jean-Claude Juncker, der Chef der Europäischen Kommision, für seine fahrlässige Umweltpolitik kritisiert wird, und der Soziologe Harald Welzer auf beeindruckende Weise unsere Gesellschaft in Bezug zur Nachhaltigkeit analysiert. Durch die vielen Fachartikel wirkt die aktuelle Ausgabe auf Dauer etwas trocken, und da sind die kurzweiligen Texte und Statistiken zwischendurch auflockernd und erfrischend. Es werden klimafreundliche und lukrative Alternativen im Straßenverkehr beschrieben und der moderne Mensch mit seinem Drang zur Effizienz und seiner ewigen Zeitknappheit wird kritisch betrachtet, wobei man nach dem Lesen nicht umhin kommt, auf sich selbst zu reflektieren.

Als besonders interessant wird mir das Streitgespräch zwischen Deutschlands führendem Vogelschützer Klaus Richarz und der Ökostromanbieterin Ursula Sladek im Gedächtnis bleiben. Obwohl es beiden primär um den Umweltschutz geht, sind sie doch Gegner, da der Ornithologe die Windkraftanlagen scharf für ihre Gefährdung für Fledermäuse und Rotmilane kritisiert. Die Windkraftbetreiberin argumentiert dagegen mit der Sicht auf das große Ganze; dass es ohne erneuerbare Energien ohnehin zum maßlosen Klimawandel und zum Aussterben unzähliger Tier- und Pflanzenarten kommen wird. Sie kommen dabei auf keinen gemeinsamen Nenner, und da scheint es verwunderlich, wie man sich gegenseitig so sehr Ausbremsen kann, wenn man doch für ein und dasselbe kämpft.

Der letzte größere Artikel hatte es aber auch in sich. Er erzählt die Geschichte von Jonny Roastbeef, dem jungen Bullen, der von der ehemaligen Bauerstochter und Vegetarierin Tanja Busse vor dem zeitigen Tod gerettet wird. Ausgehend von dieser liebevollen Tat beginnt sie darüber zu philosophieren, welche Rechte Tiere haben, und wie Mensch und Tier in der Zukunft zusammenleben sollen. Haben Tiere ein Recht auf Sex? Ist es ein Verbrechen, sie zu kastrieren? Darf der Mensch Tiere überhaupt halten, um sie dann zu töten und zu essen? Es kommen ganz verschiedene Ansätze zu Wort, vom totalitären Veganismus bis zu den ökonomischen und evolutionären Argumenten der Fleisch-Befürworter. Ein sehr interessanter Text, der nie langweilig wird, und die Frage nicht zu klären vermag, ob Jonny jetzt geschlachtet wird oder ein friedliches Leben führen darf.

Ironischerweise folgt auf diesen Artikel noch ein kurzes Interview, in dem der kulinarische Aktivist Hendrik Haase den Veganismus als unpolitisch kritisiert. Er nennt dagegen interessante Ansätze, wie man anstatt dessen einen Schritt Richtung nachhaltige Gesellschaft der Zukunft gehen kann, indem er die Frage stellt, wie das Zusammenleben von Rind, Huhn, Schwein und Mensch auszusehen hat, und sie gleich selbst beantwortet. Vom Veganismus hält er dabei wirklich nicht viel, und gibt ihm als dominierendem Trend noch zwei Jahre.

 

 

Fazit: Diese Ausgabe der zeozwei ist besonders jenen zu empfehlen, die sich auch für politische und gesellschaftliche Zusammenhänge in Bezug zum Thema Umwelt interessieren. Es mangelt an Bezug zum eigenen Leben; man hat nicht keine Lass-uns-das-jetzt-anpacken-Stimmung, aber dafür ist man ein ganzes Stück gebildeter als zuvor, und konnte an den Erkenntnissen der großen Denker und Macher der Gegenwart teilhaben. Wer mit dem Lesen von Fachzeitschriften und Interviews vertraut ist, wird auch hiermit kein Problem haben, und es zwingt einen ja auch niemand, jede Kolumne zu lesen. Die gesunde Mischung zwischen Theorie zu Politik und Soziologie und greifbaren Initiativen, die man für sein eigenes Leben mitnimmt, wurde meiner Meinung nach verfehlt, aber es war in dieser Ausgabe auch sicherlich nicht die Absicht, diese herzustellen.

Wer das Magazin mit 66 Seiten käuflich erwerben möchte, kann dies unter http://www.taz.de/!p4760/ tun (5,50€). Oder man abonniert die Zeitschrift gleich, die viermal im Jahr erscheint, und zwar unter https://www.taz.de/!156234/. Das Abo kostet 20€, aber für Förderer des WWF gibt es einen Rabatt.

Ich hoffe die Rezension hat euch gefallen, und wenn ihr möchtet, kann ich zu nächsten Ausgabe im Sommer wieder eine schreiben.

Euer Felix ;)


Bildquellen:

http://www.taz.de/!p4760/

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Naomi_Klein_in_Berlin_2007.jpg

http://www.telegraph.co.uk/finance/financialcrisis/8805446/Greece-default-not-an-option-says-Jean-Claude-Juncker.html

http://www.juwi.de/startseite/projektentwicklung/windenergie/windenergie_im_wald.html

http://www.tierbildnis.de/index.php/nutztiere

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