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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Elchjagd in Skandinavien


von Pandaholicc
15.10.2011
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Hey,

da ich ich heute einen schockierenden Artikel in der Zeitung gelesen habe, wollte ich ihn euch auch eben zeigen. Seht selbst und macht euch ein eigenes Bild.

Stockholm In Skandinavien hat die Jagdsaison begonnen – 250000 Jäger werden allein in Schweden in den kommenden Wochen in ihrer Freizeit schätzungsweise 100000 Elche erlegen. Und weil Skandinavier akribischere Regelliebhaber sind, kommt es regelmäßig schon zu Beginn der Saison zu seltsam anmutenden Konflikten. Denn der kollektive Blutrausch läuft nie wirklich geregelt ab.

In diesem Jahr ist der Skandal besonders groß: Noch bevor die Saison überhaupt offiziell eröffnet wurde, schaffte es ein besonders skrupelloser Elchjäger fast gleichzeitig in die Hauptnachrichten Schwedens, Dänemarks und Norwegens. Der Däne tötete gegen die Regeln auf norwegischem Hoheitsgebiet den Albino-Elch „Albin“. Weil sie extrem selten sind, dürfen Albino-Elche eigentlich nicht geschossen werden – wegen ihrer weißen Farbe sind sie aber für Jäger besonders gut sichtbar. Albin stand zudem unter ganz besonderem Schutz: Seit er im Jahr 2006 auftauchte, wurde er dank seiner stattlichen Größe als „König des Waldes“ berühmt.

Nachdem eine Zeitung titelte: „Däne tötet Promi-Elch Albin“, und auch gleich den Namen des Jägers enthüllte, klagt dieser nun über zahlreiche Morddrohungen von norwegischen Nationalisten. Der Jäger wird zum Gejagten. Er hat den falschen Elch erlegt.

Dennoch tritt der Mann mutig auf: „Als ich den Elch ein paar Hundert Meter entfernt sah, wollten mir einfach keine Regeln einfallen, die ihn irgendwie besonders beschützen würden“, sagte er. Im Fernsehen erinnern sich unterdessen alte Elchjäger wehmütig an beeindruckende Begegnungen mit Albin. Es sei selbstverständlich gewesen, ihn am Leben zu lassen, sagt etwa Oddbjörn Onsaker – und spricht von „Jägerehre“. Auch der Jagdverband tobt. Einen so „selten dummen“ Jäger, wie diesen Dänen habe man schon lange nicht mehr erlebt.

Andere, die sich an die Regeln halten, bekommen unterdessen viel Anerkennung: Dem 91-jährigen schwedischen Jäger Holger Eklund etwa gratuliert die Zeitung Vimmerby Tidning zu seiner 68. Jagdsaison. Er habe in „wenigen Sekunden“ ein Elchkalb und dessen Mutter hingerichtet. Und das in seinem hohen Alter.

Schnur einer Kinderschaukel am Hals eines Tieres festgewachsen

Und auch der Jäger Martin Söderberg hat es in die Medien geschafft: Er schoss einen Elch, an dessen Hals die Schnur einer Kinderschaukel festgewachsen war – vermutlich nach einem Unfall. Das Tier, glaubt man nun, habe unter der Leine arg gelitten und sei jetzt von seiner Qual befreit: „Das muss doch gestört haben“, wird der einfühlsame Jäger zitiert.

Eine andere Regionalzeitung lobt unterdessen die Entscheidung der örtlichen Grundschule. Die hat einem Neunjährigen eine Woche schulfrei gegeben, damit er mit dem Vater ungestört Tiere töten darf.

Und die Jagd geht weiter.

Quelle: www.augsburger-allgemeine.de/panorama/boulevard/Das-traurige-Ende-von-Elch-Albin-id17135141.html - von Von André Anwar

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Kommentare (6)
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17.10.2011
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Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Ein Mensch der jagt um zu überleben kann nicht verurteilt werden. Ein Mensch der aus Vergnügen jagt hat ein Problem mit seinem seelischen Gleichgewicht!

Warum "muss" denn bitte die Zahl der Tiere reduziert werden? Weil wir vorher die natürlichen Feinde dieser Tiere ausgerottet haben.....und jetzt machen wir einfach lustig weiter.

Es gibt keinen Unterschied dazwischen, ob der Jäger einen berühmten Elch erschossen hat oder einen, der noch keinen Pressesprecher hatte. Ein totes Tier ist ein totes Tier und umsonst ist es immer gestorben.

