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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Pangaea Borneo Act Project - Unvergessliche Momente


von YepBecci
05.04.2011
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Anfang diesen Jahres war ich mit Extremabenteurer Mike Horn und 7 Jugendlichen aus der ganzen Welt an einer der schönsten Regionen der Welt, an der Nordspitze Borneos. Zwei Wochen begleitete ich (16) den Weltumsegler der sich allerorts für unterschiedliche Umweltprojekte engagiert. Dazu baute er die Segelyacht "Pangaea", mit der er bis 2012 einmal die Erde umselgeln will und dabei immer wieder Jugendliche aus aller Welt mit an Bord nimmt.

 Tagebucheinträge Bund gemischt:

Vorsichtig öffne ich die Schale des Schildkröteneis, so groß wie ein Tischtennisball. Aufmerksam geworden bin ich auf das tief im Nest zwischen bereits geöffneten Eiern liegende Ei, da es sich bewegte – und tatsächlich, es schält sich eine kleine Schildkröte heraus, die probeweise ihre ersten Schwimmbewegungen macht. Glücklich darüber, ein Leben gerettet zu haben, setzte ich das Neugeborene in den Sand der „Südseetraum“-Insel Lankayan bei Borneo, damit es seine Reise antreten kann. Doch die Schildkröte schafft es nicht: wenige Minuten später stirbt sie. Die Wissenschaftler der Umweltorganisation, die uns in ihre Arbeit einweihten und unterstützen, trösten mich: Die restlichen 80 Schildkröten des Nestes haben es gepackt.

Schildgröten Ei

Ich bin in Borneo mit an Bord, wo ich mich nach anfänglicher Seekrankheit wie zuhause fühle und auch das Segeln genießen kann. Es ist alles andere als langweilig. Ich und meine neuen Freunde aus Amerika, Südafrika, Japan, Polen, Singapur, Australien und der Schweiz haben uns viel zu erzählen und auf einem riesigen Segelboot gibt es immer etwas zu tun: Kochen, Putzen, Blogs schreiben, segeln… da freut man sich auf die abendliche warme Regendusche an Deck.

„Pangaea“ ist vermutlich die umweltfreundlichste Segelyacht. Ohne auf jeglichen Komfort verzichten zu müssen, ist mein ökologischer Fußabdruck hier minimal. Sonnen- und Windenergie reichen aus, um das gesamte Boot mit Strom zu versorgen. Es ist ein wahnsinniges Gefühl zu wissen, dass es Mutter Erde ist, die uns bewegt. Aber auch die nächtliche Stille auf See ist faszinierend. Ich habe noch nie einen derart vollen Sternenhimmel gesehen wie während der Nächte in Borneo.

PANGAEA

Unter dem Motte „Explore, Learn, Act“ (erkunden, lernen, handeln) haben wir im Nordwesten der Insel unser Abenteuer gestartet, von wo aus wir um die Nordspitze der der drittgrößten Insel der Erde zu den „Turtle Islands“ segeln. Auf dem Weg machen wir unter anderem „reef checks“, um den Zustand der Korallenriffe und des marinen Lebens zu protokollieren. Die Daten geben wir weiter an Wissenschaftler, um gemeinsam gezielt die Korallenriffe wieder aufzubauen.

Tauchen auf Borneo

In Südostasien tauchen zu können ist wie ein Traum. Leider halten meine Glücksgefühle vom erstmaligen Betrachten der überwältigenden Unterwasserwelt nicht lange an. Bei keinem einzigen Tauchgang ist der Fußabdruck des Menschen zu übersehen – erkennbar an abgestorbenen Korallen, kahlen Flächen, Algen, verfangenem Müll und wenig Fisch. Aber jener Moment, in dem ich beschließe zurückzukommen, um Borneos Riffe zu schützen, kommt während einer meiner ersten Tauchgänge. Am eigenen Leib erfahre ich, wie es sich anfühlt, in der Nähe mehrerer explodierender Dynamit-Sprengsätze zu sein. Unter Wasser ist der Knall unbeschreiblich laut, so dass ich in Panik gerate, da ich die Richtung des Knalls nicht einordnen kann. Dynamitfischen ist keine Seltenheit. Die Folge: Mehr als 75 Prozent aller Riffe weltweit sind vor dem Aussterben bedroht. Fischen ist grundsätzlich nicht verboten, allerdings das Stehlen der Schildkröteneier, Haifischen und Dynamitfischen. Die Dramatik realisiere ich erst nach der Expedition, als ich beispielsweise traurig feststelle, Haie ausschließlich im Supermarkt gesehen zu haben.

zerstörte korallenriffe

Hai im Supermarkt für umgerechnet weniger als 40€

Mit an Bord haben wir zusätzlich einen Gast, der leider von Etappe zu Etappe größer wird: Müll. An so vielen Inseln wie möglich halten wir an, um in kurzer Zeit allen Müll einzusammeln und an Bord zu komprimieren. Das erschreckend große Endprodukt ist hauptsächlich zusammengesetzt aus Flip-Flops, Plastik, Styropor, Flaschen und Konservendosen. Ich selbst fühle mich sehr hilflos, gar überrollt von den Massen an weiterem Müll, der in den Ozeanen ist und das Potenzial hat, ganze Arten umzubringen.

