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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Lippenbären - faszinierende Anpassungskünstler vom Aussterben bedroht!!!


von FabianN
25.08.2011
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Eine eher unbekannte Art unter den Großbären (Ursidae): Der Lippenbär (Melursus ursinus) bildet eine eigene Bärengattung, die Lippenbären (Melursus).

Diese Großbärenart erreicht eine Körperlange von 150 – 190 cm, eine Schulterhöhe von bis zu 90 cm und ein Gewicht von 90 – 140 Kilogramm. Der rund 10 Zentimeter lange Schwanz ist recht kurz. Die Weibchen der Lippenbären bleiben ersichtlich kleiner als die männlichen Vertreter der Melrsus ursinus. Die Färbung des Fells weist eine dunkelbraune bis schwarze Färbung auf, während es sehr lang ist und teilweise zottelig wirkt. Ihr Fell fungiert als Isolation gegen die tropische Hitze. Das längste Fell des Lippenbären sitzt im Nacken- und im Kopfbereich. Auf der Brust befindet sich eine helle U-förmige Musterung. Die Krallen dieser Tiere sind länglich und kräftig. Dank ihnen kann ein Lippenbär ohne Mühe einen Termitenbau aufreißen. Der Kopf der Lippenbären endet in einer langen und spitz zulaufenden Schnauze. Die Lippen des Lippenbären sind lang und gut beweglich und waren für ihn namensgebend. Dank diesen hervorragenden Lippen ist der Lippenbär mühelos dazu in der Lage, Kleintiere wie Termiten oder Ameisen saugend aufzunehmen. Der Lippenbär ist eine dämmerungs- und nachtaktive Großbärenart, und als Einzelgänger bewohnt jeder Lippenbär sein eigenes, festes Revier. Dieses wird mit Kratzspuren an den Bäumen des Reviers markiert. Dazu muss noch erwähnt werden, dass Mütter mit deren Jungtieren eher tagsüber auf deren Streifzüge durch ihr Revier gehen, statt nachts in der Dunkelheit.

Das Verbreitungsgebiet der Lippenären erstreckt sich über die Flächen des indischen Subkontinents, Sri Lanka, Bhutan, Bangladesch und Nepal. Sie bevorzugen trockene und feuchte Waldgebiete im subtropischen und tropischen Regenwald, sind jedoch auch in Graslandschaften zu entdecken. Die Nahrung besteht neben Früchten, Blüten und Honig auch aus Kleintieren wie beispielsweise Insekten. Den größten Platz auf ihrem Speiseplan nehmen Ameisen und Termiten ein. Für die Jagd auf die Kleintiere sind sie mit ihren Lippen hervorragend gerüstet. Dank ihrer langen Krallen sind sie auch gute Kletterer und können deshalb auch in weiter Höhe nach Früchten und Pflanzen forsten.

Die Geschlechtsreife erreichen diese Tiere zwischen dem zweiten und dem dritten Lebensjahr. Nach einer Trächtigkeit von ungefähr 180 Tagen werden ein bis drei Junge in einer Höhle zur Welt gebracht, in der sich Mutter und Junge die ersten drei Wochen aufhalten. Die Jungtiere besitzen ein Geburtsgewicht von 400 – 500 Gramm und sind erst einmal blind. Nach ungefähr drei Wochen öffnen sie dann zum ersten Mal ihre Augen. Nach dem Verlassen der Höhle kann man die Jungen oft auf dem Rücken ihrer Mutter beobachten. Sobald die Tiere zwei bis drei Monate alt sind, nehmen sie zum ersten Mal feste Nahrung zu sich. Im Gegensatz zu vielen anderen Tieren, bleiben die Jungtiere bis zu Geschlechtsreife bei der Mutter! Also 2 – 3 Jahre!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doch leider wird der Bestand des Lippenbären von der Weltnaturschutzunion IUCN als gefährdet eingestuft! Nachforschungen zeigen zwar, dass die Bestände in Schutzgebieten relativ stabil sind, doch außerhalb dieser Gebiete wird der Lippenbär immer mehr durch Lebensraumzerstörung, Besiedlung durch den Menschen, Jagd und Wilderei bedroht!  Besonders wegen ihrer Galle werden Lippenbären so häufig gejagt: Diese wird in der traditionellen Medizin der Ostasiaten bei Magen- und Darmbeschwerden und Kopfschmerzen verwendet!

Was wird gegen sein Aussterben unternommen?!                                                                                                               

 Der WWF und TRAFFIC machen sich beide für den Lippenbären stark! Sie versuchen den Schmuggel mit der Galle des  Melursus ursinus zu reduzieren oder ganz zu stoppen. Zudem kommt das, in Indien vom WWF gestaltete, „Projekt Tiger“ auch den Lippenbären zu Gute, da auch ihr Lebensraum dadurch gesichert wird.        Zudem unterstützt der WWF die Wildhüter vor Ort mit technischem Equipment. Außerdem wird versucht, Asiaten klar zu machen, dass auch pflanzliche Naturmedizin wirkt, oder, dass man auch chemische Medizin verwenden kann, statt Lippenbären ihrer Galle auszurotten. Dazu kommt noch die Schulung von Zollbehörden, um Schmuggler ausfindig zu machen.

Man kann nur hoffen, dass es dem WWF und TRAFFIC gelingt, den Erhalt dieser faszinierenden Lippenkünstler zu sichern… 

Text: eagle4nature ( Fabian Nagel )

Bilder: Wikipedia Commons

Quellen: tierdoku.com, wwf-arten.de

 

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Kommentare (5)
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30.08.2011
Kalmarlin hat geschrieben:
Vielleicht verunsichert gerade die Industrialisierung die Leute in Asien so weit, dass sie an solchem Aberglauben festhalten? :( Ist auf jeden Fall traurig.
Lippenbären sind jedenfalls spannend und dass sie in ihren Schutzgebieten stabil sind, ist doch schön zu hören!
26.08.2011
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Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Ich möchte mal von einer (wilden und freien) Tierart höhren, die nicht vom Aussterben bedroht ist! :(

Wie viele Arten hat die "traditionelle Medizin" jetzt eigentlich schon auf dem Gewissen?! Wie kann man bitte in der heutigen Zeit noch so abergläubisch sein?
25.08.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Die sehn toll aus ;) Viel Glück WWF! ;) Würde sich doch mal der Mensch gescheit an die Erde anpassen..
25.08.2011
Lars0220 hat geschrieben:
Guter Bericht, gut das sich der WWF und TRAFFIC für in einsetzen. Ich hoffe auch das si es schaffen den bestand wieder zu erhöhen. :)
25.08.2011
Rhino hat geschrieben:
diese ganze Gallengeschichte verärgert mich immer wieder, wie kann man nur so abergläubisch sein :( aber der Bericht ist ebenso wie der Brillenbären-Bericht sehr gelungen ;) freu mich auf mehr!
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