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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Eine Umweltkatastrophe mit Vorsatz


von marvinhelpdiereenwoud
24.02.2010
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In Italien sind Tausende von Kubikmetern Altöl in den Fluss Lambro geleitet worden - und zwar vorsätzlich. Anstatt die Ölhähne abzustellen, weigerten sich die Mitarbeiter der verantwortlichen Raffinerie, zu kooperieren. Für die Po-Ebene könnte das zu einer Katastrophe werden.

Noch immer sind die Dimensionen der Umweltkatastrophe bei Monza nördlich von Mailand nicht genau klar. Fest stehen aber zwei Dinge: Aus einer stillgelegten Raffinerie sind viele tausend Kubikmeter Alt- und Heizöl ausgelaufen - und es war Vorsatz. Wie italienische Zeitungen berichten, hatten unbekannte Täter die Abfluss-Hähne dreier Lagertanks aufgedreht. Diese waren offenbar noch immer prall gefüllt, obwohl das der Firma Lombarda Petroli gehörende Werk in Villasanta nicht mehr in Betrieb war.

Für Francesco Brunetti von der öffentlich-rechtlichen Umweltagentur der Lombardei ist dies eine Katastrophe. "Schlimm wäre noch harmlos - die Verantwortlichen sind kriminell", sagt er. "Die Täter müssen über Fachwissen verfügt haben", stellte ein Polizeisprecher fest, und auch Mitarbeiter der Raffinerie selbst stehen offenbar unter Verdacht, denn sie haben die Hilfsarbeiten zumindest behindert.

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Mit einer speziellen Substanz kämpfen Experten gegen die Öl-Verschmutzung.

 

Mitarbeiter eines nahegelegenen Klärwerks entdeckten, dass ihre Becken von Altöl überflutet wurden. Währenddessen läuft in großen Mengen Öl aus, das inzwischen über die überfüllten Rückhaltebecken auch in den Fluss Lambro gelangt.

Den Fachleuten gelang es schließlich, die Hähne zu schließen - zu spät für zahlreiche Tiere. Viele Enten und Wildvögel sind inzwischen ölverschmiert im Lambro verendet. Auch heute Nacht hatten Helfer von Feuerwehr und Zivilschutz versucht, das Öl mit Sperren und Bindemitteln aufzuhalten und abzusaugen. Der Lambro mündet in den Fluss Po, ein Überschwappen des Öls könnte unabsehbare Folgen für die gesamte Po-Ebene haben.

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Welche Folgen die Katastrophe hat, ist noch nicht abzusehen.

 

Dario Allevi, Präsident der Provinz Monza-Brianza hat sich zunächst aus der Luft einen Überblick verschafft: "Es ist ein langer schwarzer Strich, den man von oben sieht, aber leider bewegt sich der sehr schnell." Außerdem hat das Öl auch die Hauptkläranlage der Gegend lahm gelegt, die Abwässer der gesamten Region laufen ungeklärt in den Fluss.

Weil die Mitarbeiter des Verursachers sich geweigert haben, zu kooperieren, ist es allerdings schwierig die genauen Dimensionen des Unglücks abzuschätzen. Ob und inwieweit auch das Grundwasser in Gefahr ist, ist vollkommen unklar. Denn zunächst sprachen Experten von 15.000 Kubikmetern ausgelaufenem Öl. Aktuelleren Schätzungen von Technikern zufolge sollen bei Monza jedoch "nur" 7000 Kubikmeter ausgelaufen sein.

Lokale Medien berichten über den Hintergrund des Zahlenwirrwars. Lombarda Petroli soll im letzten Jahr den Antrag auf weniger strenge Umweltauflagen gestellt haben, um so nicht mehr als Risiko-Firma bewertet zu werden, für die die sogenannte "Seveso-Norm" gilt. Diese verpflichtet zu bestimmten Wartungsarbeiten und Sicherheitsauflagen, und sie gilt für Unternehmen, die nicht mehr als 2500 Kubikmeter gefährliche Flüssigkeiten gelagert haben. Gut möglich also, dass die Firma vorsätzlich falsche Angaben gemacht hat.

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Hunderte Tiere sind durch das ausgetretene Öl bereits verendet.

 

Spekuliert wird übrigens auch über ein Rachemotiv. Das Umfeld der Raffinerie sollte nämlich demnächst als Bauland erschlossen werden. Merkwürdig aber: Das bisher auffällige Desinteresse der italienischen Medien an diesem Fall. Denn eines ist klar: Es handelt sich wohl um eine der größten Umweltkatastrophen in Italien seit langem - verursacht von Verbrechern.

 

Quelle: ARD.de

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Kommentare (9)
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24.02.2010
Taki hat geschrieben:
Es gibt halt noch zuviele ÖKO Terroristen, die somit auch noch Geld machen
24.02.2010
marvinhelpdiereenwoud hat geschrieben:
Schlimm sowas..
24.02.2010
Marcel hat geschrieben:
Nach Informationen des WWF-Projektbüros in Vanzago sind bereits zahlreiche verschmutzte Wildenten und Graureiher gesichtet worden! Was besonders schlimm ist: Einige Wasservögel haben gerade mit dem Nestbau und der Brutphase begonnen. Es trifft also eine ganze Wasservogelgeneration in dieser Region! Mehr Infos auf wwf.de: www.wwf.de/presse/details/news/schwarze_welle_auf_dem_lambro/
24.02.2010
marvinhelpdiereenwoud hat geschrieben:
Ich denke die frage stellen wir uns alle :/
24.02.2010
GreenSmarty hat geschrieben:
Scheiß Geldgier! Was geht in den Köpfen solcher Menschen vor?
24.02.2010
WitchWars hat geschrieben:
Wie hohl muss man sein um zu versuchen sich an der Natur zu rächen. Auch wenn es wahrscheinlich eher die Firma seinen sollte.
24.02.2010
marvinhelpdiereenwoud hat geschrieben:
Stimmt, trotz alle dem darf sowas nicht passieren!
24.02.2010
marvinhelpdiereenwoud hat geschrieben:
Als ich das gesehen habe dachte ich zunächst, dass es ein unfall gewesen ist und man einfach daran arbeiten muss, dass so etwas nicht passiert; aber als ich dann den text las, musste ich euch alle unbedingt in kenntnis setzen!
24.02.2010
lou hat geschrieben:
Die sind doch bescheuert (Täter). Aus Rache zerstört man nicht seine Umwelt.
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