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Magenbrüterfrösche


von Makah
30.05.2009
23 P
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Hier ist ein Artikel über Magenbrüterfrösche.
Ich finde solche ausgefallenen und seltenen Tiere total faszinierend.
Hoffe ihr könnt euch auch dafür begeistern!

Magenbrüterfrösche (Rheobatrachus) gehören zur Ordnung der Froschlurche, bisher sind nur zwei Arten dieser Amphibien entdeckt und beschrieben worden. Die beiden Arten lebten im östlichen Australien, beide gelten leider als ausgestorben.

Die Besonderheit dieser Tiere war ihre einzigartige Brutpflege: Nach dem Legen schluckte das Weibchen die Eier herunter, möglicherweise nahm sie aber auch erst die kleinen Kaulquappen auf (dies konnte nie geklärt werden, da die Arten vorher ausstarben).Die Jungtiere entwickelten sich dann im Magen des Weibchens.

Um nicht verdaut zu werden produzierten die Nachkommen ein Hormon, welches die Produktion der Magensäure hemmte. In dieser Zeit musste die Mutter zwangsläufig fasten.
Ungefähr zwei Monate später schlüpften die fertig entwickelten Jungen zum Maul der Mutter hinaus (das konnten durchaus 20- 25 Jungtiere sein).
Das verschwinden dieser interessanten Amphibien ist noch nicht geklärt, da keine offensichtliche Bedrohung ihres Lebensraumes erkennbar war. Möglicherweise starben die Tiere an Pilzinfektionen, Dürren oder verschmutzte Gewässer.


Hier ist noch eine genauere Beschreibung der einzelnen Arten.

Der nördliche Magenbrüterfrosch (Rheobatrachus vitellinus) bewohnte den Gebirgszug der Clarke Ranges, welcher sich im Nordosten von Queensland befindet. Hier besiedelter er ein kleines Gebiet von ca. 500 Quadratkilometern, welches zwischen 400 und 1000m NN lag. Er wurde um 1984 entdeckt und war schon ein Jahr danach unauffindbar, galt somit also als ausgestorben (sein Verwandter aus dem Süden, war bei seiner Entdeckung schon nicht mehr anzutreffen).

Dieser Frosch war braun und besaß auf dem Rücken und den Gliedmaßen dunkle Flecken. Die Unterseite hatte Farben von weiß bis orange-gelb. Männchen konnten eine Länge von 4,2 und 5,8 cm erreichen und wogen zwischen 11 und 26 Gramm. Weibchen waren etwas größer und maßen zwischen 4,7 und 8,3 cm bei einem Gewicht von 13- 46 Gramm. Diese Art wies also einen relativ deutlichen Geschlechtsdimorphismus auf (unterschiedliche Größe von Männchen und Weibchen).

Der Magenbrüter bevölkerte den unberührten Regenwald und bevorzugte kalte und klare flache Gewässer, hügelige Flussbetten, Wasserfälle und Rinnsale. Er ernährte sich von kleinen Krebsen, Köcherfliegenlarven und Käfern, ab und zu standen auch andere Frösche auf seinem Speiseplan.

Vom südlichen Magenbrüterfrosch (Rheobatrachus silus)
ist bekannt, dass er die Blackall- Conondale Ranges (daher auch sein englischer Name „Conondale Gastric-brooding Frog“) im Südosten von Queensland bewohnte. Hier besiedelten sie ein kleines ca. 1000 Quadratkilometer umfassendes Areal zwischen 400 und 800m NN. Die Art wurde, je nach Quelle, um 1914oder 1972 entdeckt. Im Gegensatz zu seinem Verwandten dem nördlichen Magenbrüterfrosch bevorzugte er neben Flussbetten, Teichen und Bergseen im Regenwald auch hohe offene Wälder mit dichtem Unterholz. Gefunden wurde er auch entlang der Bergflüsse im feuchten Eukalyptuswald, allerdings traf man ihn nie mehr als vier Meter vom Wasser entfernt an.

