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Reiten - denk dabei auch an dein Pferd!


von LydiSophia
20.05.2016
23 P
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5
Tags: Pferde, Reiten

Der Traum vieler Mädchen? Reiten!

Ich reite selbst sehr gern. Dabei ist mir aufgefallen, dass sich leider viele keine Gedanken darüber machen, wie man mit Pferden umgehen sollte und wie bestimmte "Hilfen" eingesetzt werden.

Darunter leiden sehr viele Pferde. Nicht nur Turnier-, sondern auch Freizeitpferde.

 

Häufige Probleme:

 

Der Sattel

Er ist von besonderer Bedeutung, da er die Verbindung zwischen Pferd und Reiter darstellt. Jedoch über 80% aller Pferde haben einen Sattel, der nicht richtig passt. Das führt bei den Tieren zu starken Schmerzen am Rücken und/oder dem Gurtbereich. Wie man diesen sogenannten Sattelzwang bemerkt, ist sehr eindeutig. Das Pferd versucht in etwas hineinzubeißen und/oder gähnt während des Sattelns, was ein Zeichen von Überforderung ist.

Ein weiteres, eindeutiges Kennzeichen für früheren Satteldruck sind weiße Stellen im Fell, im Bereich des Widerrists.

Auch wenn das Pferd jetzt einen Sattel hat, der ihm passt, erinnert es sich immer an den Schmerz und verbindet einen Sattel immer mit diesem.

Was du dagegen tun kannst:

-lass den Sattel unbedingt von einem Fachmann anpassen

-benutze einen Sattelgurt, der breit ist (ein zu schmaler Sattelgurt ist wie für uns eine schwere Plastiktüte: er schneidet ein!)

https://www.youtube.com/watch?v=ufbkF8Q1u4o

 

Das Aufsteigen

Bei der Frage "Von welcher Seite steigst du auf?", lautet die Antwort immer "Natürlich von links!"

Das "Aufsteigen von links" findet seinen Ursprung im Militär. Damals war es durchaus sinnvoll, von links aufzusteigen. Erstens trugen fast alle Soldaten ihren Säbel auf der linken Seite. Wären sie von rechts aufgestiegen, hätten sie sich, oder ihr Pferd mit diesem verletzten können. Zweitens mussten sie immer in der Gruppe nebeneinander stehen. Damit dadurch kein Chaos entsteht, stiegen alle einheitlich von links auf.

Aber warum ist es so schlecht, wenn immer von der selben Seite aufgestiegen wird? Das Skelett des Pferdes ist so aufgebaut, dass von der Wirbelsäule noch sehr hohe Knochen nach oben abstehen, die bis zu 30cm lang sein können. Wenn man nun immer von links aufsteigt, zieht man jedes mal diese Dornfortsätze zu sich hin. Das Pferd muss gegenhalten. Das führt dazu, dass es irgendwann auf der rechten Seite total verspannt ist.

Was du dagegen tun kannst:

-steig auch mal von der "falschen", also der rechten Seite auf und wechsle immer wieder ab

-steige mit einem Hocker auf oder falls du keinen hast, lass jemanden gegenhalten

-halte dich beim Aufsteigen nicht am Sattel fest, sondern auf der gegenüberliegenden Seite am Pferd

-gehe mit deinen Füßen vor dem Absteigen aus den Steigbügeln raus, um den Sattel nicht nach unten zu ziehen

http://www.runplus.ch/img_runplus/s_pferd.jpg

 

Der Sperrriemen

An vielen Trensen ist ein Sperrriemen befestigt. Habt ihr euch schonmal gefragt, woher er kommt und wofür man ihn braucht?

Der Sperriemen wurde im 1. Welkrieg entwickelt. Da die Pferde damals oft gestürzt sind, haben sie sich oft das Kiefer gebrochen, da ihr Maul offen war. Um dies zu vermeiden, konnten mit dem Sperrriemen viele Kieferbrüche vermieden werden.

Dieser Riemen blockiert also das Kiefergelenk und verhindert auch, dass das Pferd kauen kann. Das führt unter anderem dazu, dass der Speichelfluss behindert wird. Der Speichel kann nicht mehr geschluckt werden, was dann Magenbeschwerden verursachen kann.

Auch liegt er oft auf den Atemwegen des Pferdes auf und schränkt dadurch die Atmung ein.

Was du dagegen tun kannst:

-benutze keinen Sperrriemen

-wenn du ihn aber trotzdem benutzen möchtest, achte unbedingt darauf, dass er nicht auf den Atemwegen liegt

http://www.pferdetrends.com/images/Magazin/Julia/Unbenannt.PNG

 

Die Rollkur (Hyperflexion)

Für Pferde ist diese unnatürliche Methode sehr schmerzhaft und kann zu schlimmen körperlichen Schäden führen.

