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© Alexei Ebel / WWF-Canon
Die Schattenseite der Icebucketchallenge


von SeDurchholz
27.08.2014
71 P
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Schattenseiten? Ist doch für einen guten Zweck? Die Krankheit bekommt Aufmerksamkeit! – Ist doch gut!


Prinzipiell stimmt das, aber es gibt auch schlechte Seiten an der Icebucketchallenge. Für die, die es nicht wissen, was es ist: Es gibt eine Krankheit namens Amyotrophe Lateralsklerose (Abkürzung: ALS), eine Nervenkrankheit, welche Muskelschwund verursacht und somit lähmt. Diese Krankheit hat zum Beispiel der berühmte Physiker Stephen Hawking. Sie ist unheilbar und der Schwerpunkt ihrer Therapie liegt darin, die Symptome zu lindern und eine psychologische Betreuung zu bieten. Wenn ihr noch mehr Erfahren wollt, klickt hier

Der Sinn der Icebucketchallenge liegt darin, dass die Leute sich einen Eimer mit eiskaltem Wasser über den Kopf schütten, um sich für kurze Zeit wie ein ALS-Patient zu fühlen. Nachdem man dies getan hat, nennt man drei Leute, die es auch innerhalb von 24 Stunden machen müssen. Wenn man das nicht macht, dann soll man Geld an die ALS-Association spenden, um zur Heilung von ALS beizutragen.

Eigentlich ist das eine super Idee, um mehr Spenden zu bekommen und man sieht, es klappt! Die ALS-Association hat mittlerweile schon über 80 Millionen Dollar bekommen.
Doch was in meinen Augen ein Problem darstellt, ist dass die ALS-Association nur mit Tierversuchen arbeitet.
Das funktioniert, indem sie die Gene der Tiere manipulieren, sodass sie die selben Symptome wie ein ALS-Patient aufweisen. Die Maus-Mutante TDP 43, die oft genutzt wird, stirbt zum Beispiel an Darmverschluss, weil der Darm gelähmt wird und nicht an Muskelschwund, wie es bei Menschen der Fall ist.
Das Ergebnis ist, dass man 12 Wirkstoffe gefunden hat, die bei den Mäusen die Symptome lindern. In klinischen Studien kam jedoch heraus, dass alle Wirkstoffe bis auf einer vollständig versagten. Der eine hatte aber auch nur einen geringen Nutzen.

Laut der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA, seien 92% der Medikamente, die sich bei Tierversuchen als sicher und wirksam erwiesen, bei den klinischen Tests durchgefallen, weil sie nicht wirkten oder sogar schädlich für den Menschen waren.

Was gibt es für Alternativen?
Laut der Seite „Ärzte gegen Tierversuche“ kann es in der ALS-Forschung nur Fortschritte geben, wenn sie Tests mit menschlichen Zellen, Computersimulationen oder Biochips machen.

Meine Meinung:
Ich habe mir ein paar Blogs durchgelesen und bin der Meinung, dass ich nicht bei der Icebucketchallenge mitmache und auch nichts an die ALS-Association spenden werde, da ich gegen Tierversuche bin, wenn es Alternativen gibt. Trotzdem sind Tierversuche ein sehr schwieriges Thema, das schwer zu diskutieren ist. Zudem finde ich den Hype darum sehr schlecht, da man sich vom Sinn entfernt. Was ich aber noch einen interessanten Punkt finde ist, dass für ALS-Patienten die größte Freiheit ist, sich in einem Rollstuhl zu bewegen und ich bin der Meinung, dass ein großer Teil der Spenden, lieber in die Barrierefreiheit investiert werden sollte. Die Krankheit ist unheilbar und die Symptome sollen gelindert werden. Ok, das ist nachvollziehbar. Aber die Menschen haben trotzdem zu leiden und keine Lebensqualität, wenn sie sich nicht frei bewegen können. Meiner Meinung nach muss man sich etwas von dem Gedanken entfernen, die Krankheit zu heilen, sondern sich Gedanken darüber machen, wie man den Menschen wirklich helfen kann und das ist meiner Ansicht nach, ihnen ein barrierefreies Leben in unserer Gesellschaft zu ermöglichen