Im Frühjahr versteckte sich diese Art gewöhnlich unter Steinen oder im Laubstreu in der Nähe von Bergseen. Teilweise hielt er sich auch im flachen Wasser auf.
Die Männchen bevorzugten scheinbar eher die tiefen Tümpel, wohingegen weibliche Artgenossen und Jungtiere frische, vom Regen geschaffene, Teiche und Pfützen
bewohnten. Als Ernährung kamen sowohl Wasser- als auch Landinsekten in frage.

Im Winter hielten diese Frösche wohl zwischen Steinen und in Felsspalten ihren Winterschlaf.
Der südliche Magenbrüter war braun bis olivgrün gefärbt, besaß dunkle und helle Flecken sowie einen dunklen Streifen von den Augen bis zu den Vorderbeinen. Auch sein Bauch war weiß bis cremefarben und hatte stellenweise gelbe Markierungen an den Beinen.

Die Größenunterschiede waren nicht so deutlich wie bei seinem Verwandten, insgesamt war die Art auch etwas kleiner. Die Weibchen maßen zwischen 4,1 und 4,5 cm, wohingegen die Männchen nur etwa 3- 4,4 cm lang wurden.

Beobachtungen zufolge waren die Frösche nicht sehr aktiv und verharrten oft stundenlang in der gleichen Position. Nichtsdestotrotz waren sie schnelle und starke Schwimmer, die sich aber oft einfach nur gleiten ließen. Er lebte ebenfalls aquatil (wasserbezogen).

Fangen konnte man diese Tiere nur während des Sprunges, da sie sonst einen Mantel aus Schleim produzierten der ein Greifen unmöglich machte.

 

Hier sieht man mal wieder was der Mensch alles anrichtet. Kaum wird etwas entdeckt, verschwindet es wieder.Leider passiert das oft im Stillen und es merkt fast keiner. So was kümmert kaum einen von den Bonzen oder reichen Unternehmen. Außer wenn’s um Geld und Profite geht.
In diesem Fall waren die großen Chemie- und Pharmazeutikaunternehmen ganz enttäuscht, da die Frösche ausgestorben waren, bevor sie ihnen das Hormon Prostaglandin E2 abluchsen konnten um Magengeschwüre und Tumore zu heilen. Sind sie doch selber Schuld, wenn sie ihren Dreck nicht bei sich behalten können und die Natur so beschädigen.

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Kommentare (2)
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31.05.2009
Franzi hat geschrieben:
Ja, das mit den Ameisen stimmt, das hab ich auch mal gehört. Wäre echt toll wenn das bei den Fröschen auch so wäre, die Art ist echt super interessant. Es ist wirklich traurig dass soviele Tierarten aussterben ohne dass man sie richtig erforschen, ja manche sogar überhaupt entdecken konnte! Aber wir hoffen mal auf das Beste ;)
31.05.2009
Janine hat geschrieben:
Hey Quileute,
vielen Dank für deinen Bericht! Ich finde ihn sehr interessant und kann kaum glauben, dass 20 Jungtiere im Bauch der Mutter Platz gefunden haben sollen. Aber was das angeht, ist die Natur ja eine Wundermaschine!
Interessant wäre es natürlich zu erfahren, ob die Arten wirklich völlig verschwunden sind, oder sich vielleicht ein neues Habitat gesucht haben.
Ich habe mal von einer Ameisenart gelesen, die auch als ausgestorben galt, ich glaub, die lebten sogar auch in Australien. Nach einer Autopanne, mitten in der Wüste, wurden dutzende der Tiere zufälligerweise direkt an der Unglücksstelle gefunden und zwar hunderte Kilometer von ihrem, bis dahin, einzig bekannten Lebensraum entfernt. Wäre ja toll, wenn das bei den Fröschen auch so wäre. Naja, aber wahrscheinlich hätten sie sich für einen Umzug ein feuchteres Plätzchen als die Wüste ausgesucht, und eine Autopanne würde wohl in dem Fall auch nicht aus dem Schlamassel heraus helfen ;)   
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