beach clean-up

 Während des Projektes erlebte ich so viele unvergessliche Momente, sah und lernte Neues und schloss viele Freundschaften. Auch Mike Horn, der nun die nächste Umweltexpedition antritt, beeindruckte und inspirierte mich. Die Zeit auf „Pangaea“ veränderte mein Weltbild grundlegend. Ich war zwar auf die Armut der Menschen vorbereitet, hatte aber nicht erwartet, dass die Umweltzerstörung schon so weit fortgeschritten ist und bin immer noch schockiert, traurig und wütend über all das, was ich gesehen habe. Mein Kopf ist voll mit neuen Ideen, ich kann nicht mehr wegsehen. Mein Ziel und das des „Pangaea – Borneo Act Projects“ ist klar: Bewahrung und Wiederaufbau der Korallenriffe.

das team

 

Lust selber mit dabei zu sein?

Mike Horn ist einer der extremsten Abenteuer unserer Zeit: Er hat unter anderem als erster Mensch den Äquator und den nördlichen Polarkreis ohne Hilfsmittel umrundet und durchschwamm den Amazonas von der Quelle bis zur Mündung. Dabei erlebte der 44 Jahre alte gebürtige Südafrikaner, der in der Schweiz wohnt, mehr, als man in Bücher fassen kann, sah aber auch viel Leid und vom Menschen zerstörte Natur.

Das inspirierte ihn dazu, das „Young Explorers Programm“ (YEP) ins Leben zu rufen, um seine Erfahrungen mit der jüngeren Generation zu teilen und mit ihnen einzigartige Plätze zu erkunden („explore“), ganz nach dem Motte „Nur was man kennt, kann und will man schützen“. Dabei lernen („learn“) die „Young Explorers“ mit Umweltproblemen umzugehen, um ihr Wissen anschließend in lokalen Projekten anzuwenden und zu handeln („act“). Mit Hilfe von Sponsoren baute Horn die hochmoderne Segelyacht „Pangaea“, benannt nach dem Urkontinent als Flora und Fauna noch vollkommen unberührt waren. Sie ist Basisstation für alle Expeditionen, an denen je acht Jugendliche im Alter von 15 bis 20 Jahren teilnehmen, die sich dafür im Auswahlcamp in der Schweiz qualifiziert haben. Interessierte erhalten auf www.mikehorn.com alle weiteren Informationen über das Projekt, die Bewerbung, bereits durchgeführte und geplante Expeditionen.

Die nächste Expedition geht nach Kanada. Anmeldeschluss ist der 17. April unter http://www.mikehorn.com/en/yep/young-explorers-program/how-to-apply/


 

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Kommentare (11)
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21.11.2012
AnnieCramer hat geschrieben:
Toller Bericht:D
08.04.2011
anni95 hat geschrieben:
Wow, super Bericht, super Bilder, gefällt mir sehr :D
08.04.2011
GeeBabo hat geschrieben:
super aktion!
07.04.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Man wird förmlich angesteckt durch deine Begeisterung für das Projekt! =)
06.04.2011
Gluehwuermchen hat geschrieben:
Super klasse !
06.04.2011
Viveka hat geschrieben:
Super bericht! es muss total toll sein, so was erleben zu können. man konnte deine begeisterung förmlich beim schreiben merken (:
06.04.2011
Carphunter hat geschrieben:
hammer
echt toller bericht!
dankeschön ;)
06.04.2011
Meatala hat geschrieben:
Wow, ein echt bewegender Bericht mit absolut tollen Bildern.
Ich finde es wirklich schade, dass derart schöne Einstellungen und Tage von den Untanten der Menschen überschattet werden. Dynamitfischen - wer sind wir denn? Crocodile Dungee?
Und es will mir auch noch immer nicht in den Kopf, dass es ernsthaft Leute gibt, für die Hai eine Delikatesse darstellt! *kotz*
Also ich schau mich auf der Seite auf jeden Fall mal um und du hast Recht, eine Hochachtung an Mike Horn für so eine geniale Segelyacht und für die vielen tollen Ideen, die er sonst noch so hat. Die Welt benötigte mehr Menschen wie ihn!
Danke!
06.04.2011
Cookie hat geschrieben:
Das klingt echt total beeindruckend! Ich hab bisher gar net gewusst, dass es so was gibt, aber es hört sich wahnsinnig toll an! Auch wenn ein paar Sachen, die du gesehn hast, echt traurig sind. Toller Bericht und super Fotos! :)
05.04.2011
LaLoba hat geschrieben:
Super Bericht und danke fuer die tollen Infos! So was wuerde ich auch echt gerne mal machen. Mal sehn, ob vielleicht was draus wird! ;-)
05.04.2011
Stoffie hat geschrieben:
wow echt toll was du alles erlebt hast!
ich hatte schon den bericht gelesen den du vor deiner abreise geschrieben hattest und war nun total gespannt darauf wann du deine erlebnisse mit allen hier teilst!
danke für den bericht!
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