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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Die Vogelwelt als Indiz für den Klimawandel


von Jutta
08.06.2009
21 P
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Das es den Klimawandel gibt, ist inzwischen allgemein bekannt. Doch das er bereits jetzt erhebliche Auswirkungen Flora und Fauna hat wissen weitaus weniger.
Es ist klar, das eine Erhöhung der Weltmitteltemperatur ebenso wie der Anstieg des Meeresspiegels oder extreme Dürren nicht ohne Folgen auf die Avifauna bleiben.
Durch die Veränderung des Klimas verändern sich auch die Ökozonen der Erde, und es kommt zu einer Bildung von neuen Lebensgemeinschaften. Denn nicht jede Art kann sich gleich gut an die neuen Klimaverhältnisse anpassen.
Vögel sind gegenüber anderen Tieren oder vor allem Pflanzen sehr anpassungsfähig, weil sie große Distanzen zurücklegen können. Wenn die Lebensbedingungen an einem Standort nicht mehr passen, können sie in vielen Fällen einfach einen neuen Lebensraum aufsuchen. Probleme gibt es allerdings bei Arten, die isoliert vorkommen- wie z.B. in einem begrenzten Gebirge oder auf Inseln, die weit ab vom Festland liegen. Denn eine Arealverschiebung ist in diesen Fällen nicht möglich.
In den letzten Jahren wurden vielfältige Beobachtungen gemacht, wie sich das Verhalten, insbesondere das Zugverhalten von Vögeln aufgrund des Klimawandels verändert. Wobei nicht immer festzustellen ist, ob die Veränderung allein durch den Klimawandel bedingt ist, oder durch weitere Faktoren, denn derart komplexen Zusammenhänge sind schwer zu erforschen.
Es wurde jedoch beobachtet, das erstaunlich viele Vogelarten in den letzten Jahrzehnten früher in ihr Brutgebiet zogen, und dementsprechend auch früher mit der Brut begannen. Der Abflug ins Winterquartier war oft nach hinten verschoben. Dadurch verlängert sich die Brutzeit der Vögel, und tatsächlich wurde beobachtet, dass mehr Bruten als gewöhnlich in einem Sommer stattfanden- also die Population sich stärker vermehrt hat.
Ebenfalls wurde beobachtet, dass Vögel, deren Sommer- und Wintergebiet relativ nah beieinander liegt- so genannte Kurzstreckenzieher- zum Teil gar nicht mehr ziehen, und das gesamte Jahr über im Sommergebiet bleiben.
Diese Beobachtungen sind als Anpassungen an die Temperaturveränderungen zu verstehen, und zeigen deutlich, das der Klimawandel bereits wirksam ist.
Ein weiteres Indiz dafür ist, das immer mehr Arten, die noch vor wenigen Jahrzehnten nur in südlichen Gebieten, wie etwa dem Mittelmeerraum oder Nordafrika verbreitet waren, heute bereits in Deutschland, England oder Skandinavien vorkommen.
Die Frage ist also, in wie weit Tiere und Pflanzen in der Lage sind, sich an die Veränderungen anzupassen, und ob der heutige Artenreichtum erhalten bleiben kann. Die Ökosysteme und Lebensgemeinschaften werden sich allerdings in den kommenden Jahrzehnten stark verändern, die Vogelwelt ist bereits im Wandel.

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Kommentare (3)
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11.06.2009
Janine hat geschrieben:
Im bisherigen Lauf der Evolution ging es ja immer um natürliche Anpassung, die eben jetzt absolut nicht mehr denkbar ist. Es hat viele zehntausend Jahre gedauert bis sich die Gleichgewichte verschoben und angepasst und immer feiner ineinander gegriffen haben.
Dieses langsame Herantasten fällt jetzt völlig weg. Es wird nicht möglich sein, dass sich die Arten so schnell anpassen, oder sich neue Arten bilden, deren Lebensweisen gut an die zu schnell nahenden Veränderungen angepasst sind. 40 Jahre und einige 10.000.. da liegt eine enorme Zeitspanne zwischen.
Evolution muss sich erproben und herausfinden, wie sie am besten Überdauern kann. Das passiert durch Mutationen, nicht durch den Gedanken "Es wird warm, also brauche ich große Ohren, um mein Blut in ihnen zu sammeln und es durch Wedeln abzukühlen.". Evolution ist Zufall und leider werden wir nicht so viel Glück haben, dass sich so viele Zufälle ereignen werden, dass sie viele Tier- und Pflanzenarten ein Überleben sichern werden.
Natürlich gab es schon immer verschiedene Arten, die einander ablösten und ersetzt haben, "survival of the fittest" eben. Aber dies geschah oft in einem empfindlichen Gleichgewicht und Miteinander.
Es ist traurig, dass die Arbeit von Millionen von Jahren innerhalb eines Wimpernschlags ein Ende finden kann. Aber daran sieht man, wie empfindlich das Gleichgewicht ist. Natürlich, irgendetwas wird wahrscheinlich immer überleben, nach den Dinosauriern kamen die Vögel und Säugetiere. Hierbei waren aber natürliche Umwelteinflüsse der Auslöser für eine Veränderung.
Eine mutwillige Zerstörung durch den Menschen ist einfach arrogant. 
11.06.2009
Jutta hat geschrieben:
Ihr habt recht, dass es schon immer Klimaveränderungen gegeben hat..aber erstens haben sie, wie OreMountain ja schon geschrieben hat nicht in dieser Geschwindigkeit stattgefunden, und zweitens haben diese auch zu ganz gravierenden Veränderungen in der Flora und Fauna geführt. Viele Arten die es heute gibt, gab es vor ein paar Hundert Jahren noch nicht- und andersherum. Das System Erde ist immer im Wandel. Nur damals hat sich noch niemand Gedanken darüber gemacht...Und es waren nicht 6 Milliarden Menschen auf die Ressourcen der Erde angewiesen.
09.06.2009
Marcel hat geschrieben:
Völlig richtig, OreMountain. Klimaveränderungen gab es schon früher. Und das Gefährliche an dieser Situation ist, dass wir das Tempo der Erwärmung extrem ankurbeln. Das hat schlimme Folgen für die Natur. Die Vegetationszonen zum Beispiel werden sich bei „Business as usual“ (das entspricht plus drei Grad Celsius bis zum Jahr 2100 im globalen Durchschnitt) um schätzungsweise über 400 Kilometer polwärts verschieben. Tiere müssten den Pflanzen folgen - was in unseren dicht bevölkerten und bebauten Regionen für viele von ihnen kaum möglich wäre. Im Bergland verschöbe sich die Vegetation bei gleichem Temperaturanstieg um bis zu 500 Meter nach oben. Ein Zehntel der Berge bewohnenden Pflanzen- und Tierarten der Erde wäre betroffen - zum Beispiel Rote Pandas, Moschustiere und Kragenbären. Jutta hat die Vögel angesprochen: Ein großes Problem ist etwa, dass Larven früher schlüpfen und die Vögel dann ihre Nahrungsquelle praktisch 'verpassen'. Und Zugvögel wie die Knutts Nordamerikas finden lebenswichtige Rastplätze in Küstennähe wie die an der Mündung des Delaware immer öfter überschwemmt vor. Eine aufwändige Studie der Universität Leeds hat ergeben, dass bis zum Jahr 2050 über eine Million Tier- und Pflanzenarten aussterben werden, falls der Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 und damit die globale Erwärmung nicht deutlich gebremst würden.
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