Der Kopf des Pferdes wird sehr stark nach unten auf dessen Brust gezogen. Dadurch bekommt der Reiter eine sehr große Kontrolle über das Pferd. Es kann sich nicht mehr wehren und ist in seiner Sicht eingeschränkt. Es ist für das Tier schwieriger, das Gleichgewicht zu halten und in der Muskulatur im Hals kann es zu schlimmen Verspannungen kommen.

Was du dagegen tun kannst:

-reite nicht mit der Rollkur

-wenn du jemanden siehst, der sein Pferd mit der Rollkur trainiert, weise ihn darauf hin, wie schlecht es für das Pferd ist

 

http://www.peta.de/mediadb/Totilas-Rollkur-2-c-Hiddmann-youtube-5001.jpg

 

Gerte und Sporen

Gerte und Sporen werden leider oft falsch und viel zu heftig engesetzt. Es sind Hilfsmittel, die nicht dazu dienen sollen, das Pferd zu bestrafen!

Leider kommt es aber viel zu häufig vor, dass Pferden damit weh getan wird. 

Hilfsmittel sind dazu da, die Hilfen, die man mit den Beinen gibt, zu unterstützen. Das heißt, erst mal mit Schenkeldruck arbeiten, bovor die Gerte/die Sporen eingesetzt wird/werden. Wenn sie dann aber doch zum Einsatz kommen, nicht mit voller Kraft schlagen, sondern angemessen und ersteinmal leicht "anstupsen".

 

Meine Erfahrungen

Bevor ihr euch einen Stall aussucht, in dem ihr reiten möchtet, schaut ihn euch unbedingt vorher genau an. Ich wurde, als ich mit dem Reiten angefangen habe, von einer Bekannten zu dem Stall, wo sie reitet, mitgenommen. Dort wird aber leider nicht sehr auf das Wohl der Pferde geachtet. Die Schulpferde stehen den ganzen Tag im Stall und kommen nur raus, wenn sie geritten werden. Das führte einmal dazu, dass ein Pferd 3 Tage lang in seiner Box stand. Bei der nächsten Unterrichtsstunde hatte es so viel Energie, dass es das Mädchen, das auf ihm ritt fast abgeworfen hätte. In meinen Augen ist das weder tiergerecht, noch verantwortungsvoll!

Auch leiden dort viele Pferde unter Sattelzwang. Das habe ich an dem Gähnen, den Versuchen in etwas hinein zu beißen und auch an den weißen Stellen im Fell des Pferden bemerkt.

Manche haben dort auch Angewohnheiten wie das "Koppen". Dabei wird in einen Gegenstand gebissen und Luft geschluckt. Das ist darauf zurückzuführen, dass das Pferd einmal in seinem Leben keine Nahrung zur Verfügung hatte. Pferde fressen ja bekanntlich fast durchgehend. Beobachtet diese Tiere mal auf der Weide. Sie haben die meiste Zeit ihren Kopf unten und fressen Gras.

Ich habe den Stall gewechselt. Dort gibt es keinen Sattelzwang und die Pferde sind dort die meiste Zeit draußen auf der Weide und können wirklich noch ein glückliches Pferdeleben führen :)

 

 

 

Quelle:

Sattelzwang: Pferdeprofi Sandra Schneider https://www.youtube.com/watch?v=ufbkF8Q1u4o

Aufsteigen: Pferdeprofi Sandra Schneider https://www.youtube.com/watch?v=bxyo7Ocm8BI

Sperrriemen: Pferdeprofi Sandra Schneider https://www.youtube.com/watch?v=9RMwvLDaH_w

Rollkur: http://www.peta.de/totilas#.Vz4ZCJGLQdU

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Kommentare (2)
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Sortieren nach Aktualität:
23.05.2016
JohannaKaucher hat geschrieben:
Bin ich froh, dass ich kein Pferd bin! Guter und spannender Bericht :)
22.05.2016
Jayfeather hat geschrieben:
Guter Bericht :)
Allerdings hast du meiner Meinung nach einen zentralen Punkt vergessen: Das Gebiss. Jaja ich weiß: wenn man mit weichen Händen reitet, tut es dem Pferd nicht weh - ist klar. Wenn man so weiche Hände hat, dass das Pferd keine Schmerzen hat - wozu braucht man dann ein Gebiss?

Dass der Sperrriemen aus Kriegszeiten kommt, wusste ich gar nicht. Heute wird er deshalb verwendet, damit die Pferde ihr Maul nicht öffnen können um den Schmerz im Maul zu verringern. Gutes Video dazu:www.youtube.com/watch?v=0a-aV0Rsxmg

Ich finde du hast recht: Viel zu wenig Leute machen sich Gedanken darüber, wie ihr Pferd unter bestimmten Dingen leidet, auch wenn sie das natürlich nicht beabsichtigen.
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