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© Wild Wonders of Europe / Sven Zacek / WWF
Neu entdeckt: Klonende Eidechsen und Elvis-Affen


von Marcel
13.12.2011
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Innerhalb eines Jahres wurden nach einem aktuellen Bericht der Umweltschutzorganisation WWF in der Mekong-Region über 200 bisher unbekannte Spezies entdeckt. Darunter sind skurril anmutende Arten wie eine sich selbst klonende Eidechse (Leiolepis ngovantrii), eine weiß und orange blühende Orchidee (Dendrobium daklakense) und ein in psychedelisch anmutenden Mustern gefärbter Gecko (Cnemaspis psychedelica). Größte Sensation ist aber die wissenschaftliche Erstbeschreibung einer neuen Primatenart!

Die sogenannten burmesischen Stupsnasen-Affen (Rhinopithecus strykeri) kommen nur in einer entlegenen Bergwaldregion Myanmars vor. Vor allem würde man die Affen, so wurde es den Forschern von Einheimischen berichtet, bei Regenwetter hören. Durch die nach oben geöffneten Nasenlöcher kommt immer wieder Wasser in das Riechorgan und zwingt die Affen zu niesen. Aufgrund dieser anatomischen Besonderheit verbringen die Tiere einen Regentag sitzend, mit dem Kopf zwischen den Knien.

Aufgrund einer charakteristischen Haarlocke tauften die Forscher die Art, von der bisher nur Zeichnungen existieren, auf den Spitznamen „Elvis-Affen“. Der Gesamtbestand liegt vermutlich nur zwischen 260 und 330 Individuen und in ihrem Verbreitungsgebiet ist die Jagd allgegenwärtig. Sie gelten daher bereits jetzt als vom Aussterben bedroht.

"Die biologische Vielfalt am Mekong ist enorm. Durchschnittlich wurden drei neue Arten pro Woche entdeckt. Wir können nur erahnen wie viele Tiere und Pflanzen noch darauf warten, entdeckt zu werden. Doch wir laufen Gefahr, dass zahlreiche Arten verschwinden, bevor sie überhaupt beschrieben wurden", sagt WWF-Experte Stefan Ziegler. Doch nicht nur die Stupsnasen-Affen sondern auch andere, der nur hier vorkommenden Tiere und Pflanzen seien durch den Bau von Straßen, Dämmen und schnell wachsende Städte bedroht.

Auch die 209 Neuentdeckungen könnten daher schon bald für immer verschwinden. So mussten nach WWF-Angaben in Südostasien seit 1990 jährlich 2,7 Millionen Hektar Dschungel den Monokulturen riesiger Plantagen weichen, in denen Kakao, Kaffee, Tee, Cashew-Nüsse oder Kautschuk angebaut werden. Außerdem sollen rund 150 neue Wasserkraftwerke am Mekong entstehen. Bereits heute finden sich 70 Prozent der endemischen Säugetierarten aus der Region auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN, darunter der Indochinesische Tiger oder der Asiatische Elefant. Die Festlandpopulation des Java-Nashorns gilt in Vietnam seit 2011 gar als Ausgestorben.

Ziel müsse es ein, dass die einmalige Mekong-Region mit Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft grenzüberschreitend und dauerhaft geschützt werde. Gesunde und intakte Ökosysteme kämeen, so der WWF, auch den Millionen von Bewohnern der Region zugute. So würden etwa viele der geplanten Mega-Staudämme nicht nur die Artenvielfalt bedrohen, sondern auch die Ernährungssicherheit in Laos, Kambodscha und Vietnam unmittelbar gefährden.

Hintergrund: Der aktuelle WWF-Bericht "Wild Mekong" ist der vierte WWF-Report zu neu entdeckten Arten seit 2008. Insgesamt wurden seit 1999 über 1.500 neue Tier- und Pflanzenarten in der Region "Greater Mekong" erstmalig wissenschaftlich beschrieben. Neu hinzugekommen sind in der Bilanz nun 145 Pflanzen, 28 Reptilien, 25 Fische, sieben Amphibien, zwei Säugetiere und eine Vogelart.

Fotos: © WWF

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Kommentare (4)
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16.12.2011
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Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Elvis lebt also doch noch :D

Die sich selbst klonende Echse finde ich total faszinierend. Was sich die Natur nur immer wieder einfallen lässt ist schon beeindruckend und absolut rettenswert!
14.12.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
ja Leslie! Hammer!
13.12.2011
Leslie hat geschrieben:
Ist schon krass, da denk man, man hat jeden Berg bestiegen und jeden Grashalm gesehen...und dann tauchen komplett neue Spezies auf und kaum dass jemand davon erfährt, kommt raus dass die Tiere fast ausgestorben sind...trozdem eine Bereicherung :-)
13.12.2011
FabianN hat geschrieben:
Danke für den tollen Bericht ;)
Hoffentlich wird es gelingen, diese neu entdeckten Arten zu retten und auch die bisher unentdeckten Exemplare vor ihrem Aussterben zu entdecken und vor allem zu RETTEN!
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