Quellen:
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/presse/aktuelle-pressemitteilungen/1611-26-august-2014 (Datum: 27. 8. 2014 Zugriff: 17:03)
http://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/images/stories/illustrationen/eiswasser2.jpg
(Datum: 27. 8. 2014 Zugriff: 17:18)
http://www.giftkoeder-radar.com/blog/2014/08/bitte-unterstuetzt-nicht-die-grausamen-tierversuche-der-als-forschung/ (Datum: 27. 8. 2014 Zugriff: 17:06)
http://de.wikipedia.org/wiki/Amyotrophe_Lateralsklerose
(Datum: 27. 8. 2014 Zugriff: 17:09)
http://meinaugenschmaus.blogspot.de/2014/08/icebucketchallenge-wenn-das-hirn-auf.html (Datum: 27. 8. 2014 Zugriff: 17:11)
http://florianweiss.de/icebucketchallenge-warum-ich-mir-kein-eiswasser-ueber-den-kopf-schuette/ (Datum: 27. 8. 2014 Zugriff: 17:11)

 

 


 

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Kommentare (14)
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29.08.2014
Marfrie hat geschrieben:
An sich ist es gut, dass es eine Aktion es schafft so viele Menschen auf eine schlimme Krankheit aufmerksam zu machen und somit auch Spenden von Leuten bekommt, die sich sonst nie mit dieser Thematik auseinander gesetzt hätten (Viele tun es allerdings auch trotz Teilnahme an der Challenge nicht :D). Jedoch fand ich es schon von Anfang an eher bedenklich, dass unzählige Liter sauberes Trinkwasser dabei draufgehen.
Dein Bericht ist sehr interessant. Tierversuche, obwohl es Alternativen gibt, wie du ja geschrieben hast - das möchte ich auch nicht unbedingt unterstützen, obwohl die Forschung diese Gelder ja braucht. Da steckt man nunmal in einem Zwispalt. Deine Alternative mit dem barrierefreien Leben finde ich deshalb großartig. Sie erinnert daran auch mal nach links und rechts zu schauen und hilft den Menschen, wenn die Forschung noch nicht weiter gekommen ist :)
29.08.2014
Lara_Gr hat geschrieben:
Ich verstehe eure Standpunkte sehr gut und sehe die Challenge auch als zweckentfremdet an. Aber wie würdet ihr entscheiden, wenn ihr ALS hättet, eurer Leben nur sehr eingeschränkt möglich wäre, ihr an den Rollstuhl gefesselt wärt, vielleicht nur mit euren Augenbewegungen über einen Computer kommunizieren könntet und ihr wüsstet, dass ihr in ein paar Jahren sterben würdet! Ihr würdet euch wahrscheinlich auf diesen einen Wirkstoff hoffen (von den 12 die an Mäusen erfolgreich waren), auch wenn der Nutzen noch so gering ist.
Die Tierversuchproblematik gibt es bei allen in Deutschland zugelassenen Medikamenten. Deshalb denke ich, dass wir uns lieber Gedanken machen sollten, wie wir flächendeckend Medikamente sicher testen können, auch ohne Tierversuche.
29.08.2014
Jowita36 hat geschrieben:
Danke für diesen guten Bericht! Ich finde es generell (Schattenseiten jetzt mal kurz ignorieren) schade, dass so viele Leute den Sinn der Ice Bucket Challenge vergessen... Und das mit den Tierversuchen finde ich echt nicht gut, habe mir aber meine Meinung noch nicht ganz gebildet, weil es ja davon auch 2 Seiten gibt!
28.08.2014
Lena97 hat geschrieben:
Prinzipiell finde ich die Idee der Ice Bucket Challenge ziemlich gut. Nicht alle haben den Sinn verstanden, aber es ist trotzdem gelungen auf ALS aufmerksam zu machen. Von den Tierversuchen habe ich gelesen, deswegen habe ich als ich nominiert wurde nicht an die ALS Association, sondern an die ALS-Ambulanz der Berliner Charité gespendet.
Generell habe ich bei Tierversuchen eine gespaltene Meinung: Natürlich ist es Tierquälerei, aber um Menschenleben zu retten, würde ich das, wie manche andere hier bereits geschrieben haben, in Kauf nehmen. Wenn es Alternativen zu Tierversuchen gibt, wie es bei ALS laut "Ärzte gegen Tierversuche" der Fall ist, sollten diese aber auf jeden Fall genutzt werden.
28.08.2014
Amarala hat geschrieben:
Ich finde es dumm, dass die Menschen Tierversuche machen. Es ist ja Tierquälerei. Wenn ich nominiert werde, würde ich mir den Eimer über den Kopf gießen, aber nichts spenden. ich weis, dass sich das jetzt vielleicht dumm anhört, aber Tierversuche möchte ich nicht unterstützen.
28.08.2014
Ronja96 hat geschrieben:
Ich wusste das mit den Tierversuchen noch gar nicht. Ich finde es etwas schwierig mir darüber endgültig eine Meinung zu bilden: Einerseits bin ich natürlich gegen Tierversuche, aber andererseits finde ich auch, dass somit auf die Krankheit aufmerksam gemacht wird. Auch wenn die Krankheit nicht geheilt werden kann, finde ich, dass die Menschen auch ein Recht auf ein schönes und schmerzfreieres Leben haben sollten. Deshalb fällt es mir schwer grundsätzlich zu sagen, ob ich das gut oder schlecht finden soll.
28.08.2014
KatevomDorf hat geschrieben:
der bericht ist gut. und zu einigen dener schlüsse bin ich auch gekommen. aber barierrefreiheit hin oder her. da wird doch im grunde auch nur an den auswirkungen rumgedoktert.
der ansatz müsste meiner meinung viel rüher passieren. klar ALS ist genetisch bedingt und auch wenn ich medikamente nicht mag sind sie doch bei solch schweren krankheiten meistens der einzige gewinnbringende erfolg. und der geht nur über die forschung. ich sage ja nicht, dass die an tiren experimentieren sollen, aber was ist denn die alternative? menschen? da höre ich doch schon die ersten menschenrechtler aufchreien. mal ehrlich die alternative mit computer simulationen kann doch nicht ernst gemeint sein. das sind auch nur wahrscheinlichkeitsberechungen (da programmiert) auf grundlage von vorangegangenen test und versuchen. da beißt sich die schlange sprichwörtlich selbst in den schwanz...
28.08.2014
SeDurchholz hat geschrieben:
@jayfeather das Problem bei ALS ist, dass diese Krankheit unheilbar ist. Krebs ist heilbar. Das weitere Problem ist, dass die Tierversuche keinen Sinn haben, da man die Tiere genetisch so manipuliert , dass sie die Symptomatik aufweisen, aber nicht die Nervenkrankheit besitzen. Die Tiere werden teilweise gelähmt, aber nicht durch Muskelschwund wie es bei ALS-Patienten der Fall ist. Deswegen können die Ergebnisse nicht übertragen werden. Zudem gibt es Alternativen, die laut dem Verein "Ärzte gegen Tierversuche", wirklich Fortschritte bringen würden.
28.08.2014
Jayfeather hat geschrieben:
Danke für den Bericht!
ich hab schon mal was davon gehört, dass die mit Tierversuchen arbeiten, aber mich nicht weiter informiert. Die Ergebnisse zeigen ja deutlich, dass diese Versuche überhaupt nichts bringen, warum muss man sie dann überhaupt machen ??
Ich mach bei solchen Nominierungen eh nicht mit. Wenn ich etwas spenden will, dann kann ich das auch so machen ;)
28.08.2014
Kathy3 hat geschrieben:
Jede Medaille hat ja bekanntlich zwei Seiten.
Auch wenn ich gegen jegliche Tierversuche bin, finde ich, dass die Challenge durchaus ein wirksames Mittel ist, auf die Krankheit (die ich vorher nicht kannte) aufmerksam zu machen und neue Forschung zu finanzieren. Wie du gesagt hast, hat sich das ganze etwas vom eigentlichen Sinn entfernt. Trotzdem:
Auch Krebs ist bis heute meistens als eine unheilbare Krankheit. Viele Therapien zielen auch hier nur darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebenszeit des Patienten zu verlängern. Seit u.a. in den USA intensiv an Heilungsmethoden geforscht wird (was nur darauf zurückzuführen ist, dass die Forschungsgelder drastisch vergrößert wurden), gibt es große Fortschritte und inzwischen auch vielversprechende Ansätze vor allem im Bereich der Immunabwehr. Manche haben es soweit ich weiß sogar schon in klinische Studien geschafft. In Zukunft könnt Krebs also eine heilbare Krankheit werden.
Um für klinische Studien zugelassen zu werden, sind in der Regel immer intensive Studien und auch Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben. Das gilt für nahezu alle Medikamente, Impfstoffe etc. Demnach dürften wir das alles nicht mehr nehmen...
Das Problem der Tierversuche liegt viel tiefer.
Es ist und bleibt eine moralische Frage: Sollen Tiere oder Patienten sterben?
Viele lebensrettenden Medikamente können und dürfen bis jetzt eben nicht anders in der vorklinischen Phase getestet werden. Und wer würde dann die Verantwortung übernehmen, wenn Hunderte "Testpatienten" sterben?
28.08.2014
Jonas_Kittel hat geschrieben:
Hi,