Die Natur hat es Jahrtausende lang hinbekommen, die Bestände einzelner Arten im Gleichgewicht zu halten. Aber dann musste der Mensch in diesem Gleichgewicht rumwuschen und meint jetzt das Problem mit dem Töten von Tieren unter Kontrolle zu bekommen.
Typische menschliche Denkweise und wie immer total falsch.
15.10.2011
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Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
@ MJ1499: Dein Kommentar erschien zu spät.. deswegen wiederhole ich mich dezent in dem meinigen ^^ Sorry dafür :D
15.10.2011
Löschen
Gelöschtes Mitglied hat geschrieben:
Wie kann ein Mensch stolz sein, dass er ein Tier aus sicherer Entfernung mit einer Schusswaffe tötet? Früher kämpfte der Mensch von Angesicht zu Angesicht mit der Beute, weil er etwas zu essen brauchte. Heute wird sinnlos gemordet. Die Jagd ist absolut überflüssig.. und vor allem, wofür braucht es eine so gigantische Anzahl an Jägern? Das sagt doch alles! Es geht nicht darum, die Tierbestände zu kontrollieren...
15.10.2011
MJ1499 hat geschrieben:
Ich war letztes und vorletztes Jahr in Schweden und habe mich da persönlich mit einem der Jäger unterhalten, die auch auf Elchjagd gehen. Dieser Jäger iost gleichzeitig der größte Naturfreak den ich kenne, er hat ein ganzes Wildniscamp alleine aufgebaut und wohnt da drin (bzw wohnte) und schützt die Natur wo er nur kann. Als wir uns mit ihm unterhalten waren und schockiert über die hohen Zahlen waren, hat er uns erklärt, dass die natürlichen Feinde der Elche in Schweden nahezu ausgestorben sind. Die Jäger halten also nur zu große Tierbestände im Schach (ja, die Zahlen hören sich riesig an, aber überlegt mal wie viele Elche es in Schweden gibt^^). Von daher wäre es ja okay. Dass man auf Dauer trotzdem was falsch gemacht hat, ist offensichtlich.
Zu Schimons letztem Satz möchte ich mich auch gerne einmal äußern. Ja, der Mensch ist seit Jahrtausenden Jäger. Ja, ich möchte dieses Argument teilweise benutzen. Trotzdem würde ich mich nicht als verirrte Seele bezeichnen. Natürlich ist der Mensch schon seit Jahrtausenden Jäger und es ist auch natürlich, dass wir Tiere jagen, um sie zu essen. Wir kommen hier nur zu einem Knackpunkt der modernen Welt: Da wir die Raubtiere aus Angst/aus Sehnsucht nach Zähnen, Fell etc. getötet haben, müssen wir jetzt jagen, ohne dass wir was zu essen brauchen. Das ist meiner Meinung nach ein Unterschied. Ich kann und werde niemanden verurteilen, der jagt um zu essen und zu leben. Was mich stört sind die Leute, die aus Spaß jagen, und das ist hier der Unterschied.
15.10.2011
Schimon hat geschrieben:
Die Wahrnehmung von Jägern scheint wohl mangelhaft zu sein. So wie junge Kinder sich niemals Gedanken über ihren Tod machen würden, so besteht auch nicht die Chance, dass ein Jäger zur Vernunft kommt und sein konventionelles Falschdenken ablegt.
Vorallem ist es eine unnütze Verschwendung bestehenden Lebens. Dass diese verblödeten Menschen noch nicht auf die Idee gekommen sind, sich gegenseitig abzuschießen wundert mich. Eine fettige Jägermannsfrisur macht sich doch bestimmt auch gut über dem Kamin.
Wunderlich, dass der Albino- Elch solange unberührt war. Aber das liegt wohl daran, dass der tatsächliche Wert eines beliebigen Objektes/ Lebewesens immer verglichen und abgeschätzt wird. So sei ein Platinring ja viiiiel toller als einer aus Silber. Dass Silber ein wichtiges Material ist und ein einzelner gewöhnlicher Elch ein Lebewesen ist wird außer Acht gelassen.
Und wehe irgendeine verwirrte Seele benutzt das Argument, der Mensch sei seit Jahrtausenden schon Jäger gewesen.
15.10.2011
regentag hat geschrieben:
Ich finde es einfach nur krank, wie man als Hobby Tiere erschießen kann. Klar, Jäger, die zu große Tierbestände in Schach halten (was allerdings auch nicht nötig wäre, wenn deren natürliche Feinde noch in Deutschland leben würden), sind ok, sie beschützen ja die Natur. Aber einfach mal in seiner Freizeit ein paar Elche abzuknallen...
Der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, sagte:
?Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Die Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit." Da hatte er Recht!
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