natürlich gibt es Schattenseiten an dieser Challenge, mal ganz abgesehen davon dass dieser Wasserverbrauch, angesichts dessen dass jeden Tag Tausende an Wassermangel sterben, totaler Blödsinn.. Denn die blöden Blicke hören dadurch nicht auf. Und ich glaube, das ist das schlimmste wenn man an so einer Krankheit leidet. Mitleidige Blicke kann keiner gebrauchen. Es gibt so viele Dinge, für die man spenden sollte und in die investiert werden sollte, aber es ist ja alles nicht so einfach. Ich verstehe deinen Standpunkt und würde auch aus deinen Gründen nicht bei dieser Challenge teil nehmen. Am sinnvollsten ist glaube ich, wenn man sich selbst Partner sucht und direkt spendet, da kann man am meisten Korruption und solche Dinge ausschließen. Und wenn man als Jugendorganisation eine Spendenaktion organisiert kann man dadurch unglaublich viel lernen und viel Spaß haben.
27.08.2014
Helen98 hat geschrieben:
Wow. So habe ich darüber noch nicht nachgedacht. Aber wenn die Forschung mit Tierversuchen arbeitet, bin ich natürlich auch dagegen, aber das ist ja auch nicht das einzige: ich meine klar die Krankheit bekommt Aufmerksamkeit, aber somit vergessen Menschen, dass es auch noch andere Krankheiten gibt. Viele benutzen die Challenge auch zur Selbstdarstellung.
27.08.2014
Jonpackroff hat geschrieben:
Interessant, aber wenn man nicht weiter forscht, verpasst man möglicherweise die Chance, die wirklich schlimme Krankheit ALS eines Tages heilen zu können, was Menschenleben retten würde. Das ist meiner Meinung nach anders zu betrachten als Tierversuche beispielsweise für Kosmetika.
Ich habe mitgemacht bei der Challenge weil ich es gut finde, wenn über die Krankheit ALS informiert und die Forschung unterstützt wird.
27.08.2014
AlinaSky hat geschrieben:
Von den Schattenseiten der Challenge hab ich auch schon gelesen und würde deshalb vermutlich auch nicht mitmachen, wenn ich nominiert werde! Tierversuche möchte ich nicht unterstützen! Deinen Ansatz, dass man mehr in die Barrierefreiheit unserer Gesellschaft investieren sollte finde ich sehr interessant! So hab ich das vorher noch gar nicht betrachtet! Danke für deinen Bericht! :)
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